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Briefing bei Bier und Jägermeister

Ein ungewöhnliches Technical Debrief – wie's im Formel 1-Jargon heißt – und ein neuer Monteur bringen Paul Cooper plötzlich wieder auf Spur.


Paul Cooper hat die Versetzung doch noch geschafft. Neben Christoph Kirchner ist auch der Engländer, der sommertags Grasbahnrennen fährt, am letzten Trainingstag in Örnsköldsvik aus der Krabbelgruppe ins Hauptfeld hochgelobt worden.


Dabei hatte der fidele Lebemann aus Yorkshire zuerst noch lange an sich und seinen Fähigkeiten, sich wieder aufs Eisfahren einzuschießen, gezweifelt. Doch gegen Ende des Trainingslagers nahm sich Walter Schnitzbauer der Abstimmung an.


Schnitzbauer arbeitet sonst als Mechaniker für den rasenden Ingenieur Franz Mayerbüchler aus Inzell. Mayerbüchler wiederum hat sich in Örnsköldsvik der Großmacht von Inn-Isar-Racing angeschlossen – wo auch Cooper schon seit Beginn seiner Eiszeit angedockt hat.


Ich war zwischendrin schon ziemlich in Selbstmitleid versunken. – Paul Cooper

Und Schnitzbauer fand an der Maschine von Stefan Svensson, die der „Cooperman“ leihweise fährt, tatsächlich ein Detail, dessen Änderungen den Ausschlag für eine auffällige Steigerung von Cooper gab. „Ich hatte die ganze Zeit über das Gefühl, dass die Front meines Motorrades zu steif sei“, blickt Cooper zurück. „Ich habe mich am Abend bei ein paar Bier und ein paar Jägermeistern mit vielen Leuten über die Abstimmung unterhalten – und offenbar hatte ich mir zuvor viel zu viele Gedanken gemacht und die Probleme zu nah an mich rangelassen. Jedenfalls hat mir dann dieser eine Experte geholfen – indem er die hintere Aufhängung angefasst hat. Denn offenbar ist es so, dass, wenn die Maschine hinten zu hart abgestimmt ist, das zu viel Last nach vorn verschiebt. Deswegen hat er die hintere Aufhängung um zwei Zentimeter versetzt – und auf einen Schlag fühlte sich die Maschine so unheimlich viel besser an.“


Paul Cooper mit seinem Lehnsherrn Stefan Svensson (r.), dessen Motorrad der Engländer als Leihgabe fährt. Foto: Christian Platzer
Paul Cooper mit seinem Lehnsherrn Stefan Svensson (r.), dessen Motorrad der Engländer als Leihgabe fährt. Foto: Christian Platzer

Mit der veränderten Geometrie fuhr Cooper erstmals nicht mehr nur hinterher, sondern konnte so sehr attackieren, dass er bei den Startbandtrainings in die Gruppe der Erste Herren raufgestuft wurde. „Wenn er so weiter fährt“, notierte sein Teamchef Christian Platzer, „dann kann er in Heerenveen beim Roloef-Thijs-Pokal richtig überraschen.“


Walter Schnitzbauer lässt das Motorrad von Paul Cooper warmlaufen. Video: Christian Platzer

Cooper, der während der ersten Tage nach eigenem Bekunden noch in Selbstmitleid versunken sei, fasste sichtlich neuen Mut. Er weicht mit Inn-Isar-Racing dem angesagten Schneesturm von Örnsköldsvik nach Östersund aus, um heute weiter zu trainieren. „In Ö’vik wollten sie mit frischem Wasser neues Eis aufbauen; der Schneesturm wird dem hoffentlich keinen Strich durch die Rechnung machen“, sagt kultige Fanliebling. „Denn Freitag ist da wieder ein Rennen. Da bin ich zwar nicht im Feld, aber einige Teamkollegen von Inn-Isar-Racing sehr wohl. Und die werde ich vor Ort unterstützen.“


Besagtes Rennen ist der Auftakt zum Supercupen – also zur Ersten Schwedischen Eisspeedwayliga. Die Veranstaltung beginnt am Freitagabend um 19 Uhr – und wird von Inn-Isar-Racing live gestreamt, ist damit also auch auf der Stream-Abteilung von bahndienst.com in voller Länge live zu sehen.


 
 
 

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