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Dohren abgesagt

vor 2 Tagen
2 Min. Lesezeit

Das Flutlichtrennen im Emsland ist wegen miserabler Wetteraussichten abgesagt. Hinter den Kulissen arbeitet man aber noch an einem Ausweichtermin.


Der Geburtstag fällt ins Wasser. Eigentlich hätte Jenny Apfelbeck beim Flutlichtrennen in Dohren am Samstagabend ihren Ehrentag feiern wollen. Ihr Lebensgefährte Chris Wahle hatte deswegen extra eine Anfrage vom australischen Wunderknaben Beau Bailey abgelehnt, bei dem wieder – wie bei der Night of the Fights in Cloppenburg – in der Box auszuhelfen: Der Abend sollte im Zeichen des Geburtstagskinds stehen.


Doch da wird nix von: Am Freitagabend hat der MSC Dohren das Rennen absagen müssen. Am Nachmittag um 15 Uhr hatte eine Vorstandssitzung stattgefunden. „Wir haben mehr als zweieinhalb oder drei Stunden debattiert“, berichtet Vereinschef Tobias Kroner um kurz nach 18 Uhr schließlich. „Dabei haben wir uns auch mit dem Deutschen Wetterdienst kurzgeschlossen und den gleich mehrmals angerufen, um wirklich verlässliche Aussagen zu bekommen. Und deren Ansage war eindeutig: Wir haben kein freies Fenster in Aussicht, in dem es für ein paar Stunden mal nicht regnen würde – nicht mal für eine Stunde. Und erwartet werden teilweise Regenmengen von 15 bis 20 Liter in der Stunde.“


Ich werde jetzt 24 Stunden Gas geben und gucken, was noch möglich ist. – Tobias Kroner

Zwar ist die Bahn am Freitagabend immer noch unter einer Plane, doch bei solchen Regenmengen ist an ein Rennen kaum zu denken. „Es war eine Risikoabwägung. Wir können das Risiko finanziell als Verein nicht tragen: alle Fahrer da – und dann sagen womöglich einige: ‚Wir fahren nicht, weil das zu gefährlich ist‘ und wir müssten doch noch absagen oder abbrechen. Damit würden wir uns an die Existenzgrenze bringen.“


Durch die frühzeitige Absage seien die Fahrer erst gar nicht aufgebrochen, sodass ein großer Posten im Etat nicht angefasst werden müsse: „Wir haben die wichtigsten Kosten abgewendet – für die Fahrer und die wichtigsten großen Posten.“


Lars Skupień kann sich nun die geplante Reise aus dem Pott über die A31 in den Norden sparen, sondern direkt nach Olching zum Goldenen Band fahren. Foto: Caro Niedermaier
Lars Skupień kann sich nun die geplante Reise aus dem Pott über die A31 in den Norden sparen, sondern direkt nach Olching zum Goldenen Band fahren. Foto: Caro Niedermaier

Ganz aufgeben mag Kroner das Flutlichtspektakel auf dem schnellen Kreisverkehr im Emsland noch nicht: Er kündigt für Samstagmittag die endgültige Entscheidung an, ob es einen Nachholtermin geben werde. „Das hängt maßgeblich davon ab, ob wir ein gutes Fahrerfeld zusammenkriegen. Einige Fahrer haben uns schon direkt abgesagt, als wir sie heute wegen der Absage angerufen haben, weil für sie die Saison dann vorbei ist, sie in Urlaub gehen oder die Maschinen winterfest machen wollen. Andererseits hatten wir aber auch einige Anfragen von außerhalb.“


Sollten sich genügend homogene, starke Fahrer finden und die freiwilligen Helfer aus dem Klub wieder mobilisieren lassen, solle die Neuauflage rasch steigen: „Wenn, dann nächsten Freitag – denn Samstag ist der Ostseepokal in Stralsund, und wir wollen natürlich nicht mit einem anderen deutschen Verein in Konkurrenz treten.“


Die Entscheidung darüber solle bis Samstagmittag fallen, versichert Kroner: „Ich werde jetzt 24 Stunden Gas geben und gucken, was noch möglich ist.“

 
 
 

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