Doppelturbo für Madsen
- Norbert Ockenga
- vor 1 Tag
- 2 Min. Lesezeit
Leon Madsen kann zwei Vorteile in Grünberg für den perfekten EM-Auftakt nutzen: einen mentalen und einen handfesten.
Leon Madsen nimmt den Schwung perfekt mit: Zunächst verlängerte der Däne seinen Vertrag bei seinem Klub, wenige Stunden später gewann er den Auftakt der Speedway-Europameisterschaft. Im Finale setzte er sich unter anderem gegen Titelverteidiger Patryk Dudek durch.
Die diesjährige EM gilt als die fahrerisch am stärksten besetzte Ausgabe der Meisterschaft seit ihrer Einführung. In Grünberg reüssierten zu Beginn vor allem drei Fahrer, darunter Titelverteidiger Patryk Dudek. Nach den ersten beiden Durchgängen gehörte er gemeinsam mit dem fehlerfreien Michael Jepsen Jensen und Kai Huckenbeck zur Spitzengruppe.
Im weiteren Verlauf entwickelte sich ein Zweikampf zwischen den erfahrenen Dänen. Michael Jepsen Jensen präsentierte sich von Beginn an konstant und nahezu fehlerlos, während Leon Madsen nach seinem zweiten Einsatz immer mehr in Schwung kam.
Rückenwind erhielt der ehemalige Europameister zusätzlich durch die Vertragsverlängerung mit seinem Club aus Grünberg, die ebenfalls am Renntag bekannt gegeben wurde. Was eine ziemliche Überraschung darstellte, denn nach lange Zeit enttäuschenden Leistungen und einem handfesten Krach mit Vereinstrainer Grezegorz Walasek standen die Zeichen lange Zeit eher auf Trennung.
Beim EM-Lauf in Grünberg nutzte Madsen Vertragsverlängerung und Ortskenntnis samt Heimvorteil als Turbo zum Tagessieg beim EM-Auftakt.
Dudek hielt den Anschluss und unterstrich seine Ambitionen mit einer starken Vorstellung gegen Madsen, Przemysław Pawlicki und Maciej Janowski. Janowski hingegen tat sich vor allem bei den Starts schwer und blieb hinter den Erwartungen zurück.

Vor den letzten Vorläufen war das Rennen um die direkten Finalplätze völlig offen. Dudek beeindruckte mit einem spektakulären Überholmanöver in vierten Block. Jepsen Jensen sicherte sich dennoch als Erster das direkte Finalticket.
Hinter den Spitzenfahrern kämpften unter anderem die Brüder Piotr und Przemysław Pawlicki sowie Kacper Woryna um den Einzug in den Hoffnungslauf.
Im Hoffnungslauf ließ Leon Madsen keine Zweifel an seiner starken Form aufkommen und qualifizierte sich souverän für das Finale. Mikkel Michelsen sicherte sich das zweite Finalticket, während Huckenbeck trotz einer soliden Punkteausbeute den Einzug in den Endlauf verpasste: Der Emsländer verpokerte sich bei der Startplatzwahl und schied chancenlos aus.
Dabei hatte Huckenbeck in einigen Vorläufen noch richtig starke Leistungen zeigen können – nicht nur vom Start weg, sondern auch mit Kampfkraft und Überholmanövern. Zwar hatte er ein Mal Glück, dass ein Heat abgebrochen wurde, als er einen schlechten Start nicht mehr wettzumachen können schien, doch generell biss sich der 32-Jährige bis zum verkorksten Hoffnungslauf in der Spitzengruppe fest.
Das Finale entwickelte sich zu einem dänisch-polnischen Duell. Dudek erwischte zwar einen guten Start, doch Michelsen und vor allem Madsen übernahmen schnell die Kontrolle. In der zweiten Runde setzte sich Madsen an die Spitze, ließ sich die Führung nicht mehr nehmen und fuhr souverän zum Sieg.
Mit seinem Triumph übernimmt Madsen gemeinsam mit Dudek die Spitze der Gesamtwertung. Beide sammelten in Grünberg jeweils 14 Meisterschaftspunkte und verschafften sich damit eine hervorragende Ausgangsposition für die verbleibenden drei Läufe der Europameisterschaft – darunter das nächste Rennen in Güstrow am 5. September.



Kommentare