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Ein Bayern-Krimi

Celina Liebmann berichtet in ihrer neuen Kolumne, wie der vorletzte Lauf zur Zweiten Liga in Olching gelaufen ist und was das nun fürs Finale dahoam am 25. September in Landshut bedeutet.


Es ist die berühmte Sache mit dem „Wenn“ und „Aber“. Wenn einer Mannschaft am Ende drei Punkte auf den Tagessieg fehlen – dann hätte das Rennen an gleich mehreren Stellen eine andere Wendung nehmen können.


So ist es uns am Sonntag beim vorletzten Durchgang der Zweiten Bundesliga in Olching ergangen. Dort ist Lars Skupień im ersten Lauf gestürzt und später ein Mal ausgefallen. Ich hatte in meinen drei Läufen ausgerechnet gegen Martin Smolinski und Patrick Hyjek immer schlechtere Starts als in meinen anderen Heats. Und unser Junior Dominic Hamminga ist im letzten Juniorrennen das einzige Mal an diesem Nachmittag hinter André Damian, dem Junior vom MSC Olching, geblieben.


Wenn von diesen sechs Einzelereignissen auch nur zwei anders gelaufen wären – dann hätten wir am Sonntag in Olching einen Auswärtssieg gelandet. Und dann wäre die Ausgangslage vor unserem Heimrennen, dem Finale dahoam in Landshut am 25. September, für uns noch Mal besser gewesen.


Aber auch so ist in Landshut noch alles drin. Drei Mannschaften können noch den Titel holen: Tabellenführer Güstrow, der am Sonntag in Olching spielfrei hatte, Olching und wir. Die Heimmannschaft rund um Klubchef und Kapitän Martin Smolinski hat dabei am Sonntag sehr stark ausgesehen und auch verdient gewonnen. Und der ganze Verein hat eine Menge geleistet, um das Rennen über die Bühne zu bringen.


Denn am Samstag, dem Tag davor also, musste die Veranstaltung des Bayern-Cup noch wegen Regens abgebrochen werden, bevor eine Wertung zustande kommen konnte.


Ich bin Mittwoch und Donnerstag zuvor noch in Schweden gefahren. Mittwoch hatten wir ein Nachholheimrennen, Donnerstag traten wir plangemäß auswärts in Mariestad an. Für mich sind beide Rennen recht gut verlaufen. Vor allem am Mittwoch: Beim Heimrennen schrieb ich sieben Punkte. Wir haben gegen den Tabellenführer erwartungsgemäß verloren, zumal wir auch mit einer gerupften Mannschaft antreten mussten: Rune Thorst und Noel Walhquist sind verletzt, da mussten wir mit Rider Replacement arbeiten und entsprechend auffüllen. Und wir hatten eh’ schon einen Reservefahrer auf Position 3, sind also geschwächt ins Rennen gegangen. Da stand gegen den Tabellenführer realistisch betrachtet nicht viel zu erwarten.


Am Donnerstag waren Papa und ich uns bei der Abstimmung des Motorrades sehr uneinig, was in dieser Form sonst selten vorkommt. Papa hat zum letzten Lauf einfach das gemacht, was er schon immer gedacht hat – und ich habe da noch einen Zweier gemacht. Also: Papa hat recht gehabt.


Gegen Martin Smolinski und Patrick Hyjek hätten wir uns keine Blöße geben dürfen. – Celina Liebmann

Vorher war ich ein Mal Zweiter und ein Mal Dritter, hatte dann jeweils Bombenaufsteiger, sodass die anderen Fahrer mir durchgeschlüpft sind. Die Bahn war löchrig und rillig. Da ging’s richtig zur Sache. Deswegen wollte Papa die Übersetzung langsamer machen, also das Ritzel hinten größer. Ich fürchtete, dass das Motorrad dadurch noch aggressiver wird, denn ich bin ja eh schon immer eingehakt. Papa hat’s dann am Ende einfach gemacht, ohne es mir zu sagen – und ich habe sofort gespürt, dass es die richtige Entscheidung war.


Am Sonnabend stand der Bayern-Cup für Olching in Olching an. Da habe ich meine beiden ersten Rennen gewonnen. Dann kam’s zum Rain-off – zwei Läufe bevor wir’s werten konnten.


Deswegen haben die Olchinger überlegt, ob sie für Sonntag absagen müssen. Doch stattdessen haben sie den Zeitplan nach hinten verlegt. Am Sonntagmorgen gab es noch einen kurzen Schauer, als wir ausgeladen haben. Da stand die Bahn wieder unter Wasser. Aber danach bleibt nur zu sagen: Ich habe selten eine so gute Bahn gehabt in Olching wie Samstag und Sonntag. Sie war innen hart und hatte außen nicht nur Griff – sondern richtig Griff.


Celina Liebmann hält Mika Frehse und Dustin Schulz hinter sich. Foto: Speedwayteam Celina Liebmann
Celina Liebmann hält Mika Frehse und Dustin Schulz hinter sich. Foto: Speedwayteam Celina Liebmann

Die Griffkante war allerdings sehr aggressiv. Da ist Lars Skupień in der ersten Kurve etwa in der Kurvenmitte reingeraten, hat prompt einen Aufsteiger gekriegt und die Maschine weggeschmissen. Im Wiederholungslauf ohne unseren disqualifizierten Nummer 1-Fahrer ist dann auch Julian Kuny von den Teterower Hechten gestürzt, was noch eine längere Reparaturpause an der Bande nach sich zog.


Papa hat Lars Skupień in der Pause geholfen, sein Schutzblech zu reparieren. Danach konnte er auch noch einen Lauf mit der Nummer 1-Maschine fahren und dort hinter Martin Smolinski Zweiter werden – ist im nächsten dann aber ausgefallen und danach auf sein zweites Bike umgestiegen.


Martin Smolinksi und Patrick Hyjek sind für Olching auf den Positionen 1 und 2 jeweils ungeschlagen geblieben. Beide waren sehr schnell. Nur Lars und ich konnten da überhaupt mithalten. Die beiden waren aber auch immer vom Start vorn und sind dann gleich konsequent im Griff gefahren. Die kennen ihre Heimbahn natürlich auch sehr gut. Ich hatte gegen die zwei immer einen schlechten Start. Da war dann auch Mika Frehse mit in den Heats dabei. Den musste ich jeweils überholen – und das macht man auch nicht eben so. In einem Lauf habe ich es zwei Mal innen versucht, da konnte er mich jeweils blocken – und als ich dann nach außen ging, ging es wie auf Schienen vorwärts und am Teterower vorbei.


Aber gerade gegen Martin Smolinski und Patrick Hyjek durfte man sich an diesem Nachmittag auf deren Heimbahn keine Blöße geben. Dass Lars und mir das bei den Starts passiert ist, haben die beiden gnadenlos ausgenutzt.


Dominic Haminga hat als Junior 13 Punkte gemacht. Der Niederländer ist halt eine Maschine. Im ersten Lauf war er erst Dritter und ist dann auf 1 vorgefahren – sensationell. Ich habe den letztes Jahr in Wolfslake zum ersten Mal bewusst wahrgenommen. Da war er sogar in einigen Läufen vor Levi Böhme. Da war mir klar: „Der wird einer.“


Jonny Wynant hat auf der B-Position Ben Iken vertreten, der immer noch auf seine MRT-Diagnose von den maladen Knien warten. Jonny hat solide 10 Punkte gefahren, da sind wir auch höchst zufrieden mit.


Dass wir auswärts nicht gewonnen haben, war Pech. Wäre der Ausfall nicht gewesen, dann hätten wir’s geschafft. So kommt Güstrow beim Finale dahoam am 25. September in Landshut mit einem Matchpunkt Vorsprung als Tabellenführer an die Ellermühle. Olching und wir von den Inn-Isar-Devils liegen punktgleich dahinter. Allerdings hat Olching die bessere Laufpunktzahl, deswegen sind wir Dritter. Cloppenburg wird in Landshut auch dabei sein, hat aber rein rechnerisch nur noch Chancen auf Rang 2. Den Titel machen Güstrow, Olching und wir unter uns aus.

 
 
 

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