„Es wäre ein Wunder“
- Norbert Ockenga
- 2. Apr.
- 2 Min. Lesezeit
Martin Haarahiltunen steht trotz kaum verheilter OP-Narben im Aufgebot der Schweden. Aber kann er auch wirklich fahren? Was hat es mit der Nominierung auf sich?
Peter Jansson braucht Geduld. Und bittet um ebensolche. „Wir wollen am Mittwoch endgültig entscheiden, wie wir antreten“, kündigt der Teammanager der schwedischen Nationalmannschaft an. Dabei hat der Tausendsassafunktionär seine Nennung für die Team-WM in Heerenveen am Sonntag nach Ostern schon eingereicht – mit Martin Haarahiltunen. „Wenn der wirklich fahren könnte, wäre das ein Wunder“, gesteht Jansson. „Aber natürlich hoffe ich auf genau dieses Wunder.“
Haarahiltunen ist am Mittwoch in der Universitätsklinik von Umeå an seinem gebrochenen linken Schienbeinkopf operiert worden. „Das war eine recht komplizierte OP, und in Umeå gibt es dafür die besten Spezialisten“, so Jansson. „Man hat den Bruch mit Schrauben fixiert. Martin ist dann am Freitag nach Hause gekommen und unterzieht sich dort jetzt einer Reha. Zwei Mal pro Tag hat er auch eine Lasertherapie; normaler Weise dauert der Heilungsprozess nach solch’ einer OP sehr lange. Aber dank der Lasertherapie hoffen wir auf eine schnelle Genesung.“
Irgendwann wird er 50. Und es wäre doch gut, wenn er dann noch vernünftig laufen könnte. – Peter Jansson
Wie schon bei der gebrochenen neunten Rippe beim vorletzten Supercuplauf im Februar diesen Winters.
Jansson möchte dem Weltmeister nicht zu einer übereilten Rückkehr raten. „Er wird sowieso nach Holland kommen. Aber irgendwann wird auch er 50 Jahre alt werden – und es wäre doch gut, wenn er dann immer noch vernünftig laufen könnte.“

Dennoch weiß der füllige Schwede, wie wertvoll der kleine, aber schnelle Ingenieur aus der Rüstungsindustrie für seine Nationalmannschaft ist. „Martin ist der beste Eisspeedwayfahrer der Welt. Wenn er wirklich fahren kann, dann haben wir wohl das beste Team des ganzen Feldes und eine reelle Chance auf Gold. Wenn er nicht fahren kann, haben die Finnen die besten Chancen. Also wollen wir auf jeden Fall versuchen, Martin in die Mannschaft zu bekommen, wenn’s irgendwie geht.“
Ansonsten stünde Filip Jäger parat. Der arbeitet im selben Rüstungsbetrieb wie Haarahiltunen, einer Firma mit 2.500 Angestellten und damit dem größten Arbeitgeber in der Heimatstadt Örnsköldsvik – fährt aber erst in seinem dritten internationalen Jahr. „Theoretisch könnte ich noch am Sonntagmorgen wechseln – wenn sich etwa am Sonnabend beim Einzel-WM-Finale jemand verletzt“, schildert Jansson. „Aber wir wollten Filip Jäger gegenüber fair sein und ihm die Zeit geben, sich rundum vorzubereiten. Darum möchten wir uns Mitte der Woche entscheiden.“



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