Zähes Geschäft
- Norbert Ockenga
- 13. Feb.
- 3 Min. Lesezeit
Warum herrscht um die Zukunft des britischen Ligameisters Ipswich immer noch beunruhigend gespenstische Ruhe?
Aus Wochen werden Monate. Chris Louis äußert sich weiterhin nur vage zur Zukunft des britischen Ligameisters, den Ipswich Witches – und wirbt gleichzeitig um Verständnis für die Hinhaltetaktik.
Am 21. November hatte der einstige U21-Juniorenweltmeister den Verkauf des Teams angekündigt, weil er mit der Entwicklung der britischen Ligalandschaft nicht zufrieden war: zu wenig Vereine in der Ersten Liga, keine Fusion mit der Zweiten, weil deren Vereinsvertreter ihre traditionellen Rennabende nicht zugunsten von einheitlichen Fahrtagen an Mon- und Donnerstagen dreingeben wollten.
Am 24. Januar antwortete Louis direkt auf eine WhatsApp-Anfrage: „Ich muss zuerst alles auf die Reihe bringen. Aber wenn ich das geschafft habe, können wir uns sehr gern unterhalten.“ Wann das in etwa sein könne? „Das kann ich im Moment auch noch nicht sagen, altes Haus.“
Also lässt man ihn natürlich erstmal in Ruhe und behelligt ihn erst dann wieder mit neuen Rückfragen, wenn sich die Vorzeichen ändern. Am 9. Januar lässt Louis über den Pressesprecher seines Vereins wissen, ein Verkauf sei grundsätzlich vereinbart, der Name des Käufers sei noch nicht bekanntzugeben, da noch nicht alles in Sack und Tüten sei. Doch sei der Klub bei den neuen Besitzern in besten Händen.
Das kann ich im Moment noch nicht sagen, altes Haus. – Chris Louis
Danach fügte sich bei allen Vereinen, die als Gegner von Ipswich in der Premiership antreten werden, nach und nach das Puzzle der Fahrerkader zusammen: Norick Blödorn bleibt etwa ebenso in Manchester wie Dan Bewley und Brady Kurtz, Max Fricke wechselt überraschend von Leicester nach King’s Lynn, Chris Harris bleibt Doppelstarter in beiden Ligen, Erik Riss geht mit Oxford aus der Ersten in die Zweite Liga und bleibt ohne Premiershipplatz.

Bei Ipswich ist nur klar: Emil Saijfutdinow und Jason Doyle, die bisherigen Speerspitzen, wandern ab; Doyle sogar, obwohl er neben der australischen auch die englische Staatsbürgerschaft besitzt und seine kleine Tochter in England zur Schule gehen soll. Neue Fahrer bei den Witches aus Suffolk? Fehlanzeige.
Zumindest in der öffentlichen Wahrnehmung.
Louis lässt sich am 9. Januar mit den Worten zitieren, es könne sich nur noch um wenige Wochen handeln, ehe alle Katzen aus dem Sack gelassen werden können.
Dann kehrte wieder das große Schweigen ein.
Am 11. Februar kommt das nächste Update, wieder mit einem Zitat von Chris Louis über die Pressestelle des Vereins. „Ich möchte mich zunächst dafür entschuldigen, dass diese Aktualisierung einen Tag später kommt als versprochen. Ich bin jetzt imstande, ein paar mehr Einzelheiten über die Lage des Vereins und den Stand der Vorbereitung für die nächste Saison zu verraten“, wird Louis nun zitiert. „Es war eine schwere Zeit für die Fans aller Vereine, weil wir immer noch auf die genaue Form und den Kalender der Premiership 2026 warten. Der Verkauf unseres Vereins ist zwischendrin kurz zum Erliegen gekommen, weil die Erneuerung des Pachtvertrags unseres Stadions mit den Besitzern ‚Spedeworth‘ länger als erwartet gedauert hat – nun aber unterschrieben ist. Das heißt, auch der Verkauf des Vereins kann nun perfekt gemacht werden, das steht für die nächsten paar Wochen zu erwarten. Das Team, das hinter der Übernahme steht, hat aber permanent daran gearbeitet, dass die Witches Anfang April einsatzbereit und rennreif sind. Ich habe eng mit ihnen zusammengearbeitet, um sie den Vereinsssponsoren, -partnern, -offiziellen und -helfern vorzustellen. Sie stehen nun unmittelbar davor, den Kader für 2026 zusammengestellt zu haben; fünf Teammitglieder stehen schon fest, die letzten beiden auch bereits so gut wie. Ich verstehe, dass die Lage für alle nervig und enttäuschend ist. Aber ich wollte alle wissen lassen, dass die Vorbereitungen hinter den Kulissen schon weit fortgeschritten sind und dass es auch in der kommenden Saison beste Unterhaltungen und Sport vom Feinsten geben wird. Vielen Dank für Euer aller Geduld.“



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