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Zeitreise mit Kampfansage

Warum die Langbahn-DM in Mühldorf für Martin Smolinski eine ganz besondere Veranstaltung ist und was er sich für Sonntag vorgenommen hat.


Für Martin Smolinski ist das bevorstehende Finale der Deutschen Langbahnmeisterschaft in Mühldorf, das am Sonntag stattfindet, eine Art doppelter Zeitreise. Nicht nur, weil der Klubchef des MSC Olching auf der geschichtsträchtigen Bahn am Inn zwei Mal Weltmeister geworden ist. Sondern vor allem, weil ein alter Bekannter inzwischen Erster Vorsitzender des MSC Mühldorf ist: Peter Jäckel.


Smolinski und Jäckel kennen einander aus einer Zeit, zu der auch Jäckel noch selbst gefahren ist. „Er war damals bei uns in Olching in der Jugendgruppe“, blättert Smolinski in seinen Erinnerungen. „Und später war er dann einer meiner Mechaniker. Er war bei meinen WM-Titeln eine tragende Säule in meinem Team.“


Meine Nerven fangen nach Belastungen immer an zu meckern. – Martin Smolinski

Um so genauer beobachtet Smolinski nun, wie Jäckel mit seiner neuen Vorstandschaft den MSC Mühldorf fit für die Zukunft macht – in Sachen Langbahn, aber auch mit dem geplanten Bau einer neuen Speedwaybahn im Innenfeld der ein Kilometer langen Piste in der bayerischen Kleinstadt.


Für Sonntag gibt Smolinski eine klare Marschroute aus. „Mein Ziel lautet, den Titel zu gewinnen“, avisiert er. Dabei rückt er mit je einem Motor aus eigener Schmiede und einem von Tuner Manfred Knappe aus – genau wie auch im vergangenen Jahr in der WM und bei den deutschen Rennen, an denen er teilgenommen hat. „Ich bin auch in Herxheim schon beide Motoren gefahren“, verrät er. „Beide sind reinrassige 1.000-Metermotoren. Sie haben beide ähnliche Nockenwellen und Zylinderköpfe, nur beim Zusammenbau tragen sie leicht unterschiedliche Handschriften.“


Martin Smolinski wurde in Mühldorf zwei Mal Weltmeister, nun will er am Sonntag den nationalen Tiitel folgen lassen. Foto: FIM
Martin Smolinski wurde in Mühldorf zwei Mal Weltmeister, nun will er am Sonntag den nationalen Tiitel folgen lassen. Foto: FIM

Aufgrund seiner Mehrfachbelastung als Tuner, Fahrer und Vereinschef, aber auch wegen der Spätfolgen seiner Hüftvlerletzung hat „Smoli“ in diesem Jahr bereits einige Speedwayrennen abgesagt, fühlt sich aber fürs sonntägliche wichtigste nationale Langbahnrennen Deutschlands dennoch fit. „Beim Fahren merke ich nichts“, beteuert er. „Ich habe allerdings ein paar sportliche Defizite. Ich trainiere nicht so viel wie früher. Ich habe schlicht keine Zeit mehr, jeden Tag drei Stunden zu trainieren – wie es früher lange Jahre fester Bestandteil meines Tagesplanes war. Mein Fitnesslevel ist immer noch hoch. Aber ich merke, dass meine angeschlagenen Nerven die Belastungen nicht mehr so gut kompensieren können. Das kommt aber immer erst am Tag nach den Rennen. Dann ist die Regeneration sehr zähflüssig, weil die Nerven länger brauchen, sich wieder zu erholen. Die Nerven fangen nach Belastungen immer wieder an zu meckern.“


Smolinski wird am Samstag noch bei einer Veranstaltung des Bayern-Cup im Stadion des AC Landshut an der Ellermühle als Mechaniker für die Jugendabteilung seines MSC Olching mithelfen, ehe er fürs Rennen in das knapp eine Stunde entfernte Mühldorf reisen wird.


Und nicht nur im MSC Mühldorf sei ein Mitglied seines Teams inzwischen in verantwortlungsvoller Position tätig, verweist Smolinski: „Einer meiner ehemaligen Mechaniker, Hermann Bacher, ist inzwischen einer der Mechaniker von Norick Blödorn.“

 
 
 

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