top of page

„Als Scheeßeler Kind…“

In seinem neuen Blog beschreibt Keijo Busch, wie er zur Wildcard für den Langbahn-Grand Prix in Scheeßel gekommen ist – und was das für ihn wirklich bedeutet.


Da waren wohl einige überrascht gestern. Das jedenfalls entnehme ich den Reaktionen darauf, dass ich die Wildcard für den Auftakt der Langbahn-WM in Scheeßel am 23. August bekommen habe – und nicht etwa Stephan Katt, den die meisten für diesen vierten deutschen Startplatz auf der Rechnung gehabt haben.


Stephan Katt ist mein Schwager. Wir tauschen uns also ständig aus, schon seit in mir die Idee reifte, dieses Jahr wieder mit Lang- und Grasbahnrennen anzufangen. Und wir beide sind auch gemeinsam zur Langbahn-DM nach Mühldorf Anfang Juli gefahren. Das ist von Schleswig-Holstein aus bummelig ein ganzer Tag im Transporter. Auf dem Weg runter nach Bayern hatten wir viel Zeit zum Reden.


Stephan Katt als nationalen Gaststarter zu nominieren, war auch in der Tat die erste Idee vom Vorstand des MSC Eichenring Scheeßel.


Aber Stephan hat auf dem Weg nach Mühldorf schon zu mir gesagt, dass er sich überlegt hätte, nicht zu fahren. Denn wenn man eigentlich das ganze Jahr über nur bei nationalen Veranstaltungen fährt, muss man für solch’ einen internationalen Einsatz ordentlich in seine Infrastruktur investieren. Das sehen die Regeln der FIM vor. Man muss sich dafür etwa einen extra Helm kaufen, der ein ganz bestimmtes FIM-Zertifikat als Zulassung für WM-Rennen haben muss. Und man muss auch eine internationale Tageslizenz lösen – sofern man nicht ohnehin mit einer internationalen Jahreslizenz fährt. Doch so ein permanentes internationales Kapitänspatent ergibt nur Sinn, wenn man es auch wirklich nutzt, sonst ist es zu teuer. Und ein Tagesschein für einen WM-Gaststart ist auch nicht gerade billig.


Das ist für mich jetzt ein kleines Highlight. – Keijo Busch

Also hat Stephan im Transporter irgendwo in Hessen zu mir gesagt, er hätte inzwischen lange genug international gefahren und würde die Wildcard gern jemand anders überlassen.


Da haben mir natürlich die Ohren geklingelt.


Ich habe sofort Johannes Intemann, den Zweiten Vorsitzenden vom MSC Eichenring, angerufen. Wir haben einen Plan ausgearbeitet. Ich habe ihm gesagt, dass ich das gern machen würde. Die Scheeßeler haben mich daraufhin beim Expertenkreis Langbahn des Deutschen Motorsportbundes als Wildcardfahrer vorgeschlagen – und gestern kam die erfreuliche Nachricht, nach ein paar Mal Nachhaken, dass es so geworden ist: dass ich die Wildcard bekommen habe und Timo Wachs als Reserve eingeteilt ist.


Für Kolumnist Keijo Busch geht nun die Vorbereitungsarbeit auf Scheeßel los. Foto: Heike Kleene
Für Kolumnist Keijo Busch geht nun die Vorbereitungsarbeit auf Scheeßel los. Foto: Heike Kleene

Damit ging natürlich sofort die Vorbereitung los. Denn nun muss ich all’ das auf Schiene bringen, was sonst Stephan Katt zu tun gehabt hätte. Jetzt muss ich mich um diese spezielle Lizenz kümmern, was ich gestern gleich gemacht habe. Einen Helm habe ich auch schon bestellt, denn da sind die Lieferzeiten aktuell ziemlich lang, sodass ich hoffen muss, dass der noch rechtzeitig kommt. Nun gilt es, die Motorräder fertig machen, die Startnummer zur kleben – all’ der Kleinkram, der bei der Vorbereitung auf ein Rennen so anfällt.


Natürlich ist das viel Arbeit. Aber: Wir sind ziemlich froh, dass wir das hinbekommen haben. Als Scheeßeler Kind, geboren quasi in Scheeßel, ist es für mich eine ganz besonders tolle Sache, am 23. August auf dem Eichenring im Grand Prix-Feld mitfahren zu können. Das ist für mich jetzt ein kleines Highlight meines Comebackjahres – und verpasst mir auch einen ordentlichen Schub Zusatzmotivation.


Viel mehr gibt es noch nicht zu schreiben – denn viel mehr weiß ich bis jetzt auch selbst noch nicht. Aber ich meld’ mich hier sicher vorm Grand Prix-Wochenende noch Mal. Allein schon, weil ich schon jetzt mehr als nur ein bisschen aufgeregt bin – und diese Vorfreude auch mit Euch teilen möchte.

 
 
 

Kommentare

Mit 0 von 5 Sternen bewertet.
Noch keine Ratings

Rating hinzufügen
bottom of page