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Appleton beim Czech-In

Die Offene Tschechische Langbahnmeisterschaft in Marienbad war eigentlich ein Rennen voller deutscher Kurgäste, die von einem Engländer geschlagen wurden.


Die Tschechische Republik gehört immer noch zu jenen Ländern, die ihren Titel auf der Langbahn in einem klassischen Eintagesfinale vergeben. Als Veranstaltungsort dient dazu die altehrwürdige 1.000-Metersandbahn in Marienbad im Dreibädereck.


Die ganze Anlage im böhmischen Nobelkurort hat zwar etwas an Glanz verloren, und der Putz bröckelt an einigen Ecken und Kanten – aber ihren Reiz und ihren Ruf als eine der schönsten in der ganzen Welt, den hat sie immer noch. Wer denkt nicht noch an die einzigartigen Weltfinals, als beispielsweise 1979 Alois Wiesböck seinen einzigen WM-Titel feiern konnte, oder 1991, als Gerd Riss seinen ersten von insgesamt acht Einzelweltmeisterschaftserfolgen einfahren konnte?


In diesem Jahr war es der Engländer Andrew Appleton, der sich mit einer feinen fahrerischen Leistung die Offene Tschechische Meisterschaft sicherte. Damit wiederholte der erfahrene Brite seinen Titel vom Vorjahr an gleicher Stelle. Appleton hatte nur einen Laufsieg an Daniel Spiller abgeben müssen und am Ende 29 Punkte auf der Habenseite.


Andrew Appleton drückt dem Rennen in Marienbad seinen Stempel auf. Foto: Caro Hunger
Andrew Appleton drückt dem Rennen in Marienbad seinen Stempel auf. Foto: Caro Hunger

Ebenso Vizemeister wie im vergangenen Jahr wurde Daniel Spiller, der sich fit für die Saison zeigte und sich genesen von seinem Sturz auf der Bad Hersfelder Bahn in der letzten Saison vorstellte. Der Teammanager der deutschen Langbahnnationalmannschaft, Jörg Tebbe, folgte den beiden mit aufs Siegerpodest und konnte so nach längerer Durststrecke endlich mal wieder einen Pokal ins heimatliche Dohren mitnehmen.


Aber wer Tebbe kennt, der weiß, wie gerne er die langen 1.000 Meterkanten hat und auf ihnen fast immer gute Leistungen zeigt.


Der undankbare vierte Platz ging an Jörgs Sohn Louis Tebbe. Tebbe junior hatte dabei sogar mit Laufsiegen über seinen Vater und Daniel Spiller brilliert und zeigte, dass er auf solchen Bahnen voll mit den guten A-Lizenzlern mithalten kann.


Schön auch zu sehen ist, dass Tebbe jr. keine Nachwehen mehr von seinem schweren letztjährigen Sturz auf der Osnabrücker Grasbahn hat und ihn auch mental gut wegstecken kann.


Auf Platz 5 kam in Dominik Werkstetter ebenfalls ein Sturzopfer aus dem Jahr 2025. Im Verlaufe des Rennens kam auch er immer besser in Fahrt. Sechster wurde Keijo Busch. Busch war trotz seines Ausfalles im Finallauf und eines Sturzes in der Auslaufrunde seines Halbfinales voll zufrieden mit dem Rennen in Marienbad. In Gesprächen im Fahrerlager huschte ihm immer wieder ein Lächeln übers Gesicht, und er war voll der Freude darüber, Mal wieder die langen Geraden lang zu orgeln.


Die einheimischen drei tschechischen Repräsentanten waren Patrik Linhart, Jan Hlacina und Lukas Hromadka. Ihr bester war mit einer soliden Leistung Patrik Linhart auf Rang 8. Jan Hlacina und Lukas Hromadka belegten die Endränge 11 beziehungsweise 16.

 
 
 

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