Bangen um Simon Mayer
- Norbert Ockenga
- 11. Apr.
- 2 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 11. Apr.
Ein Horrorcrash in der Zwischenrunde des Thijs-Pokals lässt Schlimmes befürchten.
Für einen bangen Moment greift das Entsetzen alle Geräusche aus der Luft. In Lauf 9, in der K.O.-Phase des verworrenen Rennformats, krachen Amber Kramer und Simon Mayer eingangs Start/Ziel in einem haarsträubenden Unfall zusammen. Beide bleiben zunächst reglos auf der Bahn liegen, Mayer wird mit großen Schmerzen in beiden Knien zum Rennarzt verfrachtet.
Kramer hat zuvor in ihrem ersten Lauf hinter Emil Lingvall und vor Bernhard Sanftl den zweiten Rang belegt und bei ihrem Einstand auf internationalem Eis mit sauberer Linienwahl schwer beeindruckt. Mayer hat vor Heerenveen sein Motorrad „ein Mal komplett nach links gedreht: Wir haben den Lenker nach vorn versetzt und die Gabel weiter ausgestellt, sodass wir das Motorrad erstmals so hingestellt haben, wie’s für mich passt.“

Sein intern ausgegebenes Ziel lautet: vier Rennen fahren. Da er in seinem zweiten Lauf hinter Niek Schaaf Zweiter wird, kommt er dieser Marschroute ziemlich nahe: Seine Gegner in Lauf 9 sind Bernhard Sanftl, Amber Kramer und Ramon Huizinga. Die Vorstellungen aus den ersten Vorläufen legen die Hochrechnung nahe: Die beiden Bayern können in Heat 9 die beiden Niederländer aus dem Wettbewerb kegeln.
Sanftl setzt sich vom Start weg in Front. Dahinter ringt Kramer zunächst Remon Huizinga nieder, folgt dann knapp hinter Sanftl. Der hat in der Zieleingangskurve einen leichten Hakler im Eis, nimmt Gas weg – und die 21-Jährige kann in einer Rille in der letzten Kurve nicht mehr reagieren. Sie fädelt am Kotflügel von Sanftl ein; nur um Haaresbreite räumt sie ihn nicht rittlings ab, taumelt aber in die Pressholzspanballen. Von dort wird ihr führerloses Motorrad wieder auf die Bahn zurück katapultiert – und schießt genau aufs rechte Knie von Mayer. Der überschlägt sich nach dem torpedomäßigen Einschlag im hohen Bogen von seiner Maschine und kommt im Innenraum zu liegen.

Die erste Diagnose der Rennärzte lautet: Verdacht auf Kniegelenksbruch. Das Team muss Mayer selbst ins Krankenhaus fahren. Von dort ist er abends gegen 23:00 Uhr wieder im Fahrerlager. „Gebrochen ist nix“ berichtet er und zeigt dabei auf ein mordsmäßig geschwollenes Knie. „Aber alle Weichteile im Knie sind ziemlich beleidigt. Zum Glück ist auch das Kreuzband nicht gerissen, nur gedehnt. Aber ich habe nächste Woche den Auftakt zum Yamaha R7-Cup; die Ärzte haben schon gesagt: ‚auf keinen Fall fahren‘. Mal sehen, wie’s wird.“

Auch für Amber Kramer endet der verheißungsvolle Auftritt mit dem Monstercrash: Zwar hätte sie am Wiederholungslauf teilnehmen dürfen; Niek Meijerink schleppte zunächst ihr verbogenes Motorrad mit ins Fahrerlager und stellte ihr dann leihweise seine Maschine zur Verfügung, rauschte damit schon zum Vorstart.
Aber Kramer hat beim Sturz ihren eigenen Lenker mit Schmackes auf den Brustkorb geschlagen bekommen. Sie bekommt keine Luft mehr – worauf die Rennärzte ihr die weitere Teilnahme untersagen.



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