Cairns als Geheimfavorit?
- Norbert Ockenga
- vor 6 Stunden
- 2 Min. Lesezeit
Am Freitag findet in Schweden der U21-WM-Lauf statt. Kann ein junger Engländer die Favoriten aus Polen und Dänemark piesacken?
Mit gerade einmal 17 Jahren hat sich Will Cairns bereits einen Namen gemacht. Der Engländer fährt für Belle Vue und Poole in Großbritannien sowie für Grünberg in Polen, gilt als eines der größten Talente seines Landes und sammelt schon jetzt Erfahrungen auf höchstem nationalen Niveau.
Am Freitag wartet in der Skrotfrag Arena von Målilla nun die nächste Bewährungsprobe: sein Debüt in der SGP2-Serie, der U21-Weltmeisterschaft.
Bereits 2024 gewann Cairns Bronze in der SGP3-Weltmeisterschaft für die 250-Kubikzentimeterklasse und machte damit erstmals international nachhaltig auf sich aufmerksam. Zwei Jahre später folgt nun der Aufstieg auf die 500er-Maschinen – und in ein Starterfeld, das dichter besetzt ist wie kaum ein anderes im Nachwuchsspeedway.
In Titelverteidiger Wiktor Przyjemski aus Polen, dem dänischen WM-Dritten Mikkel Andersen, dem Tschechen Adam Bednar sowie den aufstrebenden Talenten Maksymilian Pawelczak, Beau Bailey und Sven Cerjak treffen in Målilla Fahrer aus acht Nationen aufeinander. Gastgeber Schweden setzt seine Hoffnungen auf den früheren SGP3-Weltmeister Rasmus Karlsson sowie Wildcard-Fahrer Leo Klasson.
Zum ersten Mal fahre ich, ohne dass jemand etwas von mir erwartet. – Will Cairns
Für Cairns ist genau dieses Niveau der eigentliche Reiz. Er weiß selbst noch nicht, wo er im internationalen Vergleich steht. „Ich habe überhaupt keine Vorstellung, ob ich ganz vorne mitfahren kann oder hinterherfahren werde. Genau das macht es spannend.“
Vor allem aber genießt der Brite eine Situation, die er in seiner bisherigen Karriere kaum erlebt hat. Während bei seinen ersten Einsätzen für Belle Vue, Poole oder Grünberg die Erwartungen entsprechend hoch waren, reist er diesmal ohne Druck von außen nach Schweden. „Zum ersten Mal fahre ich zu einer Veranstaltung, bei der niemand etwas von mir erwartet. Ich kann einfach mein Bestes geben und akzeptieren, was am Ende dabei herauskommt. Ohne Druck fahre ich meistens besser.“

Diese mentale Gelassenheit könnte ein entscheidender Faktor werden. Denn an Geschwindigkeit mangelt es Cairns längst nicht mehr. In der britischen Premiership und sogar in Polens Ekstraliga hat er bereits mehrfach bewiesen, dass er etablierte Spitzenfahrer schlagen kann. Was ihm noch fehlt, ist Konstanz. „Ich weiß, dass ich jeden schlagen kann. Aber ich muss mental im richtigen Zustand sein. Die Geschwindigkeit ist da. An meinen Starts muss ich noch arbeiten. Vor allem brauche ich mehr Konstanz. Das ist im Moment der entscheidende Punkt.“
Målilla kennt Cairns bereits aus seiner Zeit auf der 250-Kubikmaschine. Doch aus dieser Erfahrung lässt sich nur wenig ableiten. Zwischen den kleinen Jugendmaschinen und einem modernen 500-Kubikspeedwaymotorrad liegen fahrerisch Welten. „Man kennt zwar die Bahn von früher, aber auf einem völlig anderen Motorrad fühlt sie sich komplett anders an. Man muss praktisch wieder von vorne anfangen.“



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