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Der blanke Hans

Hans Weber ist nach einem Abend voller Ausfälle und Probleme mit seiner Technik überfragt.


Hans Weber steht mit leerem Blick in seiner Box. „So etwas habe ich überhaupt noch nie erlebt“, ärgert sich der Bayer. „Und wir haben auch so recht keine Erklärung dafür.“


Weber erlebt in Heerenveen einen Grand Prix zum Abhaken, obwohl er im Vorfeld meint, die Lehren aus den Problemen vom Saisonauftakt in Inzell gezogen zu haben. „Wir haben rausgefunden, das die Schwinge zu viel Spiel gehabt hat“, blickt er zurück. „Wir haben den Motor von Inzell deswegen in einen ganz neuen Rahmen eingebaut.“


De facto startet „Der Eishans“ in den Niederlanden mit einem komplett neu aufgebauten Motorrad. Im Training agiert er zunächst verhalten, um zu schauen, ob das Heck wieder so auskeilt wie im Chiemgau – fasst aber schon vorm Startbandtraining das Vertrauen in sein Sportgerät und hält in einer Sitzung sogar mit Niclas Svensson mit.


Und das, obwohl seine Maschine beim Einlenken in die Kurven verdächtig scheppert. „Aber das kommt nur vom Kettenschutz.“


Hans Weber leidet in Heerenveen unter mangelnder Leistung und Aussetzern. Foto: FIM
Hans Weber leidet in Heerenveen unter mangelnder Leistung und Aussetzern. Foto: FIM

Doch dann geht in den Rennen das Elend wieder los. Entweder zieht das Motorrad nicht, oder der Motor produziert Aussetzer. So stellt er im ersten Heat die Maschine ab, im zweiten wird er abgehängt – und im Fahrerlager geht die hektische Fehlersuche los. „Wir haben alles Mögliche am Motor und am Vergaser probiert“, blickt er zurück. „Wir haben sogar den Abstellen abgenommen, um zu schauen, ob vielleicht mit dessen Verbindung etwas nicht stimmt.“


Durch die vielen Eingriffe und den jedes Mal aufs Neue wieder exerzierten Versuch draußen, auf dem Vorplatz vorm Fahrerlager, ob der Motor denn nun endlich laufe, versäumt er ein Mal sogar die 90-Sekundenfrist, binnen derer man am Startband erscheinen muss, und fällt noch ein weiteres Mal aus. „Jedes Mal hat der Motor beim Warmlaufen einwandfrei funktioniert“, staunt Weber, „und auf der Bahn ist dann wieder nix gegangen.“


Ein Wechsel auf die Ersatzmaschine sei nicht in Betracht gezogen worden: „Ich wollte unbedingt mit dem Nummer 1-Motorrad fahren.“


So sehr er auch grübelt – er findet auch am Abend nach dem Rennen keine Ursache. So intensiv, wie er seine Motoren warte, sei das eigentlich alles unerklärlich.


Dann schweift sein Blick in die Ferne. „Dann müssen wir uns halt jetzt wieder sammeln und schauen, wie wir nächsten Winter weitermachen können. Denn ein Mal möchte ich eigentlich schon noch um die Weltmeisterschaft mitkämpfen können.“



 
 
 

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