top of page

Ein Rennen mit Symbolkraft

Am Mittwochabend besiegt Oxford mit Erik Riss ein Team aus Coventry in einem Freundschaftsrennen mit 52:38. Hinter der Partie steckt eine besondere Geschichte. Erik Riss schildert in seiner neuen Kolumne in eigenen Worten, wie sein erstes Englandrennen nach der Krankheit verlaufen ist – und warum.


Ich war bis zum Mittwochmorgen nicht sicher, ob ich wirklich fahren sollte. Ich habe dann mit Peter Schroeck telefoniert – dem aus der Nähe von Aschaffenburg stammenden Promoter unserer Oxford Cheetahs. Wir waren beide der Meinung, dass es besser sei, wenn ich fahre: Er hätte keinen Ersatzmann mehr gefunden – und ich wollte vermeiden, dass bei den Fans gleich zu Beginn ein falscher Zungenschlag reinkommt, so nach dem Motto: „Jetzt ist er wieder krank“ oder gar „immer noch nicht gesund“.


Man weiß ja, wie schnell sich solch’ eine Skepsis verbreiten kann. Und nach meiner Vorgeschichte habe ich dafür sogar Verständnis. Deswegen wollte ich auch in England von Anfang an klarstellen: Ich bin wieder da.


Egal ob ich gut drauf bin oder nicht – ich fahre, damit die Fans zufrieden sind. Das war die Maßgabe, mit der ich in das Rennen gegangen bin. Aber es lief dann doch ganz gut: 13 von 15 möglichen Punkten.


Ich hatte noch ein bisschen Probleme am Start. Da muss ich noch was abändern. Aber ich weiß schon, wo die Ursache liegt. Und ohne dieses Problem wären’s wahrscheinlich wirklich noch zwei Punkte mehr gewesen.


Ich freu' mich schon auf Güstrow und Pocking. – Erik Riss

Aber nun – so weit, so gut. Das Rennen war nur so eine Art Testmatch – gegen eine zusammengewürfelte Mannschaft. Die nennt sich „Coventry Select“, denn es ging an dem Mittwochabend auch darum, ein Zeichen zu setzen: Hinter den Kulissen gibt es Bestrebungen, die Coventry Bees wiederzubeleben – einen Traditionsverein aus der Industriestadt in den West Midlands, deren Brandon Stadium 2016 eigentlich zugesperrt und in eine Siedlung umgewandelt werden sollte. Doch nach diversen Einsprüchen steht das alte Stadion immer noch – und das Rugby Borough Council hat bei der zuständigen Verwaltung ein Konzept vorgelegt, es für Speedway- oder Autorennen wieder zu renovieren.


Erik Riss beschreibt, wie sein erstes Rennen in England seit acht Monaten gelaufen ist. Foto: Oxford Speedway
Erik Riss beschreibt, wie sein erstes Rennen in England seit acht Monaten gelaufen ist. Foto: Oxford Speedway

Weil die Antwort der Behörde Hoffnung geschürt hat, dass die Wiederbelebung tatsächlich klappen könnte, sollte mit dem Rennen zwischen Oxford und Coventry – einst Ligarivalen – ein Zeichen gesetzt werden. Deswegen hat sich sogar Hans Nielsen bereiterklärt, als Teammanager für unseren Gegner „Coventry Select“ aufzutreten. Der ist in seiner aktiven Zeit sowohl für die Cheetahs als auch die Bees gefahren.


Das Stadion in Oxford ist ja auch für 15 Jahre nicht nutzbar gewesen, konnte dann aber 2022 wieder eröffnet werden. Deswegen hat das Rennen gegen die an sich zusammengewürfelte Mannschaft „Coventry Select“ eine besondere Symbolkraft; ich weiß, dass das auch für Peter Schroeck sehr wichtig war.


Da ist es auch ein Stück weit Ehrensache, bei solch’ einem Rennen dabei zu sein – auch wenn es noch nicht um Meisterschaftspunkte für die Premiership geht. Nächste Woche wird’s dann gegen Plymouth zum ersten Mal richtig ernst.


Nächste Woche zählt. Aber jetzt am Wochenende kommen erst Mal Güstrow und Pocking. Da freu’ ich mich schon drauf. Und ich hoffe, dass es mir bis dahin wieder besser geht. Am Anfang war’s nur Husten, danach waren auch die Nebenhöhlen noch zu – aber das wird schon wieder.

 
 
 

Kommentare

Mit 0 von 5 Sternen bewertet.
Noch keine Ratings

Rating hinzufügen
bottom of page