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„Einfach ist es nie“

Wie Martin Haarahiltunen seinen klaren Auftaktsieg in Inzell erlebt hat.


Martin Haarahiltunen läuft auffallend langsam. „Ich bin todmüde“, gesteht der Schwede, als er am Samstagabend seine Holztrophäe für den Grand Prix-Sieg von Inzell zurück ins Fahrerlager schleppt.


Müde? Wovon? Haarahiltunen schaut verwundert. Aber schließlich hat seine Triumphtour im Chiemgau doch derart dominant ausgeschaut, dass sie fast schon einfach gewirkt hat.


Damit kann der Weltmeister nichts anfangen. „Einfach ist es nie“, widerspricht er. „Man muss über so viele Dinge nachdenken: die Linie treffen, wie man das Gas einsetzt, wie man in die Kurven rein- und wieder rausfährt.“


Und dennoch: So groß war seine Überlegenheit, dass er in seinem zweiten Heat auf Lukáš Hutla und Leon Kramer in der dritten Runde schon die komplette Gegengerade als Vorsprung hat. „Heute“, nickt er versonnen, „habe ich so ziemlich alles auf den Punkt gebracht – außer in einem Lauf, als ich den Start verpatzt habe.“


Heute habe ich so ziemlich alles auf den Punkt gebracht. – Martin Haarahiltunen

Und selbst das Rennen dreht er noch: „Da wollte ich innen neben Zorn fahren; er hatte den roten, ich den blauen Startplatz. Ich wollte innen reinstecken und dann das Gas zudrehen, aber habe das zu spät gemacht und bin nicht vor ihn gekommen. Deswegen hat Max Koivula mich ein bisschen abdrängen können.“ Aber von Rang 3 ackert er sich unwiderstehlich nach vorn.


Unmittelbar vorm Finale tauchen die Rivalen und Inzell-Hauptdarsteller Martin Haarahiltunen (l.) und Max Koivula gemeinsam ab in ihren Tunnel der mentalen Vorbereitung. Foto: Heike Kleene
Unmittelbar vorm Finale tauchen die Rivalen und Inzell-Hauptdarsteller Martin Haarahiltunen (l.) und Max Koivula gemeinsam ab in ihren Tunnel der mentalen Vorbereitung. Foto: Heike Kleene

Den Riesenvorsprung vor Hutla und Kramer lächelt er einfach weg: „Das ist mir gar nicht aufgefallen.“


Sehr wohl allerdings die Verletzung, die er als Rekonvaleszent immer noch in sich trägt. Die nämlich ist der wahre Grund, warum er sich nach der Siegerehrung eher ins Fahrerlager schleppt als dorthin läuft: „Jetzt gerade tut’s mir ziemlich weh.“




 
 
 

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