„Ich möchte mich in Schweden etablieren“
- Celina Liebmann
- vor 4 Tagen
- 4 Min. Lesezeit
In ihrem neuen Blog beschreibt Celina Liebmann, wie ihr Einstand in der Zweiten Schwedischen Liga zustande kam und warum Schweden ein ganz besonderes Speedwayland ist.
Das war doch Mal eine Erfahrung. Am Donnerstagabend absolvierte ich meinen ersten Einsatz in der Zweiten Schwedischen Speedwayliga – bei meinem neuen Verein Griparna Nyköping. Das liegt im Südwesten Schwedens, an der Küste in der Region Södermanlands.
Ich wusste vorher nicht so ganz genau, was mich erwartet. Aber nach dem Einstand habe ich richtig Lust auf mehr. Und zwar nicht nur, weil das Ergebnis gepasst hat: Wir haben die Begegnung gegen Sollkatterna Karlstad klar mit 20 Punkten Vorsprung gewonnen, ich schrieb 4 + 1 Punkte.
Vor allem die Atmosphäre in Schweden ist mit kaum einem anderen Rennen zu vergleichen: Alle Leute im Verein sind sehr nett, offen, zuvorkommend, fast schon herzlich und lieb. Viele Funktionäre sind zwar schon alt – aber trotzdem bemühen sich alle nach Kräften, Englisch zu sprechen. Das ist nicht in allen Ländern üblich.
Und Patrick Kruse erzählt dir ganz genau, was er für eine Übersetzung drauf hat; er kommt nach jedem Heat, um sich zu erkundigen, wie’s gelaufen ist – und um zu helfen, wenn’s nötig ist. Der Zusammenhalt und die Stimmung sind durchaus etwas Besonderes. Deswegen möchte ich auch versuchen, so viele Rennen wie möglich in Schweden zu fahren, um mich dort zu etablieren.
Alle Leute im Verein sind nett, offen und zuvorkommend. – Celina Liebmann
Das klappt nicht immer. Denn die Rennen der Zweiten Liga sind immer donnerstags ab 19 Uhr; in der kommenden Woche überschneidet sich der Termin mit dem Rennen in Herxheim. Da sind wir mittwochs zum ersten Mal mit unserer neuen Zweitligamannschaft, den Inn-Isar-Devils, am Start. Und da es sich dabei um unseren eigenen Verein handelt, bei dem auch noch meine Mutter Teammanagerin ist, steht natürlich fest, dass ich bei den deutschen Zweitligarennen immer fahren werde. Doch wenn es um offene Rennen geht – dann würde ich Schweden den Vorzug geben. Denn ich möchte mich dort langfristig etablieren.
Wir teilen uns in einer Art Poolsystem mit drei Fahrern zwei Plätze im Kader von Nyköping: Slater Lightcap aus den USA, der Däne Rune Thorst und ich. Zu dem Einsatz bin ich über eine alte Eisspeedwayverbindung meines Vaters gekommen: Ola Westlund – der rund um die Wendezeit neben Stefan Svensson, dem Vater des neuen Weltmeister Niklas, und Per-Olof Serenius in der Schwedischen Nationalmannschaft gegen die Sowjets und Russen gefahren ist und dessen Vater Kurt auch schon Teammanager und Eisfahrer gewesen ist.
Mein Vater ist mit Ola Westlund befreundet. Und der ist wiederum im schwedischen Speedway bestens vernetzt: Er ist Teammanager bei Hallstavik, wo Kai Huckenbeck bis zu seinem Wechsel nach Kumla lange gefahren ist; sein Sohn Andreas ist auch in der zweiten Liga Schwedens unterwegs gewesen. Mein Vater hat ihn nach möglichen Einsätzen für mich gefragt – und er hat sich, typisch schwedisch-hilfsbereit, ein bisschen umgehört und den Kontakt zu Nyköping hergestellt. Der Verein hatte sofort Interesse, und wir sind uns recht schnell einig geworden.

Zwar war Ola Westlund auch bei den Eisspeedway-Grands Prix in Inzell – aber da war mit Nyköping schon längst alles in Sack und Tüten. Deswegen haben wir uns da auch gar nicht mehr über das Thema unterhalten.
Schweden ist für mich eine logische Wahl gewesen. In England gab es keine Möglichkeit, Dänemark ist finanziell zumindest in der dortigen zweiten Liga mit einer langen Anreise aus Bayern hoch nicht reiz- und sinnvoll. In Schweden dagegen hat man verlässliche Strukturen.
Die Vereine dort sind ähnlich ehrenamtlich organisiert wie in Deutschland, die Bahnen sehr abwechslungsreich – und die Rennen anspruchsvoll und unkompliziert zugleich: Um fünf Uhr ist Eintreffen, um 6 Bahnbegehung, um viertel vor 7 die Fahrervorstellung – und dann geht’s los. Jeder Fahrer kriegt pro Ligaabend vier Kanten, also zwei neue Reifen. Auf jeder Kante fährt man dann vier Vorläufe; am Ende gibt’s noch einen Nominierungsheat, in dem vier ausgewählte Fahrer von jedem Team antreten. Ein ganz normaler Ligabetrieb halt.
Von den Abläufen her ist alles zwar organisiert, aber nicht zu straff. Es wäre auch nicht schlimm, wenn man vor den Rennen ein bisschen zu spät kommen würde. In England ist das ähnlich – in Polen dagegen ganz anders: Da muss man zu dem-und-dem Zeitpunkt vor Ort sein, sonst setzt es gleich eine Strafe.
Unsere Heimbahn ist klein und eng – und technisch sehr anspruchsvoll. Ich dachte, sie sei so ein bisschen wie Redcar in der Nähe von Middlesbrough im Norden Englands, aber dazu fehlt die Überhöhung. Die Länge ist zwar ähnlich, aber in Nyköping muss man knicken. Mit deutschen Bahnen kann man sie nicht vergleichen, auch nicht mit den ganz kurzen: Cloppenburg ist zu klein, Herxheim zu lang, Berghaupten zu weit.
In Nyköping geht’s viel um Starts. Die erste Kurve ist ganz flach, die zweite am Ausgang ein bisschen überhöht, in den Kurven 3 und 4 ist das Banking gleichmäßig, aber nicht so hoch. Wenn der Bahndienst viel Wasser fährt, gräbt die Bahn sich ziemlich auf, dann kann man auch überholen. Aber das geht am besten, wenn man die Gerade ausgangs der zweiten Kurve richtig schön lang machen kann.
Das Heimrennen von Donnerstag war nur mein erster Eindruck. Wir haben uns im Team noch nicht weiter über andere Bahnen unterhalten – ich weiß also auch vor meiner nächsten Reise nicht, was mich da noch alles erwarten kann. In den nächsten zwei Wochen werde ich nicht in Schweden fahren – aber ich freu’ mich jetzt schon auf meinen nächsten Einsatz in diesem ganz besonderen Land.



🏁Master of Speedway in Moorwinkelsdamm🇩🇪-Sunday,May 10,2026
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🔥 Heute ist es soweit Master of Speedway 2026
Das Fahrerfeld:
1. Norick Blödorn 🇩🇪
2. Hannah Grunwald 🇩🇪
3. Celina Liebmann 🇩🇪
4. Jason Doyle 🇦🇺
5. Beau Bailey 🇦🇺
6. Nicolai Klindt 🇩🇰
7. Nicolai Heidelberg 🇩🇰
8. Jonas Seifert Salk 🇩🇰
9. Antti Vuolas 🇫🇮
10. Jonathan Grahn 🇸🇪
11. Noel Wahlquist 🇸🇪
12. Vaclav Milik 🇨🇿
13. Mateusz Tonder 🇵🇱
14. Marcin Nowak 🇵🇱
15. Hubert Legowik 🇵🇱
16. Mateusz Szczepaniak 🇵🇱