In der Stille liegt die Kraft
- Norbert Ockenga
- vor 5 Tagen
- 2 Min. Lesezeit
Timo Wachs startet am Samstag in Roden als Titelverteidiger in den U23-Weltpokal auf der Langbahn – ohne vorher viel Aufhebens darum zu machen.
Das Unternehmen Titelverteidigung beginnt früh. Am Samstagmittag steht in Roden der Langbahnweltpokal für U23-Fahrer an – mit Timo Wachs als amtierendem Titelträger. Der Werlter holt am Donnerstag seinen revidierten Motor bei Tuner William Matthijssen in den Niederlanden ab – nachdem das Aggregat nach den bisherigen Einsätzen turnusgemäß revidiert worden ist.
Allzu viel erzählen mag Wachs vorab eigentlich nicht: „Ich möchte da nicht so viel Wirbel drum machen.“
Wachs hat 2026 bislang lediglich das Sandbahnrennen in Lübbenau bestritten. „Und zwei Speedway-Liga Nord-Rennen“, differenziert der zurückhaltende Emsländer. „Die sind zwar mit Langbahn nicht direkt zu vergleichen. Aber du nimmst von jedem Rennen irgendwas mit. Die Liga Nord-Rennen waren vor allem dafür gut, den Kampfgeist wieder zu schärfen.“
In Sachen Langbahn hat Wachs sich zudem in einem Zweitagestraining in Parchim im März auf die Saison vorbereitet. In Lübbenau wurde er als Fünfter bester Deutscher. „Lübbenau hat genau wie Roden eine spitze Kurve“, schildert er. „Die andere Kurve ist dagegen viel breiter als in Roden. In Lübbenau hat’s beim Start bei mir noch ein bisschen geholpert, weil ich mich zunächst schwer tat, eine passende Übersetzung zu finden. Aber danach bin ich gut zurechtgekommen. Auch in Parchim habe ich Einiges bei der Übersetzung und der Zündung probiert. Wir haben zwar viel neu gemacht. Aber grundlegend Neues habe ich bei der Technik für dieses Jahr nicht – das war alles nur die übliche Feinarbeit an der Abstimmung.“
Du nimmst von jedem Rennen etwas mit. Vor allem, den Kampfgeist wieder zu schärfen. – Timo Wachs
Vorhersagen traut Wachs sich nicht zu. „Ich hoffe natürlich, dass ich wieder vorn mitmischen kann. Aber das kommt je nach Renntag und Bahnbeschaffenheit darauf an, wie gut man zurechtkommt. Roden kann glatt wie eine Autobahn sein – kann aber auch Löcher und Rillen haben, je nachdem, wie das Wetter vorher war. In den letzten Tagen kam ein bisschen Regen runter. Wenn der Bahndienst viel daran macht, kann sie aber trotzdem hart sein. Und ich denke, das wird auch jetzt der Fall sein.“

Neben Wachs sind in Sebastian Adorjan, Tim Widera und Kevin Luck drei weitere Deutsche im Feld. Patrick Kruse aus Dänemark und der im vergangenen Jahr bereits in der großen WM engagierte Engländer Jake Mulford sowie Tino Bouin und der immer etwas knirpshaftig wirkende ehemalige 125-Speedwayjugendpokalsieger Noah Urda sowie Landsmann Théo Uguni zählen wie Wachs zum Favoritenkreis, in Nynke Sijbesma steht auch eine junge Dame im Feld.
Timo Wachs kennt die Bahn vor den Toren des niederländischen Dorfs vom WM-Finale im Vorjahr, wo er als Juniorweltmeister ins Feld gerückt war – während sein älterer Bruder Fabian seinerzeit zu einem Start als Reservefahrer kam. „Fabian ist eher derjenige, der innen fährt“, sagt Timo Wachs. „Ich versuche, überall hin zu fahren. Wenn das Material nach außen getragen wird, muss man ja auch da reinfahren. Aber ob das so ist – das wird sich erst im Rennen zeigen. Vorher kann man da wenig zu sagen.“



Kommentare