Konzack gewinnt U21-DM
Das Finale der Deutschen Juniorenmeisterschaft in Wittstock wird zum erwarteten Vierkampf.
Los geht’s zunächst mit Verspätung: Weil so viele Zuschauer Interesse an der Junioren-DM und dem womöglich allerletzten Speedwayrennen auf dem Heidering Wittstock haben, bilden sich vor den Eingängen lange Schlangen. Deswegen wird der Start des Nachholrennens kurzerhand um eine Viertelstunde nach hinten verschoben.
Danach erleben die Fans an der A24 ein DM-Finale, bei dem der Nachwuchs seine Qualitäten trotz herbstlich-kalter Witterung in die Auslage stellen kann – und das spitz auf einen Showdown in Heat 20 zuläuft. Denn die Auslosung des Programmhefts, die schon vor dem eigentlich angesetzten Termin in Brokstedt erfolgt ist, hat die vier großen Favoriten zunächst jeweils andere Gegner beschert – und dann eben erst in Lauf 20 zum großen Gipfeltreffen zusammengeführt: Janek Konzack, Patrick Hyjek, Tyler Haupt und Mario Häusl.
In Lauf 2 profitiert Häusl von einem Gerangel in der Startkurve. Mika Frehse und Magnus Rau sind sich ins Gehege gekommen, Rau kann nur so gerade eben einen Sturz vermeiden. „Dadurch konnte Häusl an der Spitze recht frei fahren“, berichtet René Eberhardt aus dem Stadion, in dem alljährlich auch ein spektakuläres Metal-Festival stattfindet. Eberhardt ist die eine Hälfte des Speedway-Podcasts „Startband“ und beobachtet am Reformations- und Helloween-Sonnabend das Geschehen auf dem Heidering sowohl für Startband als auch für bahndienst.com.

Rau arbeitet sich in dem Heat vom letzten noch wieder auf den zweiten Rang hinter Häusl vor. Tyler Haupt und Titelverteidiger Janek Konzack setzen sich im ersten Lauf sicher durch. Patrick Hyjek muss sich dagegen drei Runden lang strecken und alle Register ziehen, ehe er doch noch an der lange führenden Hannah Grunwald vorbeikommt und auch drei Punkte schreibt. „Damit“, bilanziert Eberhardt, „haben sich im ersten Durchgang alle Favoriten erwartungsgemäß durchgesetzt. „Rau hat dann gegen Bruno Preibisch verloren – das wird dann vermutlich nichts mehr mit dem Titel.“
Denn der Sachse war nach seinem extrem starken Saisonendspurt als einer der Geheimfavoriten gehandelt worden. Doch in dem Heat, auf den sich Eberhardt bezieht, wird er hinter Hyjek und Preibisch nur Dritter.
Rau avanciert dennoch zu einem der heimlichen Hauptdarsteller von Wittstock. Nachdem auch im zweiten Block alle Favoriten je drei Punkte geschrieben haben, fordert Rau in Heat 9 Konzack aufs Äußerste. „Am Ende gewinnt Konzack. Zwischendurch sah Rau schon wie der sichere Sieger aus – aber dann kam doch noch eine Attacke von Konzack.“
In Lauf 11 strauchelt der erste Favorit: Hyjek zieht gegen Mika Frehse den Kürzeren. Und in Lauf 12 hätte es beinahe den nächsten erwischt, berichtet Eberhardt: „Tyler Haupt geht vorm Start das Motorrad aus, es gibt viel Gerenne ins Fahrerlager, er kriegt die zweite Maschine – holt damit aber dann einen Start/Ziel-Sieg“ vor den beiden Nordniedersachsen Thies Schweer und Carl Wynant.

In Lauf 16 steht Haupt erneut im Mittelpunkt. „Rau gewinnt den Start gegen Haupt. Der kommt mit viel Geschwindigkeitsüberschuss in die zweite Kurve, kommt durch; am Ende stürzt Magnus Rau. Der Schiri überlegt eine Weile – und disqualifiziert dann Magnus Raus.“ Den Wiederholungslauf gewinnt Haupt vor Grunwald. „Alle Favoriten gewinnen“, so Startband-Ebi, „die Entscheidung spitzt sich auf Lauf 20 zu.“
Vor diesem großen Showdown sichert sich Grunwald in Lauf 17 mit einem Sieg vor Frehse Rang 5 vor dem Wismarer in der Endabrechnung. „Mika Frehse gewinnt den Start. Hannah Grunwald hat viel Geschwindigkeitsüberschuss und zieht vorbei“, so Eberhardt. „Sie hat am Ende 10 oder 15 Meter Vorsprung vor Frehse. Dafür kriegt sie natürlich viel Applaus hier von den Rängen.“ Rau gewinnt Lauf 19 und wird damit in der Schlusswertung Sechster vor Schweer.
Lauf 20 sieht dann die Entscheidung – zugunsten von Konzack. „Konzack gewinnt den Start. Häusl ist immer dran – fällt aber in der letzten Runde auf Position 2 aus.“ Damit wird der Bayer Vierter. Um Rang 2 gibt es noch ein Stechen zwischen Haupt und Hyjek, das der Ostdeutsche vom Start weg gewinnt. Hyjek kommt zwar noch ran, aber es reicht nicht mehr, um Haupt noch gefährden zu können.



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