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Ledström wird wild

Die zweite Wildcard für die Eisspeedway-WM 2026 ist nun auch vergeben.


Überraschung bei der zweiten Wildcard für die Eisspeedway-Saison: Ove Ledström hat tatsächlich die Dauereinladung für die drei Grands Prix in Inzell und Heerenveen bekommen – obwohl Schweden schon gut mit Stammfahrern in der Serie vertreten ist.


Das Auswahlkomitee des Motorradsportweltverbands FIM geht damit den Weg der reinen sportlichen Logik und Fairness, statt auf eine mögliche Nationenvielfalt oder eine Bevorzugung der beiden Ausrichterländer zu setzen: In Sebastian Reitsma und Ove Ledström haben diejenigen beiden Fahrer die Gaststartberechtigung zugesprochen bekommen, die punktgleich auf den Endrängen 9 und 10 am nächsten an der direkten Qualifikation vorbeigeschrammt sind.


Und die sportlich die besten Perspektiven aufweisen. Denn neben Reitsma und Ledström kam auch Andreij Diviš bei der WM-Qualifikation in Örnsköldsvik auf sieben Laufpunkte. Der Tscheche ist aber leistungsmäßig nicht konstant auf einem Level von Ledström – und Reitsma ist eh' eine Nasenlänge vorn, litt aber in Kallehov noch unter den Folgen seines Sturzes.


Ove Ledström ist ein ganz spezieller Mensch. – Christian Platzer

Ledström ist eine außergewöhnliche Erscheinung. Der 29-Jährige aus Domsjö in Nordmaling vor den Toren von Örnsköldsvik gehört zum Aufgebot vom ÖMK Rundbana, also der Mannschaft aus Örnsköldsvik – ist aber gleichzeitig sowohl ein Schützling von Per-Olof Serenius aus Gävle als auch ein Mitglied von Inn-Isar-Racing.


Die Kooperation mit Posa Serenius datiert bereits zurück ins Jahr 2015. Damals absolvierte Ledström seine dritte Saison auf dem Eis – und hatte sich bereits als Schülermeister in Schweden einen Namen gemacht, über die Nachwuchsserie auch ein Ticket für die Seniorenmeisterschaft in Schweden gewonnen und dort, noch mit feister Zahnspange bewehrt, dem weiland 66-jährigen, aber favorisierten Serenius ordentlich das Leben schwergemacht.


Im Kreise der Seinen: Wildcardfahrer Ove Ledström wird von der Inn-Isar-Mannschaft mit Celina Liebmann, Markus Jell und Philip Lageder (v.r.) willkommen geheißen. Foto: Christian Platzer
Im Kreise der Seinen: Wildcardfahrer Ove Ledström wird von der Inn-Isar-Mannschaft mit Celina Liebmann, Markus Jell und Philip Lageder (v.r.) willkommen geheißen. Foto: Christian Platzer

Obwohl er mit 18 erstmals in der WM antrat und seinerzeit neben Franz Zorn bester Europäer war und sogar Nikolai Krasnikow fallweise schlagen konnte, fasste Ledström nie permanent im Schwedischen Nationalteam Fuß: Er wurde stets von seinen Klubkameraden Martin Haarahiltunen und Niclas Svensson überstrahlt, bei der WM-Qualifikation auf seiner Heimbahn im Kallehov zudem auch im schwedeninternen Duell von Filip Jäger geschlagen.


Die Zusammenarbeit mit Inn-Isar-Racing geht noch zurück auf jene Zeit, als es in Schweden noch die Superliga statt des heutigen Supercupen gab – also als auch die Erste Liga noch als echter Teamwettbewerb ausgefahren wurde. Seinerzeit hatte Inn-Isar-Racing eine eigene Mannschaft als Hecht im Karpfenteich der ganzen schwedischen Teams. „Damals ist er auch in der Schwedischen Superliga für unser Team gefahren und hat uns viel geholfen“, erinnert sich Christian Platzer, der Erste Vorsitzende von Inn-Isar-Racing. „Er ist ein ganz spezieller Mensch. Im August 2023 haben wir ihn feierlich ins Team aufgenommen. Er ist auch unser Sprachrohr in Schweden, spricht gut Deutsch und ist auch als echter Freund mit uns gut zusammengewachsen.“


Neben Stefan Svensson ist Ledström einer von zwei Eisspeedwaybeauftragten der Schwedischen Föderation Svemo. Er richtet eigene Trainingslager auf einem der vielen zugefrorenen Seen in seiner waldreichen Heimat am Bottnischen Meerbusen aus, bei dem im Dezember auch Harald Simon seine Rückkehr aufs eilige Eis gegeben hat.


Am Mittwochvormittag überschlugen sich bei der Offiziellmachung der Personalie Ledström etwas die Ereignisse. Zuerst verwies Bahnsportchef Armando Castagna auf dezidierte Rückfrage noch auf den Samstag als endgültigen Entscheidungstermin:



Nur wenig später veröffentlichte der Motorradweltverband FIM dann von sich aus eine Starterliste für die Eisspeedway-WM, auf der die beiden Wildcardfahrer Sebastian Reitsma und Ove Ledström aufgelistet sind – samt der Nachrücker Andreij Diviš, Martin Posch, Jo Sætre und Paul Cooper in entsprechender Reihenfolge. Castagnas Antwort dazu auf neuerliche Nachfrage: „Das muss diesen Morgen gemacht worden sein. Ich reise gerade nach Frankreich und habe das nicht mehr überprüft.“


 
 
 

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