Lösbar – aber nur, wenn alles sitzt
- Norbert Ockenga
- vor 2 Tagen
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Die Deutschen sind für die Mannschafts-WM eine lösbare Vorrundengruppe gelost worden.
Verrechnen verboten. Denn bei den Gegnern kann’s um jeden Punkt gehen. Deutschland trifft in der Vorrunde der Mannschafts-WM in Landshut auf Großbritannien, Tschechien und die Ukraine. Das ist für Deutschen an der Ellermühle am 1. Mai eine durchaus lösbare Aufgabe: Die Briten sind in der Tiefe nicht so homogen wie beim Speedway der Nationen – und das Format der Team-WM kommt der deutschen Aufstellung eher entgegen.
Denn die Deutschen agieren in den letzten Jahren stets nicht als Team, sondern als Individualisten auf der Bahn, die oft auch im Fahrerlager ihre und ihrer eigenen Wege gehen und nicht als Einheit auftreten. In der Mannschafts-WM ist die Homogenität und Ausgeglichenheit in der Tiefe wichtiger als eine mannschaftliche Geschlossenheit, das unterscheidet die Team-WM vom Paarformat beim Speedway der Nationen.
In Kai Huckenbeck, Norick Blödorn und Erik Riss hat Deutschland theoretisch drei Topfahrer, die in Summe dem zwar starken Führungsduo, aber den schwächeren dritten und vierten Männern von der Insel überlegen sein können. Die beiden Ostblockländer verfügen eh’ nur über einen richtig guten Mann. Tschechien muss darauf hoffen, dass Adam Bubba Bednář weiter so stark ansteigende Form an den Tag legt wie nach seiner Verletzung, dann können die Osteuropäer gegen England ankommen – aber nicht gegen die ersten drei Deutschen.

Allerdings wird am 1. Mai jeder Handgriff in Landshut sitzen müssen, auf und neben der Bahn. Selbst ein Rechenfehler wie beim Speedway der Nationen in Thorn, der die Abläufe stört und die Abstimmungsarbeit im entscheidenden Moment bremst, kann bei dem Feld schon das Aus bedeuten.
In Thorn hatten die deutschen Teammanager ihre Fahrer Huckenbeck und Blödorn nach dem letzten Vorlauf informiert, dass sie schon ausgeschieden seien, obwohl sie tatsächlich bereits fest im Hoffnungslauf gegen die Letten standen – und auch schon die Motorräder ins Parc fermé geschickt. Von dort mussten sie hektisch wieder rausgeholt werden, als dämmerte, dass es für das deutsche Paar doch zum entscheidenden Stechen gegen Lettland gereicht hatte.
Die zweite Vorrunde der Mannschafts-WM 2026 findet in Riga statt. Dort treffen am 7. August in einer Hammergruppe Dänemark und Schweden auf Lettland sowie Norwegen.
Aus beiden Halbfinals qualifiziert sich jeweils lediglich der Sieger fürs Finale in Warschau am 29. August. Polen und Australien sind für den Endlauf bereits gesetzt.



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