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Neuer Gegner für Landshut

Am Sonntag wird in Schlesien ein spektakulärer Neuling für die polnische Landesliga vorgestellt. Aber was genau wird da eigentlich präsentiert?


Es hallt ein neues „Glückauf“ durch die Speedwaylandschaft. Am Sonntag wird der einstige Traditionsverein „Młodzieżowe Stowarzyszenie Śląsk Świętochłowice“ seine Mannschaft für die Saison 2026 vorstellen. Die Schlesier kehren in die dritte polnische Division, die Landesliga, zurück – und werden so zu einem neuen Gegner für den AC Landshut.


Schwientochlowitz ist eine altehrwürdige Steinkohlebergbergbaustadt im Oberschlesischen Industrierevier unweit von Kattowitz. Speedway ist für die Kleinstadt kein Neuland: Paweł Waloszek, beim WM-Finale 1970 Zweiter hinter Ivan Mauger, ist das größte Aushängeschild des jetzt gerade wiederbelebten Vereins. Hinter der Wiederauferstehung steckt der Transportunternehmer Krzysztof Sichma – der eine enge Kooperation mit der Stadtverwaltung von Schwientochlowitz angeleiert und ein neues Stadion für Fußball und Speedway in der „Skałka“ bauen ließ. Die Stadt hat sich den Ausbau der Arena mit 4.200 Sitzplätzen ungefähr 2,35 Millionen Euro kosten lassen.


Sichma ist offiziell nur Jugendwart des Vereins unter dem Vorsitzenden, seinem Dariusz Rieger, gilt aber als tatsächlicher Strippenzieher und Dirigent der Rückkehr.


Bergbau ist der Region von Kattowitz und Schwientochlowitz allgegenwärtig. Foto: Heike Kleene
Bergbau ist der Region von Kattowitz und Schwientochlowitz allgegenwärtig. Foto: Heike Kleene

Und die „Skałka” ist weit mehr als nur ein einzelner Ort – sie ist ein umfangreicher Erholungs-, Sport- und Freizeitpark, der für Einheimische und Besucher ein wichtiges Ausflugsziel mit abwechslungsreichen Angeboten darstellt: von Sport und Bewegung über Schwimmen und Freizeit bis hin zu kulturellen Veranstaltungen. Der Park liegt an einem großen Stausee aus alten Bergmannszeiten. In demselben Park stand auch das alte Stadion, das 27.000 Fans Platz bot und zu Zeiten von Waloszek oder auch Jerzy Kochmann, dem im Herbst 2025 in seiner Wahlheimat Essen verstorbenen Klubkameraden, oft ausverkauft war.


Bereits im vergangenen Jahr fanden im neuen Parkstadion Flattrack- und offene Speedwayrennen etwa zum MACEC-Cup, einer nationenübergreifenden Serie für zentral- und osteuropäische Ländern, im 5.000 Zuschauer fassenden Stadion statt.


Die Anmeldung in die Landesliga unter anderem als Gegner für die Landshut Devils ist für Sichma der nächste Schritt. Er hat den ehemaligen Schwientochlowitzer Ligafahrer als Teammanager mit allen Freiheiten ausgestattet – und der hat sich ein Team mit Adrian Gała als Aushängeschild zusammengezimmert. Der 30-jährige aus der Eisenbahnerstadt Gneisen soll zur zentralen Figur der neuen Mannschaft werden. Zusammen mit Mateusz Tonder und Bastian Borke – wobei der letztgenannte Däne sich gerade von einer derben Knieverletzung erholen muss. Der erst 22-jährige Kacper Grzelak von der Danziger Küste zählt ebenso zum Kader wie eine ungewöhnliche Verpflichtung: Matteo Boncinelli aus Florenz.


Der Italiener ist eigentlich Moto3-Straßenrennfahrer, stammt aus der Trainingsschule von Valentino Rossi, wechselte dann aber zum Speedway und zur dänischen Mannschaft von Slangerup. Bereits im vergangenen Jahr nahm Boncinelli an der Offenen Schlesischen Speedwaymeisterschaft in Schwientochlowitz teil.


Bei der Teamvorstellung am Sonntag wird die glorreiche Vergangenheit vom Speedway in der Bergbaustadt bemüht: Damian Waloszek hat die alte Zweiventilmaschine ohne Schalldämpfer, auf der sein Vater Paweł seine größten Erfolge feierte, aufwändig restaurieren lassen. Das geschichtsträchtige Motorrad wird Sonntag im Innenfeld des schlesischen Stadions als zentrale Attraktion und als ein Hauptdarsteller der Präsentation ausgestellt sein.

 
 
 

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