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Petri heil

Seinen Ursprung hat der Bergring in einer Motorsportgeschicklichkeitsübung, die es so nur in Teterow geben konnte.


Was ist das eigentlich immer mit diesen Fischen? Dass die Ligamannschaften des MC Bergring Teterow „Hechte“ heißen, ist inzwischen zwar allgemeines Bahnsportkulturgut. Ebenso wie die Umbenennung von „Hechtjungs“, dem ursprünglichen Namen, zu eben diesen „Hechten“, weil Hannah Grunwald ins Team der Liga Nord integriert wurde und man so quasi zum Gendern gezwungen war.


Aber wo kommt der auf den ersten Blick so wunderliche Teamname her, der doch irgendwie klingt wie eine tollpatschig verniedlichte Version der Kölner Haie vom Eishockey?


Der erste Motorsport, der in Teterow 1928 betrieben wurde, war das sogenannte „Hechtgreifen“. Die Motorradfahrer fuhren auf einem öffentlichen Platz, am liebsten dem Marktplatz, auf eine Wanne mit lebenden Hechten zu. Dann mussten sie mit einer Hand am Lenker einen der flupschigen Raubfische aus dem Trog greifen.

Schon wieder Motorsport mit Fischen also. Und überhaupt: Hechte sind im Stadtbild und in der Stadtgeschichte auffällig viele Hechte zu sehen.


Das wiederum hat seinen Ursprung in der sogenannten Teterower Hechtsage, die da lautet: „Einst hatte der Stadtfischer einen kapitalen Hecht gefangen. Um diesen bis zum nahenden Königsschuss frisch zu halten, beschlossen die Stadtväter, den Hecht mit einer Glocke um den Hals zurück in den See zu setzen. Die Glocke würde in einem fort läuten und der Fisch leicht wiederzufinden sein. So geschah es. Der Fischer fuhr mit seinem Boot hinaus, setzte den Hecht samt Glocke ins Wasser und schnitt zur Sicherheit eine Kerbe in sein Fischerboot – genau an der Stelle, wo er den Fisch ins Wasser ließ.“

Hechte sind in Teterow allgegenwärtig. Foto: Heike Kleene
Hechte sind in Teterow allgegenwärtig. Foto: Heike Kleene

Der neckische Spott über die Dösigkeit der Politiker hat die Motorsportler zuerst zum Hechtgreifen ermuntern – und letztlich auch den Bergring erst möglich gemacht. Denn zum Hechtgreifen des Teterower Motorfahrer Clubs kamen schon nach den ersten Veranstaltungen dermaßen viele Zuschauer, dass Bürgermeister Dr. Scharf den Wettbewerb untersagte – die Regulierung der Besucherströme sei zu schwierig, alles viel zu gefährlich.


Stattdessen schlug der Bürgermeister vor, der Verein möge sich vor den Toren der Stadt eine Rennbahn suchen. Studienrat Carl Schröder, einer der Gründer des TMC, fand in den Heidbergen eine von der Topographie in sanfte Hügel gegossene Grasfläche – eine Wiese auf der Fuhdraht, auf der bis dato Kühe grasten, die aber in öffentlichem Besitz war.


Schröder reichte am 8. April 1929 einen Pachtantrag ein, den die Stadt nach einigem Hadern und Zögern schließlich genehmigte und absegnete. Vor allem, weil auf sie selbst keine Kosten zukamen, da die Bauarbeiten an dem, was nun der Bergring werden sollte, von privaten Bürgen abgesichert worden.


Damit konnte die Geschichte des Bergringrennens ihren Lauf nehmen.

 
 
 

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