Schon wieder: Pressearbeit vereitelt
- Norbert Ockenga
- vor 38 Minuten
- 2 Min. Lesezeit
Das Teammanagement der Deutschen Speedwaynationalmannschaft torpediert schon wieder eine Veröffentlichung, die dem ganzen Sport richtig viel bringen würde.
Es ist eigentlich Alltag im Verlagswesen und bei den sogenannten Blattmachern: Vorabinformationen unter Verschwiegenheitszusicherung, um produktionsbedingte Lücken zu schließen. Denn immer wieder kommt es vor, dass Bekanntmachungen und Veröffentlichungen in genau jenem Zeitraum verkündet werden, in dem eine Zeitschrift gerade im Druck ist. Also nach Redaktionsschluss – aber noch vor dem ersten Erscheinungstag.
Dann ist es üblich, dass sich derjenige, der in diesem Zeitraum etwas zu melden hat, und die Chefredaktion der Zeitschrift auf eine einfache Lösung verständigen: Der Chefredakteur kriegt alle Informationen vorab, in den allermeisten Fällen auch schon die längst produzierten Fotos, sichert Vertraulichkeit zu – und bringt so die Inhalte noch in der neuen Ausgabe unter. Die hat dann, obschon vorher druckreif gemacht, nach der eigentlichen Veröffentlichung die Nachricht bereits drin.
Ein kleiner Kunstgriff, üblich im Tagesgeschäft von Journalismus und Verlagswesen.
So etwas ist in allen möglichen Sparten des Motorsports Usus, von der Formel 1 über die Langstrecken-WM bis hin zu kleineren Serien wie dem DTM. Es klappt sogar mit ansonsten in Sachen Offenheit zur Presse notorisch schwierigen Teams, etwa Ferrari in der Formel 1. Denn alle haben etwas davon: das Team genauso wie das Medium.
Nur mit der Deutschen Speedwaynationalmannschaft klappt es nicht.
Rechtzeitig vor dem Team-WM- und Grand Prix-Wochenende in Landshut hat die Zeitschrift PITWALK eine 18-seitige Vorschau auf das Festival of Speedway in Landshut zur Veröffentlichung geplant.
Damit bietet PITWALK dem Sport eine außergewöhnliche Chance. Denn die Premiumzeitschrift richtet sich an eine Zielgruppe, die mit Speedway bislang wenig Berührungspunkte hat – aber an Leser, die als Entscheider in hohen Positionen in Industrieunternehmen sitzen. Und an ein Publikum, das sich sehr für Motorsport interessiert – das also über eine hochwertige Berichterstattung an Bahnsport herangeführt werden kann. Sowohl als mögliche neue Besucher als auch als potenzielle Sponsoren. Eben weil viele Leute aus den Chefetagen großer Firmen PITWALK lesen.

Natürlich ist klar, dass in einer aufwändigen Landshut-Vorschau auch das Team der Deutschen vorgestellt werden muss, in Kurzportraits. Ebenso ist bekannt, dass der Motorradweltverband FIM sich das alleinige Recht vorbehält, die Kader zu verkünden. Deswegen gab es bereits vor Wochen die Anfrage, mit dem Team Deutschland für Landshut genauso zu verfahren wie bei vergleichbaren zeitlichen Abläufen im professionellen Automobilsport.
Das Promotionteam Bahnsport war damit einverstanden, leitete die Anfrage an das Teammanagement der Deutschen Speedwaynationalmannschaft weiter, also an Sascha Dörner und Mathias Bartz – und erhielt von dort keine inhaltlich brauchbare Antwort. Die Presseabteilung vom Promotionteam Bahnsport teilte auf nochmalige Nachfrage kurz vor Redaktionsschluss von PITWALK mit, man hätte von den Teammanagern keine Namen genannt bekommen.
Das ist um so erstaunlicher, als sich gerade erst wenige Wochen zuvor rund um die Eisspeedwaynationalmannschaft gezeigt hat, wie Team, Fahrer und Presse professionell miteinander arbeiten können, um maximale Öffentlichkeitswirksamkeit zu erzielen. Beim Eisspeedway beschränkte sich die Zielgruppe nur auf die reinen Szenekenner.
Beim Speedway Landshut hätten Dörner und Bartz die Chance gehabt, noch viel weitere Kreise mit der Veröffentlichung zu ziehen und damit den ganzen Sport nach vorn zu bringen.



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