Spreewald-Gegurke
- Keijo Busch
- 5. Mai
- 2 Min. Lesezeit
Der Sandbahnklassiker in Lübbenau sei hinter den Erwartungen und alten Qualitäten zurückgeblieben, findet Keijo Busch in seiner neuen Kolumne.
So früh Feierabend war schon lange nicht mehr. Nach meinem Sturz im zweiten Lauf haben wir uns entschlossen, beim Langbahnrennen in Lübbenau nicht mehr so zu fahren – weil es so gefährlich und super schlecht vorbereitet war.
Mein Unfall ist passiert, weil ich im Pulk beim Hinterherfahren schon nach wenigen Runden vor lauter Staub nichts mehr sehen konnte – nicht mal mehr die Bande außen neben der Bahn. Der Staub blieb in der Luft stehen: Es war heiß, trocken und weitgehend windstill, sodass der aufgewirbelte Sand nirgends hin konnte.
Das hat mich ehrlich gesagt ziemlich erschrocken. Denn das Rennen in der Niederlausitz gehörte schon zu DDR-Zeiten zu den echten Klassikern im Kalender und hat sich seinen Reiz eigentlich auch bis in die Nachwendezeit bewahrt. Entsprechend war ich zunächst froh, dass der Klub vom Tor zum Spreewald meine Nennung angenommen hat – denn das ist nach der ellenlangen Pause, die ich eingelegt hatte, nicht selbstverständlich.
Aber irgendwas muss hinter den Kulissen gründlich schiefgelaufen sein. Ich hatte am Montag schon so ein Gefühl, dass ich hier nicht her fahren sollte, weil die ganze Organisation im Vordergrund schon ziemlich hakte. Ich musste Montag erstaunlich oft beim Veranstalter anrufen, um einen Zeitplan und alle relevanten Informationen für die Planung und die Anreise ausgehändigt zu bekommen.

Und eine schriftliche Übersicht wie bei anderen Veranstaltungen habe ich dann auch nie bekommen.Das Gleiche gilt auch für die Verträge. Viele Fahrer haben nichts bekommen, die B-Lizenzler mussten sogar eine Auscheidung fahren, obwohl das im Vorfeld offenbar anders abgesprochen war. Der Erste Vorsitzende war bei der Fahrerbesprechung schon nicht mehr dabei, als es darum ging, eine Lösung für die B-Lizenzfahrer zu finden.
Am Ende, zum Finale, hat es zwar deutlich weniger gestaubt. Aber zumindest in meiner Wahrnehmung war das Kind da schon in den Brunnen gefallen. Ich fand es echt zu gefährlich – bei den Sichtverhältnissen, die zu Beginn geherrscht haben. Zumal man in Lübbenau auch richtig Tempo auf der Uhr hat. Es hat mich super traurig gestimmt, dass dieses Rennen 2026 hinter den Erwartungen zurückgeblieben ist, da es früher hier immer richtig gut war.
Ich hoffe, dass die Vereinsmitglieder hinter den Kulissen entweder schon wissen, was dort schiefgegangen ist – oder das möglichst bald raus- und in den Griff kriegen. Denn es wäre echt schade, wenn Lübbenau als letztes Langbahnrennen in den sogenannten Neuen Bundesländern verzwergen oder sogar ganz verschwinden würde.
Es ist für unseren Sport wichtig, dass es im Osten nicht nur Speedway und den großen Bergring gibt – sondern auch traditionelle Sandbahnrennen. Und da war Lübbenau immer eine Leuchtturmveranstaltung.
Deswegen hoffe ich, dass das nicht mein letztes Mal auf der an sich tollen Anlage 80 Kilometer südöstlich von Berlin gewesen ist – sondern dass man die Probleme ausgemerzt bekommt und im kommenden Jahr wieder an die gute alte Zeit ansetzen kann.
Aber nun heißt es abhaken – und Augen in Richtung Lüdinghausen am Vatertag. Denn das wird ganz sicher wieder eine Bombenveranstaltung.



Klare Worte zu einer Veranstaltung die von Jahr zu Jahr immer mehr nachlässt