Standortbestimmung mit Hindernissen
- Norbert Ockenga
- vor 10 Stunden
- 2 Min. Lesezeit
Bruno Preibisch reiste mit hohen Hoffnungen zum Jugend-EM-Finale, musste aber erkennen, dass die Trauben reichlich hoch hängen.
Der Nachmittag beginnt mit einem Knalleffekt. Bruno Preibisch stürzt gleich in seinem ersten Lauf beim Finale der Jugend-EM für 250-Kubikmaschinen in Scharnowitz, weil er im dichten Staub nichts mehr sieht. Zwar klaubt der 15-Jährige sich und seine Maschine wieder auf und jagt dem Feld hinterher, doch für Punkte ist der Rückstand schon zu groß.
Auch danach spielt Preibisch im Kampf um vordere Plätze keine Rolle. Dabei spielen zwei Eigenheiten der Viertellitermaschinen eine Rolle: Drei Mal erwischt Preibisch beim Start eine sehr gute Reaktionszeit, muss dann aber auf dem Weg in die erste Ecke jeweils kurz nachkuppeln. Jedes Mal, wenn man bei den Jugendmaschinen dieser Hubraumklasse in die Kupplung greift, sackt die Drehzahl schlagartig in den Keller. Und aus dem „Bog-down“ dreht der Motor nur teigig wieder hoch, sodass man sofort den Anschluss verliert.
Wir wissen, wo wir stehen. Wir haben noch viel Arbeit vor uns. – Knuth Preibisch
Zumal dann, wenn die Konkurrenz auch noch mit den Feinheiten der digitalen Zündung raffinierter umgehen kann. Es gilt in der Szene als offenes Geheimnis, dass man das vorgeschriebene Drehzahllimit von 13.000/min mit entsprechender Technik großzügig interpretieren kann, ohne dass es auffällt. Solch’ einen „Overshoot“ muss man aber entsprechend programmieren. Und da gelten gerade die Polen wir ihrer vom Verein gestellten ausgefeilten Technik als Meister.

Das Gros des Zeitverlustes macht Vater Knuth Preibisch aber anderswo fest. „Die Geschwindigkeit hat er am Kurvenausgang verloren. Da hätte er sich weiter nach außen treiben lassen müssen, um den Schwung dann mitzunehmen“, analysiert er. „Das ist eine Sache, die man trainieren muss. Ich hatte in Parchim noch angefragt, ob wir dort in der Woche vor der Abreise mit trainieren können. Aber das war nicht möglich, denn da waren nur fünf Fahrer im Kids Camp zugelassen.“ Und die Plätze beim Kids Camp – wo auch Jörg Tebbe Trainer war – waren bereits vergriffen.
Vater Preibisch urteilt denn auch: „Wir brauchen einfach das Training. Für das erste Jahr in der Klasse fand ich es toll, dass wir dabei sein durften. Wir wissen, wo wir stehen. Wir haben noch viel Arbeit vor uns.“
Die allerdings soll ab sofort maßgeblich in der 500R-Klasse stattfinden. Das Parallelprogramm mit den Viertellitermotorrädern wird drastisch reduziert.



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