„Was derzeit passiert, ist nicht akzeptabel“
- Norbert Ockenga
- vor 3 Minuten
- 3 Min. Lesezeit
Die Langbahnstars Martin Smolinski und Lukas Fienhage haben zur Trennung von Solo- und Seitenwagenrennen durch die FIM eine klare Meinung.
Lukas Fienhage schaut ein bisschen skeptisch zum Himmel. „Aktuell regnet’s. Wir hoffen, dass der Regen aufhört und es so eine schöne EM für die Seitenwagen gibt – und dass wir die Gespanne supporten können mit unseren Extraheats.“
Fienhage ist am Sonntag im Rahmenprogramm der Gespann-EM auf der Grasbahn-EM in Berghaupten am Start – wie auch Martin Smolinski. Und die beiden Engländer Paul Cooper und Darryl Ritchings, die direkt vom Solo-EM-Finale in Aduard in den schwarzwäldischen Ortenaukreis runtergefahren sind.
Die Einbindung von insgesamt fünf Soloheats mit einer eigenen Wertung als Offenes Rennen facht jene Diskussion weiter an, die schon zwei Jahren hinter den Kulissen tobt – und die binnen der letzten Wochen noch Mal richtig Zunder bekommen hat, zuerst durch die Absage von EM-Topfavorit Markus Venus/Markus Eibl und dann durch die Aussagen von Kenneth Kruse Hansen nach dem Langbahn-WM-Auftakt in Scheeßel.
Das Dauerthema: Soll man die Veranstaltungen in jeweils einzelne Rennen für Solisten und Gespanne ausrichten – oder, wie seit Ewigkeiten üblich, alle Klassen, auch die B-Lizenz, in einem Event zusammen verwoben auftreten lassen? „ „Egal wie man es dreht und wendet: Seitenwagen gehören zum Sandbahnsport dazu. Wir haben hier Fans, die schauen seit 50 Jahren Sandbahnrennen sowohl mit Seitenwagen- als auch mit Solorennen“, meint Martin Smolinski. „Was die FIM gerade macht mit den Rennen und den TV-Übertragungen – das ist auf einer Speedwaybahn zwar möglich, aber nicht für unser Publikum auf der Sand- oder auch Grasbahn. Wenn man eine Gruppe ausschließen will, stirbt alles aus. Das, was derzeit mit den Vorgaben der FIM passiert, ist für mich nicht akzeptabel. Da muss sich auch die FIM Europe an die Nase packen, denn es geht nur miteinander.“
Seitenwagen gehören zum Sandbahnsport dazu. – Martin Smolinski
Auch Lukas Fienhage ist ein Verfechter, das Seitenwagen- und Soloklassen auf den lange Bahnen zusammengehören: „Definitiv. Das sehe ich genauso. Das braucht der Langbahnsport. Das bringt Zeit für die Gespanne; bringt Zeit für alle. Das gehört zum Sport dazu; das war schon immer so, und das sollte auch so bleiben.“
Smolinski und Fienhage sind bereits seit Sonnabend in Berghaupten. Smoli hat Samstag ein Speedwayrahmenrennen vor Zoltán Lolas aus Ungarn, dem Franzosen Steven Goret sowie Fienhage gewonnen. „Ich bin seit diesem Jahr auch Mitglied beim MSC Berghaupten. Für das Rennen gestern hatten wir anfangs ein paar Schwierigkeiten, Fahrer zu bekommen“, schildert Maximumsieger Smolinski. „Aber am Ende hatten wir supergeile Läufe. Ich konnte in einigen Heats von 4 nach vorne fahren, auch gegen Toppiloten. Im Finale konnten noch drei Leute gewinnen. Ich konnte und außen fahren, überholen.“

Fienhage dagegen zeigte sich mit „gestern so semizufrieden. Am Anfang haben wir uns verpokert mit dem Setup, danach haben mein Team und ich aber eine Abstimmung gefunden, die gut gepasst hat. Letztendlich war meine fehlende Rennpraxis aktuell und die Routine das Problem, das es nicht für mehr gereicht hat. Vor allem in den letzten drei Läufen, wo wir das Setup gefunden haben. Die Leistungsdichte war gut.“
In der B-Lizenz der Speedwaydrifter gewann Louis Tebbe vor Patricia Erhart, Lester Matthijssen und Jeremias Ramus. Und die Wertung des Bayerncup gewann der AC Landshut – mit Johannes Scharnier, Maximilian Liewald, den beiden Nordlichtern Lenja Tebbe und Thies Schweer sowie Erik Boston – vor der BBM München, dem MSC Abensberg und den Olchingern sowie der MSV Herxheim.
Vereinsvorstand Manuel Meier bilanziert: „Die gestrige Veranstaltung lief ganz nach unseren Wünschen. Das war megaguter Sport trotz weniger Fahrer. Sportlich war es ein riesiger Erfolg – und die Afterraceparty auch.“
Smolinski und Fienhage gehen als Favoriten ins Rahmenrennen auf der Grasbahn am Nachmittag: „Ich habe mir heute Morgen noch einen Spaß gemacht. Es hat geregnet. Ich dachte, um 9 Uhr Training fahren – das funktioniert nicht. Aber der Wettergott ist auf Seiten des MSC Berghaupten. Ich fahre jetzt ohne Training raus, und es ist für mich eine Umstellung vom kleinen aufs große Motorrad. Aber das ist für mich einfacher als wenn ich von Langbahn auf Speedway gehe.“



Kommentare