Weber dämpft Erwartungen
- Norbert Ockenga
- vor 11 Minuten
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Beim Eisspeedway-Kompaktrennen in Weißenbach ist Hans Weber Vorbild und Magnet für die anderen Fahrer, bemüht sich aber um eine Prise Realitätsnähe.
Für Christoph Kirchner war’s so ‘ne Art Erich Kästner: das rasende Klassenzimmer. „Wir haben Training auf WM-Niveau gehabt, mit einem Vizeweltmeister vornedran“, rapportierte der zurückgekehrte Eisspeedwayfahrer am Tag nach dem Kompaktrennen von Weißenbach. „An den kann man sich dranhängen.“
Für Kirchner waren die vier Heats in Österreich, die eingewoben waren in ein höchst sehenswertes Vielseitigkeitsprogramm aus Rallycross, einer Art Revival des Internationalen Allgäuer Alpenpokals und Motorradrennen mit Schraubenreifen, eine Fortsetzung des Trainingslagers in Schweden. Das hatte er im Gegensatz zu Paul Cooper und Simon Mayer verlassen, als die ersten Supercuprennen im hohen Norden anstanden. An der Lech konnte Kirchner nun die nächsten Schritte seiner Rückkehr unternehmen.
Dass auch Hans Weber, der angesprochene ehemalige WM-Zweite, in Tirol am Start war, wertete die vier Heats enorm auf. „Es ist schwierig mit einem ehemaligen Vizeweltmeister auf der gleichen Ebene zu fahren“, gab Martin Posch in einem Interview im Livestream des YouTube-Channels „Motor TV22“ zu Protokoll. „Aber spannende Rennen haben wir.“
Ich habe vor, dass ich in der WM das vordere Mittelfeld erreich.‘ – Hans Weber
Posch war der Einzige, der Weber auf dessen Weg zum Sieg piesacken konnte. „Der letzte Lauf war wahnsinnig knapp“, ächzte der bayerische Maximummann bei „Motor TV22“ ins Mikrofon. „Martin hat richtig Druck gemacht.“ Dabei lächelt er aber auch: „Mit Martin Posch haben wir eine tolle Zusammenarbeit, da macht es nun auch Spaß, sich mit dem ein bisschen zu battlen.“
Weber und Posch bilden nun ein Gespann für die nächste Aufgabe: am 31. Januar den Weg in die Einzel-WM mit den Grands Prix von Inzell am 14. und 15. Märze sowie in Heerenveen am 11. April. „Wir werden gemeinsam mit Martin nach Schweden aufbrechen“, kündigt Weber an, „und dann versuchen, dort die WM-Qualifikation erfolgreich zu absolvieren.“

Für die Mannschafts-WM ist Weber als Partner von Max Niedermaier ohnehin gesetzt. Posch dürfte als zweiter Mann neben Franz Zorn die Farben Österreichs bei der Team-WM in Heerenveen am 12. April vertreten, Franz Kreuzberger bietet sich dort als Reservefahrer der Autrichen an.
Weber dämpft derweil die Erwartungen und streut bei „Motor TV22“ eine adäquate Prise Realismus ein: „Es ist schön zurückzukommen. Aber es ist nicht die Prämisse, dass ich den WM-Titel hole. Da muss man das Ganze erst wieder aufbauen. Ich habe vor, dass ich in der WM das vordere Mittelfeld erreich’. Aber es wäre eine Illusion, da jetzt vom WM-Titel zu träumen.“
Das ganze Video vom Eisspeedwayteil des Mega-Wintersporttages in Weißenbach von „Motor TV22“ kann man sich hier angucken:



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