Weiß aufs Eis
- Norbert Ockenga
- vor 2 Tagen
- 3 Min. Lesezeit
Exklusiv: So sehen die Fahreranzüge der deutschen Nationalmannschaft für die Eisspeedway-Team-WM aus – und das steckt wirklich dahinter.
Ganz in Weiß geht's aufs spiegelglatte Eis. Klingt wie die Neuinterpretation eines alten deutschen Schlagers von Hossa-Mann Roy Black, ist aber der Arbeitstitel für die Nationalmannschaft. Bei der Mannschafts-WM – das „Eisspeedway der Nationen“ – in Heerenveen wird Deutschland nicht im üblichen gedeckten Schwarz mit Applikationen der Bundesadlerflagge antreten, sondern in Kombis mit weißer Grundfarbe und schwarzen Dekorelementen.
Die Eis-Eiligen aus Deutschland sind für die Rückkehr der WM neu aufgestellt. Es gibt eine strategische und kommerzielle Allianz zwischen dem DMSB und dessen Promotionteam und Inn-Isar-Racing – dem Verein aus Wasserburg, der einen Großteil des deutschen Eisspeedwaysports fördert und ausbaut.
Lediglich Luca Bauer, Hans Weber und Marc Geyer segeln nicht unter der Flagge von Inn-Isar-Racing. Aber schon Max Niedermaier als Stammfahrer und der dritte Mann im Kader, egal wer’s wird, sind auch Inn-Isar-Racing-Fahrer.
Der Verein jener Stadt, die wegen der Vielzahl der Brücken, die über den Inn-Bogen auf die städtische Halbinsel führen, auch „das bayerische Venedig“ genannt wird, kümmert sich um die Vermarktung der Nationalmannschaft. Das Konstrukt ist eine Art abgespeckte Variante jenes Modells, mit dem die Briten ihre Speedwaynationalmannschaft führen: Dort hat eine unabhängige Organisation, angeführt von Ex-Mechaniker und -Teammanager Rob Painter, dem Verband sämtliche kommerziellen Rechte abgekauft und vermarktet das Nationalteam nun exklusiv.
Wir möchten eine längere Kooperation über mindestens drei Jahre machen. Nur dann kann man was bewegen. – Christian Platzer
Ganz so weit gehe die Kooperation zwischen der Eisspeedwaynationalmannschaft und Inn-Isar-Racing nicht, relativiert Bernd Sagert als Teammanager vom Verband. „Wir sind im ersten Schritt nur übereingekommen, dass wir zusammen daran arbeiten, den Sport zu stabilisieren und dann wieder auszubauen“, erläutert Sagert. „Bislang haben nur eine mündliche Vereinbarung – und das gemeinsame Ziel, etwas für den Eisspeedway zu tun. Wie weit das dann noch führen kann, wird sich mit der Zeit zeigen. Ein konkreter Vertrag ist noch nicht unterschrieben. Aber weil wir uns einig sind und die Zeit drängte, haben wir schon begonnen. Weil wir wissen, dass wir uns aufeinander verlassen können.“

Christian Platzer, der Erste Vorsitzende von Inn-Isar-Racing, ergänzt: „Das Schriftstück wird gerade ausgearbeitet. Weil wir so etwas Ähnliches wie mit Landshut für die Zweite Bundesliga machen möchten – eine längere Kooperation, über drei Jahre. So etwas nur auf ein Jahr zu beschränken, hätte für uns keinen Sinn ergeben; nur mit Langfrist kann man auch richtig was bewegen. Bis da die Tinte trocken ist, muss man ein bisschen warten. Der Vertrag wird beim ADAC gerade vorbereitet.“
Das neue Design der Kombis spiegelt den Einfluss von Inn-Isar-Racing wider: Die Bayern haben die Werbepartner beigesteuert, die man prominent auf der Renn- und Teambekleidung zu sehen bekommt. Aber das Dekor geht auch auf den Einfluss von Sagert zurück: „Ich finde nicht, dass man sich im Sport so zurücknehmen muss, als trage man Trauerkleidung. Mit dem Schwarzweiß wollten wir die alte Tradition der Fußballnationalmannschaft wieder bemühen – und zeigen: ‚Wir sind nicht nur dabei, wir meinen’s ernst.‘ Wir wollten gemeinsam ein klares Zeichen für den Sport und unser Team setzen.“
Die Partner, welche die Nationalmannschaft für ihre Werbung und Kommunikation nutzen, werden wir ab der kommenden Woche auf bahndienst.com vorstellen – inklusive der Beweggründe, warum sie sich für ein Engagement im Eisspeedway entschieden haben und wie sie es aktivieren.



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