„Mit dem Spaß kommt der Erfolg“
- Norbert Ockenga
- vor 3 Stunden
- 3 Min. Lesezeit
Langbahnfahrer Keijo Busch ist ab sofort neuer Kolumnist von bahndienst.com. In seinem ersten Blog schildert er, wie er sich auf seine Comebacksaison vorbereitet hat.
Ab dem dritten Törn könnte man auch wieder da hinfahren, wo man hin wollte. Aber am Anfang hat’s ein bisschen gedauert – man ist nach der langen Pause doch ein bisschen eingerostet. Das hat mir der erste Test auf der Speedwaybahn in Brokstedt ziemlich drastisch vor Augen geführt.
Dort habe ich in diesem Spätwinter erstmals wieder auf einer Speedwaymaschine gesessen – einfach nur, um überhaupt wieder ins Querfahren reinzukommen. Denn allein schon für den Hüftschwung braucht man Muskeln, die man im normalen Leben nicht benötigt. Nach ein paar Runden hat das aber schon wieder gut funktioniert.
Danach haben wir dann mit der Vorbereitung auf mein erstes Rennen nach der Pause begonnen. Das steht am letzten Sonntag im April in Plattling in Bayern auf dem Programm – auf einer Bahn, die es gleich Mal in sich hat. Denn sie ist so eine Art Fünfeck: Man startet aus einer Kurve raus, dann hat man zwei flotte Kurven, und am Ende warten drei gestückelte Kurven. Dazu ist der Boden relativ hart. Da braucht man einen anderen Motor als etwa auf einer Bahn wie in Scheeßel – wo ich gemeinsam mit Stephan Katt nach den ersten Runden in Brokstedt weiter trainiert habe.
Man braucht Muskeln, die man sonst nie benötigt. – Keijo Busch
In Scheeßel haben wir zum ersten Mal mit einem neuen Vergaser von Bernd Zapf gearbeitet – eine Konstruktion, die ohne die üblichen Düsen auskommt. Stattdessen hat man nur noch eine Bohrung mit einem Drehrad obendrauf, mit dem man sieben verschiedene Bereiche von 195 bis 230 einstellen kann. Man hat weniger zu tüdeln als bei einem konventionellen Vergaser, an dem man die Düsen wechseln muss – und man kann schneller reagieren. Theoretisch sogar noch auf dem Startplatz: Wenn man da sieht, dass die Bahn vor einem ausgefahren ist, kann man noch schnell unter die Plane greifen und den Vergaser über das Drehrad verstellen.

So weit bin ich auf meinen ersten Runden in Scheeßel noch nicht vorgedrungen. Das werde ich mir im Laufe der nächsten Rennen alles in Ruhe erarbeiten. Vorrangig geht es darum, dass ich mich überhaupt wieder auf dem Motorrad heimisch fühle.
Nach Scheeßel haben wir noch einen Abend in Mulmshorn getestet, da wir in Scheeßel Probleme mit dem Getriebe hatten. Mit dem neuen Getriebe, das wir in Mulmshorn verwendet haben, haute aber alles hin – sodass ich jetzt gerüstet bin für mein erstes Rennen nach der Pause.
Wir denken parallel schon darüber nach, was wir an Motor für die Bahn in Mühldorf machen können – wo die Deutsche Langbahnmeisterschaft stattfinden wird. Die 1.000-Meterbahn da ist noch Mal ein anderer Schnack, man muss mit dem Motor ziemlich arbeiten. Auch dafür haben wir gemeinsam mit meinem Tuner Bernd Zapf schon Ideen und Lösungen in petto.
Ob ich in Mühldorf fahre, steht noch nicht fest. Ich gehe aber davon aus. Ich habe meine Nennung abgegeben, und ich denke, dass man die auch für die DM annehmen wird.
Fix sind für mich die Rennen in Lübbenau, Lüdinghausen, Marienbad, Stadskanaal, Mulmshorn, Hechthausen und Werlte im Rahmenprogramm der Gespann-EM. Da können aber gern noch weitere Einsätze dazukommen.
Wo ich leistungsmäßig stehe, werde ich erst in Plattling zum ersten Mal sehen. Zwar war Stephan Katt in Scheeßel beim Test mit dabei. Aber man war letztlich doch immer allein auf der Bahn. Es gibt also noch keine Referenzwerte, anhand derer ich eine Hackordnung abschätzen könnte.
Auch in Plattling tappe ich zunächst noch im Dunklen. Ich war zum letzten Mal im Jahre 2012 dort – und habe keine Ahnung, ob und wie sich die Bahn da unten inzwischen verändert hat. Nach dem Rennen am 26. April sind wir alle ein gutes Stück schlauer.
Mir geht’s zunächst in erster Linie eh’ nur darum, wieder Spaß zu haben. Und mit dem Spaß kommt dann auch der Erfolg.



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