Zorn gewinnt vor Rekordkulisse
- Norbert Ockenga
- 8. Feb.
- 2 Min. Lesezeit
Lokalheld Franz Zorn verwandelt das von Bergen eingefasste Speedwaystadion von St. Johann in einen Hexenkessel. Hans Weber leistet ihm erbitterten Widerstand, sich aber auch zwei Tüdeligkeiten.
Ein Rodeoritt sorgt für die Entscheidung. Weil Hans Weber im Finale von St. Johann ausgangs der zweiten Kurve das Heck seiner Maschine ausbricht und er brutal nach innen getragen wird, bläst der 41-jährige Bayer die an sich im Kopf schon zurechtgelegte Attacke auf den führenden Franz Zorn ab.
Damit wird Zorn seinen ärgsten Rivalen auf einen Schlag los – und fährt ungefährdet zum Heimsieg.
Der Saalfeldener und Weber dominieren das offenen Rennen in den Alpen vom Fleck weg klar. Weber stürzt bei seiner ersten Besichtigungsrunde – aus Schusseligkeit. „Ich bin das letzte Mal 2017 in St. Johann gefahren. Der Radius war mir nicht mehr so geläufig“, gesteht er. „Als ich in der Startkurve nach innen zog, lag ich im tiefen Schnee.“
Ich habe übersehen, dass Hutla so schnell von hinten kam. – Hans Weber
Die Veranstalter warten, bis die Mechaniker Edi Schmid und Sebastian „Wast“ Maier die Maschine wieder flottkriegen. Schmid ist als langjähriger etatmäßiger Mechaniker in St. Johann übrigens erstmals wieder mit im Team des Rückkehrers, in Schweden hat Neuverpflichtung Wast Maier allein die Schraubenschlüssel geschwungen.
Weber gewinnt den verzögerten ersten Lauf klar vor Jasper Iwema, muss sich im zweiten Durchgang allerdings ebenso deutlich gegen Zorn geschlagen geben. Der Österreicher bleibt ungeschlagen, Weber zieht mit dem im direkten Duell erlittenen einen Punkt Rückstand ebenfalls direkt ins Finale ein.

Im Hoffnungslauf ergattern Lukáš Hutla und Jasper Iwema die letzten beiden Finalplätze, sie schalten auf der ultraschnellen Bahn im mit 6.000 Zuschauern pickepackevollen Speedwaystadion von St. Johann den Österreicher Harald Simon und den eindrucksvoll agierenden bayerischen Rückkehrer Christoph Kirchner aus.
Im Finale wählt Zorn den blauen Startplatz, Weber weicht auf den inneren aus, verliert den Start, bleibt aber bis zum heftigen Wackler dran und legt sich im Geiste einen Angriffsplan zurecht. „Aber ich habe etliche Meter verloren, Franky war weg, ich habe es gut sein lassen“, so Weber weiter. „Dabei habe ich aber übersehen, dass Hutla plötzlich schnell von hinten kam. Iwema war dann auch noch da; den konnte ich abwehren, aber Hutla war vorbei. So war es am Ende wieder der dritte Platz.“



Schön dass so viele Zuschauer dort waren, das ist sehr erfreulich,hoffentlich klappt das auch zukünftig dort mit dem Wetter