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Ein Sturz sagt mehr als 1.000 Worte

Wie Eisspeedwayneuling Bernhard Sanftl den Roloef-Thijs-Pokal am Freitagabend erlebt hat.


Der Abend fängt gut an, aber nur kurz. Nach seinem ersten Lauf beim Roloef-Thijs-Pokal legt sich eine Frauenhand zärtlich auf die Schulter von Bernhard Sanftl. Doch gerade, als Sanftl zu genießen beginnen möchte, holt ihn eine weiche Stimme unsanft in die Wirklichkeit zurück: Es wird nicht geflirtet, sondern gefrotzelt. „Ich hoffe, Dir ist klar“, sagt Amber Kramer nämlich mit betont unschuldigem Augenaufschlag zum Bayern, „dass Du gerade gegen eine Frau verloren hast.“


Denn Kramer wird im Eröffnungsheat vor Sanftl Zweite – für sie der Auftakt zu einer eindrucksvollen Vorstellung, für Sanftl nur eine kleine Delle in der Bilanz. Denn der Jugendfreund von Max Niedermaier, der in Heerenveen zum ersten Mal überhaupt auf einer langen Eisschnelllaufbahn unterwegs ist, hat sich vorgenommen, unter die ersten 10 zu fahren.


Du hast gerade gegen eine Frau verloren. – Amber Kramer

Der Freitag beginnt mit einem Sturz im Training. „Da habe ich mich nicht fest genug in die Fußraste gestellt“, gesteht Sanftl. „Zwar hat Max Niedermaier mir schon früher, bevor ich angefangen habe, schon immer erzählt, wie wichtig es sei, dass man sch da mit voller Kraft reinstellt – aber so richtig klar wird einem das erst, wenn man es selbst machen muss.“


Bernhard Sanftl knüpft beim Roloef-Thijs-Pokal an seinen starken Einstand in Schweden an. Foto: Heike Kleene
Bernhard Sanftl knüpft beim Roloef-Thijs-Pokal an seinen starken Einstand in Schweden an. Foto: Heike Kleene

Das Motorrad wird am Morgen mit einem neuen Vorderrad ausgerüstet. „Das alte hat mir nicht so getaugt, mit dem neuen hatte ich ein deutlich besseres Gefühl – sofern ich das mit meiner geringen Erfahrung überhaupt beurteilen kann.“


In der K.O.-Phase schafft es Sanftl mit zwei Siegen bis in die letzte Runde vor den Halbfinals. Dort wird er hinter Christoph Kirchner und Paul Cooper Dritter und verpasst so knapp die Semifinals. „Cooper hat vor mir immer wieder ein paar Hakler dringehabt. Da habe mir zwischendurch gedacht: ‚Kruzifix, den muss ich doch holen können.‘ Aber er ist mir immer wieder ein bisschen weggefahren.“


Dann muss der Bayer erstmal durchschnaufen. „Am Ende ist mir auch ein bisschen die Kondition ausgegangen. Deswegen habe ich auch nicht mehr das Allerletzte riskiert – bevor ich dann noch einen Lauf fahren muss und es mich am Ende noch schmeißt.“

 
 
 

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