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Zorn vorn

Warum der überlegene Sieger von Örnsköldsvik am Abend nach dem WM-Qualirennen reinweg nachdenklich wird.


Franz Zorn stößt einen tiefen Seufzer in die tiefe Dunkelheit der langen schwedischen Nacht hinaus. Es ist Samstagabend nach der WM-Qualifikation, und der Eisspeedwayfahrer aus Saalfelden am Steinernen Meer ächzt in einer der seltenen Ruhephasen nach dem Stahlgewitter von Örnsköldsvik: „Man ist ja nicht mehr 20.“


Genauer gesagt ist man 55. Denn „Franky“ Zorn ist der Letzte der alten Garde: Er hat sogar noch das legendäre Master of Spikes in Berlin-Hohenschönhausen miterlebt, hat mit all’ seiner Professionalität sogar die Russen in der Eisspeedway-WM herausgefordert und oft genug sogar mit dem Rücken an die Wand gebracht.


Genauso oft ist der Österreicher vor Wände gelaufen und verzweifelt: mit seiner Innovationsfreude und seinen Ansichten, die nicht mit den Strukturen einer – vorsichtig ausgedrückt – gar sehr traditionsbewussten Szene wie dem Bahnsport und insbesondere dem Eisspeedway zusammenpassten.


Es kostet eine Lawine Geld für diese paar kurzen Momente auf dem Motorrad. – Franz Zorn

Dennoch hat Zorn sich über die Jahrzehnte hinweg zu einem Vorbild in Sachen Einsatz und Professionalität gemausert, ist zu einem Leuchtturm im Eisspeedway avanciert.


Die spektakulärste Wintersportart der Welt kann man auch noch in einem Alter betreiben, in dem man in anderen Sparten längst hätte aufhören müssen. Per-Olof Serenius war mit 67 noch international aktiv, ein Landsmann des legendären Feuerwehrmanns aus Gävle in Schweden fuhr gar mit 79 noch Ligarennen in Skandinavien. So gesehen ist Zorn noch ein Jungspund. Dennoch räumt er im aktuellen Podcast von bahndienst.com offen ein: „Es war kein einfaches Jahr diesen Sommer, das kannst Du mir glauben. Die Zeit und die wirtschaftliche Lage machen’s auch nicht einfacher. Es kostet eine Lawine für diese kleinen Momente, die man immer nur auf der Maschine sitzt.“


Franz Zorn hat sich am Samstag in Schweden wieder für die Eisspeedway-WM qualifiziert. Foto: FIM
Franz Zorn hat sich am Samstag in Schweden wieder für die Eisspeedway-WM qualifiziert. Foto: FIM

Nach einer von Verletzungen und Technikproblemen geprägten Saison 2025, die er nach einem kapitalen Sturz in der WM gar vorzeitig abbrechen musste, hatte Zorn diesen Winter die Mühlen der Qualifkation auf sich zu nehmen.


Und die packte er am Samstag im tief verschneiten Örnsköldsvik – mit einem ungeschlagenen Maximumsieg vor Aki Ala-Riihimäki und Johann Weber, dem „Eishans“.


Zorn ist damit der einzige Österreicher in der WM. Denn Martin Posch verletzte sich in Örnsköldsvik an einer Hand, stieg vorzeitig aus – und wird auch keine Dauerwildcard bekommen. „Bei 15 Punkten gibt’s eigentlich nichts zu sagen – oder doch sehr viel“, bilanziert Zorn im Podcast, in dem alles über die Quali im Kallehov-Stadion aufgearbeitet wird. „Letztes Jahr war sehr schwierig für mich. Wir haben den ganzen Sommer nur für diesen Moment gearbeitet. Und wir dürften nicht schlecht gearbeitet haben. Bike läuft sehr gut. Und der Fahrer gehört auch dazu – ich bin gut drauf.“


Neben Zorn kommen im neuen Podcast auch andere Hauptdarsteller aus Örnsköldsvik in O-Tönen zu Wort:

  • Hans Weber

  • Luca Bauer

  • Max Niedermaier

  • Leon Kramer

  • Filip Jäger

  • Ove Ledström

  • Max Niedermaier d.J.

  • Paul Cooper


Den ganzen Podcast könnt Ihr Euch hier direkt anhören:



 
 
 

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