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Alles neu in Riga

Beim WM-Doppelschlag Anfang August wird die Bahn in Riga ein völlig neues Antlitz zeigen.


Der Speedway-Grand Prix in Riga soll 2026 nicht nur sportlich, sondern auch streckentechnisch neue Maßstäbe setzen. Die traditionsreiche Bahn im Bikernieki-Stadion ist in den vergangenen Monaten umfassend modernisiert worden. Ziel der Umbauten: mehr Überholmöglichkeiten, abwechslungsreichere Ideallinien und damit spannendere Rennen.


Die auffälligste Veränderung betrifft die Kurven. Sie wurden um 1,5 Meter verbreitert und gleichzeitig deutlich stärker überhöht. Die Querneigung steigt in den Kurven von bislang vier auf sieben Prozent und ist damit nahezu verdoppelt worden. Auch die Geraden erhielten eine stärkere Neigung: Dort wächst die Überhöhung von 1,5 auf drei Prozent.


Für die Fahrer bedeutet das deutlich mehr Spielraum bei der Linienwahl. Statt einer einzigen Ideallinie sollen künftig mehrere Spuren gleichzeitig konkurrenzfähig sein – eine wichtige Voraussetzung für spektakuläre Überholmanöver.


Der lettische Grand-Prix-Fahrer Andreij Lebedews gehörte zu den ersten Piloten, die den neuen Kurs testen konnten. Gemeinsam mit seinen Nationalmannschaftskollegen absolvierte er eine erste Trainingssession und zeigte sich anschließend überzeugt. „Alles wurde genauso umgesetzt, wie es vor dem Umbau geplant war“, sagt Lebedews. „Die Bahn ist jetzt breiter und besitzt wesentlich ausgeprägtere Überhöhungen. Dadurch können verschiedene Linien gefahren werden. Ich bin überzeugt, dass die Rennen dadurch noch spannender werden und die Zuschauer mehr spektakuläre Läufe erleben.“


Der alte und viel kritisierte UdSSR-Belag in Riga hat ausgedient. Foto: FIM
Der alte und viel kritisierte UdSSR-Belag in Riga hat ausgedient. Foto: FIM

Einen echten Heimvorteil möchte der Lette daraus allerdings nicht ableiten. „Die Strecke ist für alle Fahrer gleich, und das Niveau in der Weltmeisterschaft ist enorm hoch. Trotzdem hoffe ich natürlich, dass unsere Nationalmannschaft und die lettischen Fahrer von den Veränderungen profitieren können – schließlich finden hier im August sowohl das Halbfinale des Speedway World Cup als auch der Speedway Grand Prix statt.“


Nicht nur die Geometrie der Strecke wurde verändert. Auch der Untergrund ist komplett erneuert worden. Rund 1.700 Tonnen neues Bahnmaterial wurden aus Estland nach Riga transportiert. Dort steht Ölschiefer zur Verfügung, der sich für Speedwaybahnen deutlich besser eignet als der in Lettland übliche Kies oder Dolomit.


Der alte Belag stammte noch aus Zeiten, zu denen Riga und das Baltikum zur Sowjetunion gehörten.


Das neue Material gilt als belastbarer und widerstandsfähiger gegenüber Regen. Gleichzeitig wurde das Entwässerungssystem modernisiert, sodass die Bahn nach Niederschlägen schneller wieder in einen rennfähigen Zustand versetzt werden kann.

Auch beim Thema Sicherheit wurde investiert. Zusätzlich zu den bereits vorhandenen Airfences in den Kurven erhält der Sicherheitszaun rund um die Strecke nun über nahezu seine gesamte Länge stoßdämpfende Federungselemente.


Für Daniels Kārkliņš, Organisator der lettischen Speedway-WM-Läufe, sind die Umbauten eine direkte Antwort auf langjährige Kritik aus der internationalen Speedway-Szene. „Riga richtet den Speedway Grand Prix in diesem Jahr bereits zum vierten Mal aus“, erklärt Kārkliņš. „Bei jeder Veranstaltung sind erfahrene Fahrer, Funktionäre und Vertreter des Motorrad-Weltverbandes FIM vor Ort. Von ihnen haben wir immer wieder denselben Hinweis erhalten: Unsere Kurven waren zu eng und zu spitz angelegt. Dadurch gab es zu wenige verschiedene Linien und entsprechend nur begrenzte Möglichkeiten zum Überholen.“


Genau das soll sich nun ändern. „Die Unberechenbarkeit der Rennen macht den Reiz des Speedways aus“, sagt Kārkliņš. „Mit den Umbauten wollen wir den Fahrern mehr Möglichkeiten geben, unterschiedliche Linien zu wählen. Das sollte für noch spannendere und abwechslungsreichere Rennen sorgen.“

 
 
 

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