It’s a Long Way to the Top (If You Wanna Rock ’n’ Roll)
- Levi Fittkau
- vor 1 Tag
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In seinem neuen Blog schildert Nachwuchsfahrer Levi Fittkau, warum er sich für die 500R-Klasse entschieden und wie er sich auf seinen Aufstieg vorbereitet hat.
Der erste Versuch endete gleich auf dem Hosenboden. Ich bin im vergangenen Jahr bin schon zwei Mal mit der 500R in Norden gefahren. Bei den ersten Versuchen, auf der neuen, großen Maschine Fuß zu fassen, bin ich am Anfang der Kurve einfach direkt weggerutscht.
Denn wenn ich zu quer gekommen bin, dann bin ich auf der 125-Kubikmaschine, die ich bis dato gefahren hatte, immer vom Gas gegangen, damit die sich wieder geradestellt Und bei der 500R ist genau andersrum: Wenn man da den Gasgriff zudreht, geht die Maschine direkt weg.
Das Hinterrad dreht viel mehr, ist viel mehr am Schieben und zieht entsprechend das ganze Motorrad auch viel mehr nach außen. Mit der 125-Kubikmaschine bin ich nur Vollgas gefahren – nur auf Anschlag. Bei der 500R merkt man aber plötzlich die Unterschiede mit der Gasstellung richtig.
Vollgas zu fahren, habe ich mich zu Beginn nicht immer getraut. – Levi Fittkau
Ich bin auch ganz ehrlich: Da Vollgas zu fahren, das habe ich mich zu Beginn längst nicht immer nicht getraut. Bis zu einem Extratraining in Norden im Frühling diesen Jahres. Da haben Meik Lüders und André Pollehn mir beigebracht, wie man diese Furcht überwindet und wie man die Maschine auch aus sehr hohem Tempo – gerade auf der langen, großen Bahn in Halbemond – präzise in den Drift kriegen kann. Das zusätzliche Training in Norden hat mich für die ersten Rennen richtig weitergebracht.
Es war für mich quasi ein Aufbauseminar nach den ersten Lehrgängen im Frühling in Neuenknick und Cloppenburg. Und ich sage bewusst „Lehrgang“, weil sich dort mein Cloppenburger Klubkamerad René Deddens, Grand Prix-Fahrer Kai Huckenbeck und Nationalteammanager Matze Bartz zu einer besonderen Fördermaßnahme zusammengefunden haben, an der ich teilnehmen durfte.
Die hatten sich ein paar Fahrer ausgesucht, die Talentpotenzial haben. Mit denen sind sie in Neuenknick und in Cloppenburg tiefgründiger trainieren gegangen – nicht nur auf dem Motorrad, sondern auch mit Spielen und Aktionen, bei denen sich ein ganz besonderer Teamgeist herausgebildet hat. Dazu zählten auch eigene Sporteinheiten: wie man sich aufzuwärmen hat, wie eine optimale Trainingseinheit für Speedwayfahrer aussieht. Und beim Fahrstil selbst haben sie sich individuell auf die jeweiligen Fahrer konzentriert.
Wenn ein Profi wie Kai Huckenbeck oder auch dessen Freund René Deddens, der das Ganze erklärend sehr gut rüberbringen kann, einem konkrete Tipps fürs Fahren gibt, dann haben solche Ratschläge noch Mal eine ganz besondere Qualität.

Die Einheiten mit Meik Lüders und André Pollehn in Norden waren dann quasi die Fortbildung dessen, was wir zuvor in Neuenknick und in Cloppenburg am Abend vorm dortigen Press & Practice Day erarbeitet hatten.
Beides zusammen hat mir sehr geholfen, den Aufstieg in die große Klasse zu schaffen.
Denn nachdem ich im Vorjahr in Brokstedt Deutscher Meister in der Achtelliterklasse geworden bin, standen wir vor der Wahl: Fahren wir dieses Jahr 250-Kubik – oder gehen wir gleich hoch zu den gedrosselten Halblitermotorrädern, also in die 500R?
Es gibt Argumente für beide Kategorien, die wir uns in der Familie und im Verein auch alle angehört und durch den Kopf gehen lassen haben: Einige sagen, die 250er sei für die Weiterentwicklung des Fahrstils kontraproduktiv – andere Meinungen lauten, auf so einer Viertellitermaschine lerne man kämpfen und überholen.
Wir haben uns letztlich für die 500R entschieden, weil die 250er-Motorräder sehr anfällig sind und es auch nur noch recht wenige Leute gibt, die überhaupt noch in der Viertelliterklasse fahren. Und jeder Motorsportler kennt ja die Binsenweisheit: „Hubraum ist durch nichts zu ersetzen“ – deswegen haben wir uns für die 500R entschieden.
Und selbst wenn der erste Schritt ein größerer war als auf eine 250er zu gehen – inzwischen bin ich überzeugt davon, dass dieser Weg der richtige war. Ich versuche, jedes Training mitzunehmen und so viel zu fahren wie es irgend geht. In der Zweiten Bundesliga fahre ich für die Fighters in Cloppenburg als Ersatzmann. In der Liga Nord für Dohren, dazu noch den Weser-Ems-Cup und die NBM-Rennen bei uns im Norden.



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