Basis: so gut wie selten
- Norbert Ockenga
- 28. Dez. 2025
- 3 Min. Lesezeit
Der schwedische Verband hat das erste Trainingslager für seine Eisspeedwayfahrer organisiert – und Grund zum Optimismus.
Am Tag nach Weihnachten hat Peter Jansson genug von der Besinnlichkeit. Der hünenhafte Teammanager der Schwedischen Eisspeedwaynationalmannschaft werkelt stattdessen in seiner Werkstatt. „Ich baue gerade ein neues Eisspeedwaymotorrad von Grund auf“, verrät er Jansson am Telefon. „Denn ich hatte noch so viele gute, teils sogar noch originalverpackte Einzelteile rumliegen, dass ich dachte – wenn noch ein junger Fahrer auf die Idee kommt, sich auf Eis versuchen zu wollen, dann kann ich ihm gleich ein tiptop Motorrad stellen.“
Jansson sprudelt zwischen den Jahren vor Zuversicht. Denn kurz vor Weihnachten hat er in Östersund das erste Trainingslager für die schwedischen Eisspeedwayfahrer ausgerichtet: vier Tage im nordschwedischen Jämtland, dessen winterliches Wetter geprägt ist von den eiskalten Winden „Nordvästan“ oder „Kallvästan“, je nachdem, ob die steife Brise aus Nordwest oder dem Westen her weht. „Dieses Jahr war es an einem Tag sogar plus vier Grad warm“, erinnert sich Jansson, „aber das Eis war dennoch sehr gut.“
Wegen der warmen Witterung hat der Teammanager des Sommer-Erstligisten Norköpping das Trainingslager um einen Tag verkürzt und die eigentlich vorgesehenen internationalen Fahrer kurzerhand wieder ausgeladen: volle Konzentration auf die Vorbereitung der Schwedischen Eiselite.
Die war beinahe geschlossen erschienen. Nur die Ö’vil-Fraktion Martin Haarahiltunen, Niclas Svensson und Jimmy Olsén hatte keine Zeit. Trotzdem waren 11 Fahrer am ersten Tag dabei. „Leon Kramer hat mit uns angefangen. Aber dann ist schon gleich sein Motor hochgegangen, und er ist nach dem ersten Tag heimgereist.“
Wir haben ein paar neue Jungs, die sich sehr vielversprechend anlassen. – Peter Jansson
Übrig blieben Ove Ledström, Flip Jäger, Jimmy Hörnell, Jungstar Melvin Björklin, Martin Hellström, Tobias Nordström, Emil Lindvall, Anton Larsson und Isak Dekkerhus, ein Schützling und Stadtgenosse von Posa Serenius aus Gävle, dazu der Norweger Joe Saetre, „der ist zwar Norweger – aber eigentlich ein halber Schwede, weil er immer bei uns dabei und integriert ist“.
In Östersund gebe es eine Pension direkt neben der Anlage, in der alle Fahrer sich einquartieren, lobt Jansson. „Wir haben im Moment 20 aktive Fahrer in Schweden; wir wollen uns darauf konzentrieren, die so gut wie möglich zu fördern, deswegen werden wir in der Saison auch noch ein weiteres Trainingslager ausrichten“, kündigt Jansson an. „Wir haben gerade eine sehr gute Basis – und müssen nun mit voller Kraft daran arbeiten, die zu nutzen, um den Sport wieder spürbar nach vorn zu bringen.“

Die erste Lehre aus dem Trainingslager laute: „Wir haben ein paar neue Jungs, die sich sehr vielversprechend anlassen. Melwin Björklin natürlich; der hat im vergangenen Jahr in Heerenveen sein allererstes Rennen bestritten. Aber auch Anton Larsson und Emil Lindvall. „Die haben zwar beide schon ein Jahr im Sattel hinter sich. Aber ich sehe sie beide noch als Neulinge an. Um den nächsten Schritt zu schaffen, werden sie noch ein weiteres Entwicklungsjahr brauchen.“
Das Trainingscamp in Östersund gliederte sich auf in drei Tage auf der Bahn und einen vierten, bei dem ein Physiotherapeut mit einem sogenannten „Piepstest“ das Fitnesslevel der Fahrer bestimmte und ihnen einen maßgeschneiderten Trainingsplan für die Saisonvorbereitung mit auf den Weg gab.
Nächster Schritt: der Auftakt der Schwedischen Eisspeedwayliga. „Nach deren ersten drei Durchgängen“, kündigt Jansson an, „werde ich offiziell machen, welche Fahrer bei welchen internationalen Wettbewerben für Schweden starten werden.“



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