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Beim Fußball fehlt das Adrenalin

Unser neuer Kolumnist Levi Fittkau steht am Samstagabend erstmals im Zweitligakader des MSC Cloppenburg. Vor seinem Heimspiel in Emstekerfeld schildert der 16-Jährige in seinem ersten exklusiven Blog, wie er überhaupt zum Speedway gekommen ist.


Ich war früher in einer Fußballmannschaft in Sevelten, meinem Heimatdorf unweit von Cloppenburg. Ein Klubkamerad, Ben Wilken, hatte seinerzeit auch ein kleines Pocketbike. Ich bin damit früher immer auf einem Acker gefahren. Das hat mir richtig Spaß gemacht. Ben Wilken ist auch Mal zur Speedwaybahn des MSC Cloppenburg gekommen, um dort mit seinem Pocketbike rumgefahren. Da habe ich das aus reiner Neugier auch ausprobiert.


So bin ich hier ein paar Mal rumgefahren. Eines Tages habe ich mich auch das erste Mal auf eine echte Speedwaymaschine gesetzt. Ab dem Moment wollte ich nichts Anderes mehr machen. Danach bin ich in Cloppenburg immer ein Mal im Monat zum Training hingekommen – als 14-Jähriger.


Ich hatte vorher sechs Jahre lang Fußball gespielt. Aber dabei hat mir immer so der Adrenalinkick gefehlt. Das ist mir allerdings erst so richtig aufgefallen, als ich zum ersten Mal auf dem Motorrad saß; erst in dem Moment wurde mir bewusst, was mir vorher beim Fußball eigentlich gefehlt hat.


Im Unterbewusstsein wollte ich schon als Fußballer eigentlich Rennfahrer werden. – Levi Fittkau

Im Unterbewusstsein wollte ich scheinbar schon immer Rennfahrer werden. Ich bin früher auch mit meinem Vater sehr gerne Kart gefahren. Wir sind oft gemeinsam in Leihkarts unterwegs gewesen. Denn wir haben auch früher immer gern zusammen Formel 1 geguckt, auch andere Rennen. Und Motocross fand ich auch damals richtig cool.


Zum Speedway bin ich letztlich eigentlich eher durch Zufall gekommen. Aber der Sport hat mich dann sofort interessiert – und auch fasziniert. Schon ein Jahr nach meinen ersten Trainings in Emstekerfeld in Cloppenburg folgte meine erste volle Saison.


Bei meinen ersten Rennen habe ich schnell gemerkt, wie vielfältig, anstrengend und auch anspruchsvoll der Sport tatsächlich ist. Da steckt viel mehr dahinter, als man von außen auf den ersten Blick glauben mag. Deswegen habe ich mich auch dem MSC Dohren angeschlossen, um auch auf dessen Eichenring im Emsland regelmäßig trainieren zu können. Dadurch, dass ich meine wöchentlichen Trainingseinheiten durch Fahrten in Cloppenburg und Dohren quasi verdoppelt habe, konnte ich in der 125-Kubikzentimeterklasse recht schnell Fuß fassen. Und im vergangenen Jahr in Brokstedt sogar schon den Deutschen Meistertitel holen.


Und inzwischen fahre ich erstmals auf einer 500R, also einer gedrosselten ausgewachsenen Speedwaymaschine.


Vater Sebastian Fittkau prüft beim Medien- und Testtag in Cloppenburg am Vorstart den Luftdruck an der Maschine von Sohnemann Levi. Foto: Heike Kleene
Vater Sebastian Fittkau prüft beim Medien- und Testtag in Cloppenburg am Vorstart den Luftdruck an der Maschine von Sohnemann Levi. Foto: Heike Kleene

Da sind die Anforderungen völlig anders als auf einer 125er. Das Zweitligarennen am Samstagabend auf meiner Heimbahn in Cloppenburg wird deswegen für mich und meine Eltern, die mir permanent auf meinem Karriereweg helfen, noch Mal etwas ganz Besonderes werden: Ich bin als Ersatzfahrer mit dabei. Denn wir sind im Aufgebot der Cloppenburger zwei junge Fahrer, die auf der 500R-Position fahren: Thies Schweer und ich.


Thies verfügt schon über etwas mehr Erfahrung, er war im vergangenen Jahr schon in unserer Ligamannschaft, wenn auch damals noch auf einer Viertellitermaschine. Für mich ist im großen Speedway noch Vieles neu, ich möchte lernen und mir möglichst viel abgucken. Das geht natürlich am besten durch Fahren. Aber auch wenn ich nicht zum Einsatz komme, werde ich hinter den Kulissen in alle Besprechungen und Prozesse eingebunden – und werde am Samstag in Cloppenburg so oder so eine Menge mitnehmen für meine weiteren Rennen auf der 500R in dieser Saison.

 
 
 

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