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„Bist Du so schnell oder ich so langsam?“

vor 2 Stunden
3 Min. Lesezeit

Celina Liebmann gewährt im neuen Blog spannende Einblicke auf ihren und Lars Skupieńs Weg zu Rang 2 beim Paarcup in Wittstock.


Bei der Bahnbegehung waren wir uns noch recht unsicher. Es lag sehr loses und tiefes Material auf der Bahn, drunter war es aber hart. Wir wussten also nicht so ganz, womit wir zu rechnen hatten.


Das Training lief dann ganz gut. Lars hatte vorm ersten Training Probleme mit dem Motorrad, die er aber in den Griff gekriegt hat, bevor das Training losging. Ich war allerdings nicht zufrieden mit meinem ersten Training: Das Motorrad hat zu wenig geschoben. Also haben Lars und ich uns nach dem ersten Training besprochen, in welche Richtung ich mit der Abstimmung gehen soll, damit das Motorrad mehr schiebt. Da hat er mir sehr geholfen: Die Richtung, die er mir gegeben hat, war genau die richtige.


Wir haben einen Schritt mit dem Setup fürs zweite Training gemacht, das war schon besser. Fürs Rennen sind wir dann noch weiter in dieselbe Richtung gegangen, daraufhin war die Maschine noch besser. Gleich im ersten Lauf gegen Neubrandenburg haben wir ein Bombenpaarfahren hingelegt. Das war wunderschön und hat richtig viel Spaß gemacht.


Als wir das Öl abließen, guckte uns schon eine Schraube entgegen. – Celina Liebmann

Ich habe den ganzen Rennverlauf hinweg die Übersetzung nicht geändert. Ich hatte aber nach meinem vierten Lauf einen Motorschaden. Ich bin froh, dass ich den vierten Lauf überhaupt noch geschafft habe. Denn schon als ich vorm Start meine Rille gegraben habe, hörte ich, dass der Motor klackert. Ich habe mich zu meinem Vater umgesehen, der ja auch mein Mechaniker ist – und gleichzeitig gehört, dass der Stadionsprecher schon sagte: „30 Sekunden noch.“ In der Zeit schaffst du es in Wittstock nicht mehr, die Maschine zu tauschen. Papa hat mir das Zeichen gegeben, einfach zu fahren.


Celina Liebmann und Lars Skupień zeigen in Wittstock Paarfahren par excellence. Foto: Klaus Hauptmann
Celina Liebmann und Lars Skupień zeigen in Wittstock Paarfahren par excellence. Foto: Klaus Hauptmann

Ich hatte echt Schiss, dass der Karren flötengeht während des Rennens. Und das bei einem Wettbewerb, wo jeder Punkt wichtig ist. Lars und ich haben ein 7:2 gegen Wolfslake gefahren. Als wir das Motoröl abgelassen haben, hat uns schon gleich eine Schraube entgegenguckt. Das Öl konnte kaum rauskommen, weil der Ablass von der Schraube richtig blockiert war. Der Motor war also wirklich hin.


Für die letzten drei Läufe – das waren die mit den stärksten Gegnern – musste ich also aufs Reservemotorrad umsteigen. Das war auch in Ordnung. Ich weiß nicht, ob wir da noch etwas an der Übersetzung hätten ändern sollen oder nicht. Es war in den Moment zwar ein bisschen schade, weil wir zuvor die optimale Einstellung am anderen Motorrad gefunden hatten. Aber es hat dennoch gereicht zum zweiten Platz. Lars und ich sind darüber unglaublich happy. Wir wollten beide einfach nur aufs Treppchen fahren. Dass es der Vize wird, damit haben wir nicht gerechnet.


Lars hat mit dem Setup öfter hin und her gespielt, vor allem mit der Bedüsung. Als wir nach dem ersten Lauf im paar gefahren sind, hat er mich sogar gefragt: „Celina, bist Du jetzt so schnell oder ich so langsam?“ Ich weiß nicht, ob das ein Kompliment war oder eine Beleidigung. (Lacht.) Ich habe geantwortet: „Lars, ich glaube tatsächlich, dass ich gerade schnell war. Denn ich glaube nicht, dass Du langsam bist.“


Er war ja dann in der Tat auch nicht langsam. Das hat er schließlich später gezeigt: Er war der Einzige, der Valentin Grobauer und Martin Smolinski – das am Ende siegreiche Paar – hat schlagen können. Der ganze Auftritt war super; der Abend insgesamt hat echt Spaß gemacht, und ich würde das jederzeit genau so wiederholen.



 
 
 

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