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Blödorn dominiert, Riss schwächelt

So lief der erste Durchgang der Deutschen Speedway-Einzelmeisterschaft in Herxheim.


Kevin Wölbert bringt den Eindruck auf den Punkt. „Er war uns allen einen Schritt voraus“ – so urteilt Wölbert nach dem ersten von fünf Läufen zur Deutschen Meisterschaft in Herxheim über Norick Blödorn. „Drei Rennen hat er ja auch schon vorweg gehabt.“


Denn Blödorn ist bereits bei sogenannten Sparrings mit seinem neuen polnischen Klub Thorn gefahren und hat auch schon das prestigeträchtige Peter Craven Memorial seines englischen Arbeitgebers Manchester absolviert, das sein Teamkollege Dan Bewley gewonnen hat. Die Konkurrenz des Titelverteidigers hingegen fuhr in Herxheim am Sonntag meist ihr erstes Rennen des Jahres.


Entsprechend hat Blödorn in der Pfalz leichtes Spiel. Er besiegt gleich zu Beginn Wölbert und auch Erik Riss – die beide ihr eigenes Päckchen zu tragen haben.


Riss hat seit acht Monaten kein Rennen mehr gefahren. Nun laboriert seit Donnerstag unter einer üblen Grippe, rollt reichlich geschwächt ans Band – und will sich nun am Montag eine Grippeschutzimpfung verpassen lassen, damit er für den Rest der Saison, die gerade houchtourig Fahrt aufnimmt, gewappnet ist.


Kraft auf dem Motorrad und Konzentration leiden in Herxheim. Die Starts missraten deswegen teilweise sogar. „Und selbst wenn ich die Starts gewonnen habe, konnte ich mich in der ersten Kurve kaum richtig konzentrieren.“


Kurz hat vorher sogar eine krankheitsbedingte Absage im Raum gestanden. Doch Riss ringt mit sich und kämpft sich durch – und kalkuliert nun damit, dass der Tagesrang 3 von Herxheim das obligatorische Streichresultat seiner Saison darstelle. Dass Riss im entscheidenden Moment im Stechen gegen den punktgleichen Wölbert den Kürzeren zieht und nur Dritter wird, führt er auch darauf zurück, dass ihm am Ende die Kraft ausgegangen sei.


Selbst wenn ich die Starts gewonnen habe, konnte ich mich in der ersten Kurve kaum richtig konzentrieren. – Erik Riss

Und Wölbert gesteht, nachdem er gar mit einem dritten Rang hinter Blödorn und Janek Konzack in den Nachmittag gestartet ist: „Ich habe mich im ersten Lauf setupmäßig vertan, bin nicht gut durch die erste Kurve gekommen.“ Deswegen wird er sogar nur Dritter. „Ich habe dann einige Sachen umgestellt, habe den Speed gefunden und dann 3 – 3 – 3 gefahren.“ Auch über die Ursachen grübelt er: „Es ist nicht so leicht mit der neuen Zündbox, die ich seit letztem Jahr fahre; da ist Norick schon ein bisschen warmgefahren, der fährt das schon vier Jahre, wenn nicht gar länger.“


Die ersten 3 sind in Herxheim eine Klasse für sich, wobei Blödorn dem Geschehen auf der kurzen Piste im Innenring der Langbahn klar seinen Stempel aufdrückt. Alle anderen Fahrer folgen teils mit Respektabstand dahinter. Richard Geyer etwa stellt als Vorletzter ernüchtert fest: „ Das Rennen war sehr startplatzgeprägt. Und mit zwei Mal Helmfarbe Weiß war da für mich nicht viel zu holen.“


Norick Blödorn – hier beim Test in Cloppenburg – hat auch in Herxheim gut lachen. Foto: Heike Kleene
Norick Blödorn – hier beim Test in Cloppenburg – hat auch in Herxheim gut lachen. Foto: Heike Kleene

Lars Skupień wird als Vierter – mit drei Laufsiegen – Bester vom Rest vor Ben Iken. Dessen Mentor Meik Lüders stellt fest: „Die Bahnverhältnisse wurden immer besser. Weil es gestern noch ordentlich geregnet hatte, war’s beim Training noch nicht so gut. Aber als die Schüler- und Juniorenrennen durch waren, wurde die Bahn immer besser.“


Iken erklärt: „In den ersten beiden Läufen hatte ich Probleme mit dem Setup und kam nicht gut aus dem Start. Dann haben wir mit der Bedüsung und der Hinterradübersetzung gearbeitet. Ab dem dritten Lauf lief es besser – die Starts haben funktioniert, und das Setup hat gepasst. Somit konnte ich in den letzten drei Läufen gute und wichtige Punkte einfahren, um am Ende auf dem fünften Platz zu stehen. Ich bin zwar mit dem Ergebnis mehr als zufrieden. Trotzdem ärgern mich die schlechten Ergebnisse in den ersten beiden Läufen.“

 
 
 

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