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Das Nachbeben: Zeit für Lösungen

Wie geht es nach der konfrontativen Absage von Hans Weber mit der deutschen Nationalmannschaft weiter?


Die Erschütterung hat ihm die schier die Sprache verschlagen. Bernd Sagert, der Teammanager der Deutschen Eisspeedway-Nationalmannschaft, bescheidet über die Causa Hans Weber knapp: „Das kläre ich im direkten Gespräch, nicht über die Presse.“ Dann verbietet – so seine Wortwahl im O-Ton – er, weiter aus dem Telefonat zu zitieren, das sich um den Rückzug vom „Eishans“ aus der Équipe für Heerenveen dreht.


Da die Nennung für die Mannschafts-WM erst in der Woche vor Ostern erfolgen muss, bleibt immerhin noch Zeit für solche Unterhaltungen. Zumal Sagert in einem früheren Telefonat bereits angekündigt hatte, dieses Jahr auch zum Einzel-WM-Auftakt nach Inzell zu reisen. Dort steht Weber am Band – und man könnte noch dafür sorgen, dass Deutschland doch noch mit dem Ersten Sturm ins Thialf geht statt mit Bob Deutschland II.


Hans Weber (r.) und Martin Posch haben im Winter in Östersund zusammen trainiert. Foto: Facebook Eishans
Hans Weber (r.) und Martin Posch haben im Winter in Östersund zusammen trainiert. Foto: Facebook Eishans

Steine des Anstoßes für Weber gibt es mehrere, doch einige scheinen sich quasi von selbst zu lösen. Etwa seine Kritik an einer neuen Tagesrennlizenz nur für die Mannschafts-WM, die seiner Befürchtung nach bei der FIM teuer zu lösen sei. Armando Castagna, innerhalb der FIM Vorsitzender der Bahnsportkommission CCP, runzelt die Stirn, als er davon hört. „Wenn man mit einer internationalen Jahreslizenz fährt, dann schließt die natürlich auch das Eisspeedway der Nationen ein“, rückt der Exrennfahrer aus Italien gerade. „Wenn man die Grands Prix jeweils mit einer internationalen Tageslizenz fährt, was meines Erachtens überhaupt keinen Sinn ergibt – nur dann müsste man für den Mannschaftswettbewerb eine extra Lizenz lösen.“


Das kläre ich im direkten Gespräch, nicht über die Presse. – Bernd Sagert

Die von Weber kritisierte Neueinführung von offiziell FIM-homologierten Sturzhelmen erachtet Castagna ebenfalls nicht als kritisch. „Das ist ein Thema, über das wir nun schon seit vier Jahren reden“, antwortet Castagna. Die Sache sei also nicht neu, auch wenn die neuen knitterfreien Hüte 2026 erstmals im Offroadbereich verwendet werden müssten. „Bei der Rallye Dakar hatten wir 116 Motorradfahrer mit den neuen Helmen dabei – da werden wir es doch wohl schaffen, 16 Eisspeedwayfahrer damit an den Start zu bringen.“


Bleibt das Thema der Einbindung seiner eigenen Werbepartner in das neue Konstrukt der Eisspeedway-Nationalmannschaft.


Doch ist diese Diskrepanz wirklich unüberbrückbar?


In der Firma Kugelmann, die unter dem Motto „Helden des Winters“ in Rettenbach am Auerberg im tiefsten Allgäu hochmoderne und gewaltige Maschinen für Winterdienste – Streuwagen, Räum- und Kehrmaschinen, mit präziser Lasersteuerung und eindrucksvoller Technik – produziert, ist einer der persönlichen Partner von Weber sogar auch Nationalmannschaftssponsor. Das Kugelmann-Logo, bei Weber auf dem hinteren Kotflügel zu sehen, wird bei der Nationalmannschaft auf einem Oberschenkel prangen.


Und einer der beiden Unterschenkel der Nationalteamkombis glänzt noch jungfräulich Weiß.


 
 
 

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