Die zwei Gründerväter
- Norbert Ockenga
- vor 7 Stunden
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Was passierte mit den beiden Männern der allerersten Runde vom Bergring?
So richtig Fahrt auf nimmt die Geschichte ausgerechnet an einem 1. April. An jenem für seine Scherze berüchtigten Frühlingstag 1929 vermeldet die Lokalzeitung der Stadt Teterow erstmals die Pläne, eine Rennbahn in den Heidbergen zu bauen.
Doch ein gutes Jahr später ist die Piste fertig – und wird sogleich mit dem Nürburgring verglichen, der in der Eifel drei Jahre vorher erbaut worden ist. Kurz vor Pfingsten 1930 durchschneidet Studienrat Carl Schröder, der Vater des Bergrings, das Band der Eröffnungszeremonie und fordert Georg Hachmeister auf, mit schwungvoller Eleganz die erste Runde auf einer Rennmaschine zu drehen.
Hachmeister kommt aus Niendorf und gilt seinerzeit als der beste Lizenzrennfahrer von ganz Mecklenburg. Deswegen ist er 25. Juni 1930 derjenige, der den Bergring entjungfert. Er wird danach nicht nur beim ersten Rennen antreten – sondern noch vier weitere Male. Zu seinen Erfolgen in den Jahren 1930 und 1931, wo er jeweils Mehrfachstarts absolvierte, zählen ein Sieg in der Viertelliter- sowie je ein zweiter Platz in der 350- und 500-Kubikkategorie.

Dann erleidet er in seinem Seitenwagengespann auf dem Wilhelmsplatz in Teterow einen so schweren Unfall, sodass Hachmeister seine Laufbahn dreingeben muss.
Auch für Carl Schröder läuft die Uhr am Bergring schon nach wenigen Ausgaben ab – vorläufig. Er ist von 1930 bis 1935 Hauptorganisator der ersten Rennen, wird dann aber nach Schwerin versetzt – und dem Bergring noch bis 1939 als Sportkommissar eingesetzt.
Nach dem Zweiten Weltkrieg kümmert sich Schröder darum, dass ab 1949 wieder Rennen auf der von Grund auf renovierten Anlage stattfinden können, wird 1957 auch Erster Vorsitzender im neuen MC Bergring Teterow und arbeitet noch bis 1963 als Schiedsrichter und im Organisationskomitee des Rennens mit.



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