Doppelschlag mit Paukenschlag
- Norbert Ockenga
- vor 8 Stunden
- 3 Min. Lesezeit
Die Speedway-Bundesliga beginnt mit zwei Rennen und ebenso vielen Überraschungen an zwei Tagen.
Die Unbesiegbaren sind geschlagen, und die Siegunfähigen haben gewonnen. Die Speedway-Bundesliga, weiterhin eine rein nordostdeutsche Angelegenheit mit drei Vereinen, wartet zum Auftakt mit zwei Überraschungen auf.
Und mit einem Tabellenführer, den dort keiner erwartet hätte: den MC Nordstern Stralsund, der seit der Ligareform noch kein Rennen hat gewinnen können – aber am Samstag im heimischen Paul-Greifzu-Stadion den Vortagessieg von Wittstock egalisieren konnte und dank des Laufpunktverhältnisses auf Rang 1 der Liga liegt.
Los geht das Überraschungskarussell aber schon am Tag zuvor, dem Freitag. Der MC Güstrow fängt sich zu Saisonbeginn der Speedway-Bundesliga in Wittstock eine klare Niederlage ein. Die Wölfe aus Wittstock haben beim Heimrennen den Abomeister 47:37 abgefertigt. Janek Konzack ist dabei mit 13 Punkten bester Fahrer, und er wird von Marko Lewischin in 11 Zählern perfekt ergänzt. Güstrow hat in Villads Nagel, der 17 Zähler holt, den insgesamt Punktbesten, doch außer dem Dänen kann keiner zweistellig punkten.
Dabei geht es eigentlich so los, wie es zu erwarten steht: Die Gäste beginnen gleich mit einem Doppelsieg. Aber davon können sich die Gastgeber schnell erholen und gleichen im vierten Lauf zum Unentschieden aus.
Klar, mehr geht immer. – Kevin Wölbert
Dieses hält sich bis zum Lauf 8. In den weiteren Punktläufen gelingt es den Wölfen klar, die Gäste zu beherrschen und bis zum Lauf 12 einen Vorsprung von acht Zählern herauszufahren. Maßgeblichen Anteil haben die guten Starts der Fahrer des einheimischen Teams. Den Sieg vor Augen, wird es zunächst finster, weil das Flutlicht ausfällt. Nach der Zwangspause gelingt den Wölfen im ersten Finale ein Doppelsieg, und so können die Torros im abschießenden Heat den Abstand nur noch auf 10 Punkte reduzieren.

Valentin Grobauer steuert als Mannschaftskapitän der Güstrower nur sechs Punkte bei. „Die Bahn war sehr glatt, weil es in Wittstock vorher schon längere Zeit nicht mehr geregnet hat – bis zum letzten Durchgang. Als dann das Flutlicht aus war, hat es auch angefangen zu regnen“, bilanziert der Bayer. „Ich hatte meine Probleme, überhaupt ins Fahren zu kommen. Im vierten Durchgang ist auch noch die Zündung kaputtgegangen, das haben wir noch getauscht. Alles in allem war’s keine so gute Leistung von mir. Die Starts wares okay, die Geschwindigkeit war mittelmäßig. Da muss man noch gucken, dass man bei den nächsten Rennen, auch beim Paarfinale in Wittstock, etwas hat, was dann auch wirklich gut funktioniert.“
Tags drauf irren Teile der Wölfe orientierungslos über die härtere und kürzere Bahn von Stralsund. Die Starts passen nicht mehr halb so gut wie am Vorabend, immer wieder orientieren sich die Wittstocker zu weit nach außen und lassen sich innen von den Gastgebern überholen. Kevin Wölbert ist bereits einen Tag vorher zu einem Sondertraining an den Strelasund gereist und bekam ein entscheidendes Element aus nächster Nähe mit: das Wetter. „Es hat nachts geregnet, dementsprechend hat die Bahn sich noch ein bisschen verändert.“
Wölbert reagiert darauf richtig und wird zu einer Stütze der Mannschaft.
Stralsund ist sowohl in der Einzelbilanz als auch bei der Homogenität überlegen: Jacob Thorssell und Daniils Kolodinskis punkteten zweistellig, der 32-jährige Schwede aus Åtvidaberg holt vier Siege und zwei zweite Ränge. Und die sind auch noch jeweils hinter dem Teamkollegen vom Baltikum, also ein Unterfüttern des 5:1 für Stralsund.

Die mannschaftliche Geschlossenheit ist die eigentliche Stärke der Heimmannschaft von der Ostsee. Auch Kevin Wölbert und Lars Skupień ergänzen einander zu einem 5:1, bei dem sie perfekt als Paar harmonieren und auch ihre Fahrweise während des Laufs so ändern, dass der Doppelsieg möglich wird. Ein weiteres Mal retten sie ein Unterschieden gegen Adrian Cyfer, den besten Einzelakteur der Güstrower, und Janek Konzack, der mit den Bedingungen in Stralsund nicht so gut klarkommt wie auf der ausladenden, schnellen und mehrspurigen Bahn in Wittstock. Skupień und Wölbert unterfüttern mit zweiten Rängen hinter Kolodinskis respektive Thorssell weitere 5:1-Fahrten.
Die beiden Deutschen erweisen sich so als wertvoll-tragende Eckpfeiler für das 49:35 der Stralsunder über Wittstock. „Das war seit zwei Jahren der erste Sieg für Stralsund. Dementsprechend waren alle gan happy damit“, lächelt Wölbert. „Ich habe mit meiner Leistung einen guten Teil dazu beigetragen – als Drittbester von allen Fahrern. Klar, mehr geht immer – aber damit bin ich schon ganz zufrieden.“
Tabelle
1. MC Nordstern Stralsund
2. MSC Wölfe Wittstock
3. MC Güstrow Torros



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