Doppeltes Heimrecht
- Norbert Ockenga
- vor 1 Tag
- 3 Min. Lesezeit
Kann Villads Nagel dank zweier Heimspiele den Spieß in der Junioren-WM noch umdrehen?
Es geht gleich zwei Mal auf eine Heimbahn: in Lodz und beim SGP2-FInale in Vojens. Der dänische Nachwuchsfahrer Villads Nagel will seinen starken Auftakt in der Juniorenweltmeisterschaft fortsetzen. Beim Grand Prix von Polen am Freitag in Lodz möchte der 20-Jährige den nächsten Schritt im Titelkampf machen.
Besonders motiviert geht Nagel auf seiner polnischen Heimbahn an den Start. Für Orzeł Lodz fährt er in der Zweiten Ekstraliga und kennt das Oval bestens. Nach Rang 3 beim Saisonauftakt in Malilla am 10. Juli will der frühere SGP3-Vizeweltmeister nun erneut aufs Podium. „Der Auftakt ist gut gelaufen und ich freue mich auf den weiteren Verlauf der Serie. Jetzt kommt meine polnische Heimbahn, deshalb ist ein weiterer Platz unter den Top Drei ganz klar mein Ziel“, sagt Nagel.
Dennoch will sich der Däne nicht zu früh unter Druck setzen: „Ich möchte mich selbst nicht enttäuschen. Natürlich fahre ich auf Sieg – das ist immer mein Ziel.“
Nagel blickt dem Rennen in Lodz voller Vorfreude entgegen und ist überzeugt, dass die Zuschauer attraktiven Speedway erleben werden. „Ich mag diese Bahn. Ich bin hier schon einige Male gefahren, habe gute Rennen gezeigt und wichtige Punkte gesammelt. Deshalb freue ich mich sehr auf Freitag“, erklärt er.
Auch sportlich erwartet er ein hochklassiges Rennen: „Wenn die Fahrer die Möglichkeiten der Bahn nutzen, werden wir großartigen Speedway sehen. Die Bahn bietet viel Potenzial für Überholmanöver und enge Zweikämpfe. Ich hoffe auf ein volles Stadion und einen tollen Abend mit den U21-Fahrern.“

Bereits jetzt richtet Nagel den Blick auf das Saisonfinale am 11. September im dänischen Vojens, wo der U21-Weltmeister gekürt wird. „Ich freue mich darauf. Die Bahn gehört zwar nicht unbedingt zu meinen Favoriten, aber ich bin dort schon oft gefahren. Natürlich hoffe ich auf die Goldmedaille. Und wenn das nicht klappt, wäre ein Platz unter den ersten Drei ebenfalls ein schönes Ergebnis.“
Im Titelkampf profitiert Nagel allerdings vom verletzungsbedingten Ausfall des Polen Wiktor Przyjemski, der nach seinem Sieg in Målilla die Gesamtwertung anführt. Der Juniorenweltmeister von 2024 zog sich im Finale der Polnischen U21-Meisterschaft am vergangenen Samstag Verletzungen zu und muss den Lauf in Lodz auslassen.
Hinter Przyjemski liegen derzeit die Dänen Mikkel Andersen, Villads Nagel und William Drejer auf den Plätzen 2 bis 4. Nagel hat lediglich vier Punkte Rückstand auf die Spitze – dennoch hätte er den Titelkampf lieber auf der Strecke gegen den favorisierten Polen entschieden. „Natürlich wünscht man niemandem eine Verletzung. Aber Speedway ist nun einmal ein harter Sport, und solche Dinge passieren leider“, sagt er.
Dabei erinnert sich Nagel an seine eigene Verletzung: „Als ich mir in Polen das Schlüsselbein gebrochen hatte und gesehen habe, dass die SGP2-Qualifikation nur eineinhalb Wochen später stattfindet, dachte ich nur: Das wird schwierig. Am Ende habe ich es trotzdem geschafft.“
Dem verletzten Rivalen wünscht er eine schnelle Rückkehr: „Ich hoffe, Wiktor ist bald wieder fit. Ich möchte gegen die besten Fahrer antreten. Natürlich wäre ich auch ohne ihn Weltmeister, wenn ich am Ende Gold gewinne. Aber ich will mich mit den Allerbesten messen. Ich hoffe, dass er schnell zurückkommt.“
Während Przyjemski fehlt, ruhen die Hoffnungen der Gastgeber auf dem frisch gekürten polnischen U21-Meister Maksymilian Pawełczak. Komplettiert wird das polnische Aufgebot durch Kevin Malkiewicz, Antoni Mencel sowie Wildcard-Fahrer Antoni Kawczyński.



Kommentare