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Im Chaos von Lodz

Michael Czechan vom Podcast Startband liefert hochaktuelle Informationen aus dem Stadion von Lodz über den chaotischen U21-WM-Lauf.


Das Juniorenrennen macht Lust auf mehr. Zumindest bei Klangfetischisten. Der Klangteppich erinnert an die Zeit vor Einführung der Schalldämfper. Weil das Stadion nur eine Tribüne hat, mit einem großen, aber relativ niedrigem Dach, klingt der zweite SGP2-Lauf wie heutzutage nur noch selten ein Speedwayrennen.


Doch die schiere Freude am Sound entschädigt die deutschen Fans nur teilweise. Janek Konzack, der einzige Deutsche im Feld, spielt im Kampf um den Finaleinzug keine Rolle.


Konzacks ersten Heat, Lauf 3, gewinnt Maksymilian Pawełczak. Der Pole zieht dadurch mit Nicolai Heiselberg und Adam Bubba Bednář gleich, nachdem der Tscheche in William Drejer gleich Mal einen Favoriten eingetütet hat – vor inzwischen immerhin knapp halbvollen Rängen und bei immer noch 33 Grad Außentemperatur.


Und Konzack? Dem gelingt ein Start, dessen Reaktionszeit gleich ausfällt wie jener aller Anderen, doch dann hält er das Motorrad nicht gerade am Start, kollidiert deswegen mit Kevin Małkiewicz und Slater Lightcap und muss nach außen ausweichen. Zwar kann der 16-Jährige danach ordentlich Meter auf die Vorderleute machen, doch für einen Zähler ist er nach dem Startscharmützel schon zu weit abgeschlagen.


Im zweiten Lauf gelingt Konzack ein guter Start. „Aber er gewinnt den Zweikampf in der ersten Kurve nicht, weil er nicht ganz an der Stelle war, wo er sein muss“, schildert Michael Czechan vom Podcast Startband aus dem Stadion. „Dann verteidigt er aber gut nach hinten. Wirklich ein ganz starker Lauf.“


Janek Konzack zahlt in Lodz bei seinem SGP2-Einstand Lehrgeld. Foto: Michael Czechan
Janek Konzack zahlt in Lodz bei seinem SGP2-Einstand Lehrgeld. Foto: Michael Czechan

Den der Sieger der neuen Tommy Dunker Trophy auf Rang 2 hinter Rasmus Karlsson beendet. Damit schiebt er sich in der Zwischenwertung auf einen Platz unter den ersten 10 nach vorn, was zum Einzug in einen der beiden Hoffnungsläufe gereicht hätte. Doch in seinem dritten Einsatz wird Konzack hinter Bubba Bednář und Villads Nagel Dritter, im nächsten dann gar nur Letzter. „Er hatte das Pech, zwei Mal von Gelb starten zu müssen. Er kam nicht so richtig gut raus. Beim letzten Lauf kam er nicht so gut mit; es sah so aus, als habe er sich auf die sich verändernde, aber gute Bahn, die bei den hohen Temperaturen nicht gestaubt hat, nicht so richtig einstellen können.“


Der Rennabend insgesamt verläuft reichlich zerfahren. Es setzt reihenweise Stürze, immer wieder müssen Elemente des Luftfangzauns ausgetauscht werden. Manche Läufe müssen drei Mal neu gestartet werden. Auch auf den Zuschauerrängen macht sich Unmut breit: „Man wartet an den Versorgungsständen 20 Minuten, um sich ein Wasser kaufen zu können. Das müssen die Veranstalter für den Grand Prix morgen dringend besser in den Griff bekommen.“


Während Pawełczak ungeschlagen vor dem Australier Beau Bailey – dem Helden der letztjährigen Night of the Fights in Cloppenburg – direkt ins Finale einzieht, wird Konzack in seinem letzten Heat hinter den Last Chance-Qualifikanten Mikkel Andersen und Will Cairns noch ein Mal Dritter – und kommt in der Endwertung auf Platz 14. Konzack beklagte Probleme mit den Reifennutzung: Jeweils nur der äußere Rand einer jeden Kante sei überhaupt beansprucht worden.


Sonst sorgte das schwere, lehmhaltige Material auf der Bahn auf den Geraden auch noch für Aufsteiger an Stellen, an denen das sonst nicht vorkommt. Der Bahndienst trug seinen Teil dazu bei: Am Ende ließ man den äußeren Ring unbearbeitet, grubberte ihn nicht mehr auf, sondern ließ das tiefe Material einfach dort liegen. „Darauf konnten sich weder die Polen noch die Dänen einstellen“, urteilt Czechan. „Die letzten vier Läufe haben 50 Minuten gedauert.“


Andersen dreht den WM-Lauf im Finale noch um: Der Däne schaltet in seinem Hoffnungslauf Cairns aus. Das Finale verkam dann zu einem heillosen Durcheinander. Pawełczak kriegt sein Motorrad nicht in den Drift und kommt zu Fall. Heiselberg knallt über den Reifen des Polen drüber und kann zum Wiederholungslauf nicht mehr antreten. Bailey knallt im Wiederholungslauf auch in die Bande – sodass Andersen als einziger heil über die Distanz kommt und den SGP2-Lauf gewinnt.


 
 
 

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