Eine Frage des Formats?
- Norbert Ockenga
- vor 10 Stunden
- 3 Min. Lesezeit
Am Wochenende steigt in Morizès der zweite Langbahn-WM-Lauf in der neuen Ausprägung. Ist das veränderte Rennformat ein Fehler?
Stephan Katt brachte einen Namen als Totschlagargument: „Erik Riss. Der so sauber seine Linie da rumgefahren. Da war kein Versetzer, kein gar nix. Der war der beste Beleg: Die Bahn war top.“
Denn Riss hatte in Scheeßel ruhig, sinnig und sacht, gleichzeitig aber haushoch überlegen den ersten Langbahn-Grand Prix des Jahres gewonnen, während rund um ihn herum die Fahrer reihenweise aus den Satteln purzelten. Daniel Spiller und Andrew Appleton kamen gar ins Krankenhaus, der Juniorenweltmeister Jake Mulford profitierte von einer ellenlangen Bahndienstpause und konnte nach seinem Crash aus dem Rettungswagen wieder aufs Motorrad hüpfen.
Riss fuhr dagegen in einer eigenen Liga, in die lediglich Dave Meijerink und Chris Harris phasenweise vordringen konnten. „Scheeßel ist immer anspruchsvoll, weil es feiner, loser Belag ist – ganz feiner, loser Sand“, erklärt Riss. „Es haben sich ziemliche Rillen gebildet. Für mich persönlich war die Bahn kein Problem. Auch die Rillen haben mir nichts ausgemacht.“
Wenn man die Rillen mitnimmt, weiß man, dass man ein Restrisiko in Kauf nimmt. – Dave Meijerink
Ähnlich sieht es auch Meijerink: „Die Bahn war, wie Scheeßel eben ist. Sie wird dort sogar Jahr für Jahr besser. Denn sie machen die Bahn immer etwas härter. Der Verein steckt da viel Arbeit rein.“ Die permanente Beimischung von härtenden Materialien zeitigt Wirkung, sorgt aber auch dafür, dass die Bahn aufbrechen kann. Zumal bei so wechselhaftem Wetter – beobachtet der frühere Langbahnstar Michael Härtel, der wie 2025 als Helfer von Jordan Dubernand mit im Fahrerlager war: „Das Hauptrpoblem war der Regen. Es hat immer wieder zwischendrin geregnet. Drum hat man sich nicht getraut, Wasser zu fahren, Denn dann hat man schnell zu viel Wasser auf der Bahn, wenn wieder ein Regenschauer kommt. Drum hat die Bahn dazu geneigt, dass sie sehr trocken war. Auch neues Material haben sie vorher aufgebracht. Dadurch und durch die Trockenheit haben sich innen Rillen gebildet.“
Die hat der Bahndienst zunächst zwar effektiv zugeschleppt. Aber dabei nicht die harten Kanten mit einer Schleppe gebrochen, sodass die Verwerfungen relativ schnell wieder aufgerissen wurden wie eine nicht verheilte Narbe. „Die Bahn war auf den inneren zwei Metern eher schlecht“, notierte etwa Robert Barth, der als Tuner von Lukas Fienhage zwar nicht vor Ort war, das Rennen auf der Zevener Geest aber mit Kennerblick im Stream verfolgte. „Geschuldet der Trockenheit und der Flattrackgeschichte.“

Härtel nickt: „Weil es trocken war, war die Außenspur nicht schnell genug. Wenn da tiefes Material liegt, das feucht ist, schiebt das ja auch ganz gut. In diesem Fall musstest du aber innen durch die Rillen durch, wenn du schnell sein wolltest. Und das macht natürlich derjenige, der vorn fahren will. Diese Rillen können dich aber sehr schnell auf das Hinterrad von deinem Vordermann katapultieren. Denn wenn du eine Rille triffst, geht es 10 bis 15 Meter nur geradeaus. Wenn dann vor dir einer fährt, fliegst du halt obendrüber.“
Es gibt Fotos von Jesper Veldhuizen, die zeigen, wie Dave Meijerink in eingeschlagener Schräglage mit beiden Rädern in der Luft ist. Hinten fliegt die Maschine, vorn streift der Reifen die norddeutsche Bahn noch ganz zärtlich, fast wie das Streicheln einer lieb- und aufreizenden Frau. Ein auf digitale Leinwand gebannter Schwebezustand, der dem 26-Jährigen auch schon beim WM-Finale in Roden 2025 gelungen ist – und der die ganze Geschichte der WM erzählt. „Bei allen Langbahnrennen mit diesem Tempo bleibt ein Restrisiko“, sagt Meijerink nach Scheeßel. „Es gab ein paar Unebenheiten. Wenn man die mitnimmt, weiß man, dass man damit ein gewisses Risiko eingeht.“

Barth denkt vor dem heimischen Stream noch eine Ecke weiter. Dieses Jahr gibt es ein neues Format für die Langbahn-WM, mit mehr Fahrern und Heats. „Bei den 20 Fahre



Da fehlt der Rest noch oder bei mir hörts bei 20 Fahr auf....