England bleibt in schwerer See
- Norbert Ockenga
- 18. Dez. 2025
- 2 Min. Lesezeit
Die Krise in der englischen Ligalandschaft ist nur auf den ersten Blick entschärft. Das zeigt eine Personalie vom Dienstag.
Es ist wie die Scheidung, die eigentlich keiner wollte – und die am Ende doch vollzogen wird. Der erfolgreichste Fahrer der britischen Premiership und der Vizemeister der höchsten Liga auf der Insel trennen sich nach drei gemeinsamen Jahren.
Weil sie auseinandergelebt wurden.
Beide hätten gern zusammen weitergemacht. Doch die Absenkung der Gesamtpunktzahl des kompletten Kaders von 40 auf 37 macht es unmöglich, den Australier weiterhin in den Reihen der Löwen zu halten. Denn Fricke hat in der vergangenen Saison seinen persönlichen Average auf knapp unter 10 emporgeschraubt.
Leicester hatte bei der letzten Berechnung der Averages zum Saisonausklang eh’ schon um zwei Punkte über dem bis inklusive 2025 geltenden Limit von 40 Zählern gelegen. „Weil die Obergrenze um drei Punkte abgesenkt wurde, war uns von Anfang an klar, dass wir bei der Kaderplanung viel größere Anpassungen und Einschnitte würden machen müssen als im vergangenen Winter“, grämt sich Teammanager und Kopromoter Stewart Dickson. „Bei den Averages unserer übrigen Fahrer hätten wir an anderer Stelle im Aufgebot erhebliche Verschiebungen anstoßen müssen. Und ich kann mir einfach nicht vorstellen, wie wir dann noch eine ausgeglichene Truppe in der kompletten Breite des Aufgebots hätten aufbieten können. Max Fricke hätte natürlich weiterhin fett gepunktet – aber an anderer Front hätten wir unweigerlich verloren. Jetzt werden wir ein Team aufbieten, das obenrum immer noch sehr stark sein wird – aber auch quer durch die Reihen gut punkten kann.“

Die Reduzierung des Punktekontos für die ganze Mannschaft hatte sich hinter den Kulissen bereits seit kurz nach dem Ligafinale abgezeichnet, als die Zukunft der ganzen Ersten Liga noch in Schwebe hing. Weil der Flurfunk intern verlässliche Informationen über die grundsätzliche Richtung der Mannschaftsarithmetik geflüstert hatte, hatten Emil Saifutdinow und Dan Bewley schon vor der endgültigen Verkündigung der 37-Punktegrenze ihre persönlichen Notbremsen gezogen.
In Fricke folgt nun der dritte große Name in einem Aderlass, der gerade erst begonnen hat.



Kommentare