Erik Riss über seine Ostern
- Erik Riss
- vor 1 Tag
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In seiner neuen Kolumne schildert Erik Riss in eigenen Worten, wie er über Ostern gemerkt hat, dass er sich noch mehr auf eine Neuerung beim Material einschießen muss.
Schon beim Osterpokal in Güstrow hat man eine klare Tendenz gesehen. Und klar ist: Ganz zufrieden darf ich damit nicht sein. Mein Ziel wäre ein Podestplatz gewesen. Aber wir hatten die ganze Zeit über Probleme, ein Setup zu finden – bis auf die letzten beiden Läufe. Da war es vom Speed her gut.
Kurz vor meiner Erkrankung haben wir einen Hauptbestandteil von meinen Motoren umgestellt: die Kurbelwellen. Ich bin damit nur zwei Rennen gefahren. Aber mir hat’s auf Anhieb sehr gut gefallen. Das erste Rennen war in Oppeln, da habe ich nur einen Punkt abgegeben. Beim nächsten Einsatz für den AC Landshut war ich dann schon krank.
Ich habe mich entschieden, das bei allen Motoren umzubauen. Das wurde während meiner Rekonvaleszenz und im Winter gemacht. Mit der Umstellung bin ich dann in diesem Frühling wieder in mein Training eingestiegen, um mich darauf einzustellen.
Doch für den Osterpokal kamen dann zwei Sachen zusammen: die neue Kurbelwelle – und meine mangelnde Fahrpraxis auf der Bahn. Denn ich war zum letzten Mal vor zwei Jahren in Güstrow. Das Setup von damals hat überhaupt nicht mehr gepasst, weil die Charakteristik durch die Umstellung der Motoren komplett anders war.
Wenn ich das Setup gefunden habe, dann laufen die Motoren auch. – Erik Riss
Wenn du auf eine Bahn kommst wie Güstrow, wo ich zwei Jahre lang nicht mehr war, orientierst du dich an der Abstimmung, die du aus der Erfahrung mitbringst. Ich hätte nicht gedacht, dass die so wenig zu neuen Leistungsentfaltung passen würde. Ich habe mir den Osterpokal schon in den beiden ersten Läufen versaut. Ich musste im zweiten Lauf gegen Fahrer um Punkte kämpfen, die normaler Weise hinter mir sein müssten.
Im ersten Lauf ging gar nichts, da war’s nur am Durchdrehen Im zweiten wurde es besser, im dritten bin ich sogar auf Lindgren aufgelaufen. Dabei habe ich auch Timo Lahti und Jacob Thorsell geschlagen, das musst du in Güstrow auch erst Mal schaffen. Im letzten Lauf war ich dann sogar schneller als Norick Blödorn, bin ihm ein paar Mal aufgefahren. Aber ich kam nicht vorbei, denn alles hat sich am weißen Strich innen abgespielt.

Ich habe immer noch Probleme mit den Starts, da fehlt mir durch die lange Pause seit Juni die Routine. Ich habe erst 15 Starts wieder vom Band gemacht. Blödorn und die Anderen haben schon ein paar Sparrings hinter sich. Aber ich spüre: Es kommt schon wieder. Ich fühle mich gut, bin topfit, wir müssen uns nur noch ein bisschen anpassen. Aber wenn ich das Setup habe, dann laufen die Motoren auch.
Das hat sich auch beim Länderkampf in Pocking gezeigt. Da haben wir mit dem deutschen Team gewonnen. Doch auch da wäre für mich persönlich mehr drin gewesen. In Pocking haben wir in den ersten beiden Läufen eine neue Nockenwelle probiert. Dann haben wir das Motorrad gewechselt – erst danach lief es gut. Im Finallauf ist mir sogar noch beim Start die Sitzhalterung abgerissen.
All’ das sind Anfangs- und Startschwierigkeiten, die zwar ärgerlich sind – aber die ausgemerzt sein dürften, wenn ich auch in England regelmäßig zum Fahren komme und entsprechend wieder mehr Routine sowohl im Sattel als auch bei der Abstimmung der Motorräder gesammelt haben werde. Dann, so bin ich sicher, werde ich auch ganz vorn mitfahren.



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