„Es dauert, bis du wieder Selbstvertrauen hast“
- Erik Riss
- vor 3 Tagen
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Die Landshut Devils haben mit einem 46:43-Heimsieg über Gnesen das Finale der Landesliga erreicht. Dort treffen sie auf Danzig. Erik Riss bloggt über das Halbfinale dahoam und seine Leistung mit einem Laufsieg.
Ich tue mich im Moment in manchen Bereichen ungewohnt schwer, weil mir die Rennpraxis fehlt. Vorm Rückkampf im Playoffhalbfinale mit Landshut daheim gegen Gnesen hatte ich noch zwei Mal an der Ellermühle trainieren können. Die Trainings waren auch ganz gut gelaufen.
Deswegen hatte ich vorm Heimrennen am Sonntag eigentlich gedacht: „Okay, ich fahre den bestimmten Motor mit dem bestimmten Setup“. Der hat sich im Training auch gut angefühlt. Aber im ersten Lauf war er komplett träge. Deswegen habe ich das Motorrad gewechselt.
Die beiden Motoren sind eigentlich identisch. Da sollte kein Unterschied sein. Im zweiten Lauf bin ich mit dem anderen Motor, aber dem gleichen Setup gefahren – und das Hinterrad war nur am Durchdrehen. Ich hatte also plötzlich zu viel Leistung.
Damit hatten wir schon zwei Läufe verschenkt. Zum dritten haben wir schneller übersetzt. Damit wurde es besser. Mit noch einer kleinen Änderung wurde es noch besser. Doch im Finale habe ich in ersten Kurve ein bisschen Pech gehabt: Da kam es fast zum Sturz, weil einer der jungen Polen besonders viel riskiert hat.
Mir fehlt die Rennpraxis. Das merkt man. Wenn man nach einem Knochenbruch wieder zurückkommst, tut man sich deutlich leichter als nach solch’ einem Augenleiden. Denn wenn es einem drei Monate lang nicht gut geht; wenn du nicht klar sehen kannst; wenn die kognitiven Fähigkeiten des Körpers über mehrere Monate hinweg nicht richtig funktionieren und du dich dann wieder aufs Motorrad setzt – dann dauert es seine Zeit, bis du wieder das nötige Selbstvertrauen hast, um schlagartig die richtigen Entscheidungen zu treffen. Sei es auf der Bahn – aber auch im Fahrerlager.
Ich würde mir lieber einen Knochen brechen als dieses Augenleiden noch Mal durchmachen zu müssen. – Erik Riss
Das darf man nicht vergessen.
Ich würde mir lieber einen Knochen brechen als noch Mal dieses Augenthema durchmachen zu müssen.
Im Moment spielt das persönliche Ergebnis bei Ligarennen nicht so eine große Rolle. Ich bin eher froh, überhaupt wieder fahren zu können. Ich versuche, dabei Spaß zu haben. Wenn es dann gut läuft und ich ein paar Punkte beisteuern kann, bin ich um so glücklicher.

Aber im Hinrennen in Gnesen habe ich drei Punkte gefahren und war trotzdem froh, dass ich überhaupt wieder fahren kann. Ich mache mir da keinen Druck. Aber jetzt habe ich zwei Speedway- und ein Langbahnrennen absolviert. Und so langsam bekomme ich das Gefühl: „Jetzt kann ich darauf aufbauen.“
Das ist auch im Hinblick auf den nächsten Langbahn-Grand Prix in Morizès sehr wichtig.
Wenn du nicht im Rennmodus drin bist, tust du dich auch bei der Abstimmungsarbeit schwer. Das war erst mein zweites Rennen in Landshut dieses Jahr.
Für mich ist die erste Priorität, dass ich überhaupt fahren kann. Das ist mein Hauptaugenmerk für dieses Jahr. So gehe ich die restlichen Rennen an. Das nächste Jahr ist dann eine ganz andere Geschichte. Da sind die Vorzeichen völlig anders als jetzt.
Denn wenn ich einen guten Winter ohne Probleme habe, dann kommt auch das Selbstvertrauen wieder zurück. Für den Rest der Saison versuche ich einfach nur, locker aufzufahren, wieder reinzukommen und mich darüber zu freuen, dass ich wieder fahren kann. Dann kommt der Spaß beim Fahren von ganz alleine – und alles Andere ergibt sich dann auch.



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