Es gilt das geschriebene Wort
So sieht der MC Güstrow die Diskussion über Averages, Nebenabsprachen und Teamzusammensetzungen in der Deutschen Bundesliga.
Mit Nebenabsprachen ist das so eine Sache. Die Geschichte des Motorsports ist voll von Streits und Zwistigkeiten, weil man sich im entscheidenden Augenblick nicht mehr an das erinnern mag, was eigentlich abgemacht schien.
Hat nun auch die Bundesliga ihre eigene Version solch’ eines Stallregie-Eklats? Bei der vorletzten Partie in Stralsund rückte Güstrow mit einem Team an, das höher eingestuft war als ein unverbindlich festgelegter Average aus einem Gentlemen’s Agreement. So moniert es Stralsunds Zweiter Vorsitzender und Rennleiter Bernd Sagert im Startband „Podcast“.
Doch der Wert von 5,5 als inoffizielle Obergrenze für den Average bei der Teamzusammenstellung steht nirgends schriftlich verankert. Das Sportliche Reglement, die Prädikatsbestimmungen Bahnsport vom DMSB, legen unter Paragraf 10 fest, dass der Average zwischen 3,0 und 6,9 liegen müsse. „Wir kennen nur die 6,9. Die steht im Reglement. Und an die halten wir uns jederzeit“, betont Güstrows Teammanager Ralf Peters auf Nachfrage nach den Äußerungen von Sagert. „Wir fahren eine Deutsche Meisterschaft. Da kann man doch nicht plötzlich irgendwo noch andere Werte herzaubern. Für uns sind die Zahlen maßgeblich, die im Reglement stehen. Wir sind bei der Rennleitung mit allen Papieren nach genau diesem Reglement zugelassen worden.“
Das ist die Krux an der Sache. Egal ob Sebastian Vettel seinen Teamkollegen Mark Webber trotz anderslautenden Absprachen („Multi-21, mate“) überholt, ob sich Rickard Rydell in der Tourenwagen-WM in Anderstorp nicht an Stallregie bei Chevrolet hält oder ob drei Teams in der Formel 1 auf ihr Recht pochen, einen Doppeldiffusor zu bauen, obwohl der zwar dem Wortlaut, nicht aber dem Sinn des Technischen Reglements entspricht – all’ das ist rechtlich über jeden Zweifel erhaben. Genau wie jetzt die Nominierung des MC Güstrow.
Wir kennen nur die 6,9. Die steht im Reglement. – Ralf Peters
Für Vettel ging es darum, die WM-Chancen in seine Richtung zu drehen. Für die Doppeldiffusorteams um einen uneinholbaren technischen Vorteil, die die anderen schlicht übersehen hatten. Und für den MC Güstrow ging es darum, die Chancen auf die Deutsche Meisterschaft in der Bundesliga zu wahren. Man kann all’ das moralisch verurteilen, vielleicht nicht nett finden. Aber es gibt weder einen „Geist des Reglements“ noch den „Sinn der Sache“ oder ein verbindliches „Gentlemen’s Agreement“. Das ist der harte Alltag in der rauen Welt des Spitzensports.

In der Bundesliga ging es dabei nicht mal um eine Grauzone des Reglements wie in der Formel 1 so oft – sondern um klare Fakten und deren kompromisslose Ausnutzung zu eigenen sportlichen Gunsten.
Peters geht bei der Begründung noch weiter. „Wir wären stolz gewesen, wenn irgendwann auch die von uns verpflichteten deutschen Fahrer Kai Huckenbeck und Norick Blödorn für uns hätten fahren können. Aber die hatten leider wegen ihrer Verpflichtungen in den polnischen Ligen nie Zeit. Doch das hätte wegen der Einstufungen auch schon bedeutet, dass wir dann bereits die Marke von 5,5 gerissen hätten. Und das hätten wir auch in Kauf genommen.“
Die Wahl von Zankapfel Milík, an dem sich die ganze Aufregung entzündete, begründete Peters: „Wir mussten eine Mannschaft mit fünf guten Fahrern aufbieten. Für Václav Milík haben wir uns entschieden, weil der bei der Europameisterschaft in Stralsund einen starken Eindruck hinterlassen hat.“ Da war der Tscheche als Sechster vor Kevin Wölbert nur um einen Punkt und einen Platz an den Top 5 vorbeigeschrammt, mit denen er sich für die EM 2026 qualifiziert hätte. „Wir hatten gehofft, dass er eine vergleichbare Leistung auf dieser Bahn auch für uns würde zeigen können. Aber das hat letztlich nicht geklappt – und uns am Ende wohl um den möglichen Sieg gebracht.“
In der Bundesliga ging es dabei nicht mal um eine Grauzone des Reglements wie in der Formel 1 so oft – sondern um klare Fakten und deren kompromisslose Ausnutzung zu eigenen sportlichen Gunsten.
Peters geht bei der Begründung noch weiter. „Wir wären stolz gewesen, wenn irgendwann auch die von uns verpflichteten deutschen Fahrer Kai Huckenbeck und Norick Blödorn für uns hätten fahren können. Aber die hatten leider wegen ihrer Verpflichtungen in den polnischen Ligen nie Zeit. Doch das hätte wegen der Einstufungen auch schon bedeutet, dass wir dann bereits die Marke von 5,5 gerissen hätten. Und das hätten wir auch in Kauf genommen.“
Die Wahl von Zankapfel Milík, an dem sich die ganze Aufregung entzündete, begründete Peters: „Wir mussten eine Mannschaft mit fünf guten Fahrern aufbieten. Für Václav Milík haben wir uns entschieden, weil der bei der Europameisterschaft in Stralsund einen starken Eindruck hinterlassen hat.“ Da war der Tscheche als Sechster vor Kevin Wölbert nur um einen Punkt und einen Platz an den Top 5 vorbeigeschrammt, mit denen er sich für die EM 2026 qualifiziert hätte. „Wir hatten gehofft, dass er eine vergleichbare Leistung auf dieser Bahn auch für uns würde zeigen können. Aber das hat letztlich nicht geklappt – und uns am Ende wohl um den möglichen Sieg gebracht.“



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