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Fatale Kettenreaktion

Im Lager der Schweden reiht sich ein Rückschlag an den nächsten. Die Nationalmannschaft wird am Samstagabend weiter dezimiert.


Mitten in der Hektik des Einzel-WM-Finals kommt in einem parallelen Handlungsstrang schweres Gerät zum Einsatz. In der Box von Jimmy Hörnell, in der eigentlich Rennruhe herrscht, greift Patrick Schneider zu einer wuchtigen Holzlatte. Der Bayer führt die dicke Planke rittlings in den nackt dastehenden Rahmen der schwedischen Maschine. Vorn kauert Filip Jäger auf dem Kotflügel und bildet das menschliche Ausgleichsgewicht für das Hieven und Biegen mit dem Riesentrumm.


In der Box daneben streicht sich Jo Sætre mit einem Schmunzeln durchs Gesicht. „Feintuning“, witzelt der Norweger. Dabei lehnt er an einem der Motorräder von Ove Ledström. Und die wiederum haben schon ihre Schlafanzüge an, obwohl man gerade Mal den dritten Durchgang im Einzel-Grand Prix von Heerenveen absolviert.


Ledström ist da gerade beim Rennarzt. Er ist gleich in seinem ersten Heat gestürzt. „Er hat gewaltige Rückenschmerzen“, sagt Sætre. „Er hat dann in seinem nächsten Lauf noch versucht, wieder zu fahren – aber es ging nicht mehr.“


Deswegen hat der Brillenträger sich mitten im Grand Prix abgemeldet. Und nun fürchten die Schweden, dass Ledström auch für den Sonntag ausfällt. Deswegen muss die Maschine von Jimmy Hörnell wieder hergerichtet werden.


Die Maschine von Jimmy Hörnell wird mit rustikalen Methoden wieder flottgemacht. Foto: Heike Kleene
Die Maschine von Jimmy Hörnell wird mit rustikalen Methoden wieder flottgemacht. Foto: Heike Kleene

Denn Hörnell ist der nächste Nachrücker im Kader der Schweden. Und denen gehen so langsam die Fahrer aus: Lediglich Isak Dekkerhus stünde noch parat, falls jetzt noch einem weiteren Nordmann etwas zustoßen sollte.


Die Maschine von Hörnell ist deswegen so dringend reparaturbedürftig, weil Filip Jäger sie so dermaßen zugerichtet hat – bei jenem Sturz im Training gleich zu Beginn des Morgens, bei dem er sich seine Gehirnerschütterung zugezogen hat.


Jäger und Hörnell sind eng befreundet; der eine hilft dem anderen als Mechaniker, je nachdem, wer gerade fährt. Jäger wollte das Training nutzen, um zu probieren, mit welcher Maschine er den Grand Prix in Angriff nimmt – und hat sich zuerst auf das Motorrad von Hörnell gesetzt, sein eigenes hätte er danach im zweiten Freien Training testen wollen.

 
 
 

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