Haarahiltunen muss unters Messer
- Norbert Ockenga
- vor 19 Minuten
- 2 Min. Lesezeit
Wie geht es Martin Haarahiltunen nach seinem Sturz im Finale von Inzell? Ein schneller Anruf bringt Klarheit – aber keine Entwarnung.
Es ist jener gedämpfte, fast schon dumpfe Klang, der typisch ist für jemanden, den man im Krankenhaus anruft. Und bei dem man den Muff aus der Klinik durch den Hörer förmlich riechen kann. Und in der Tat liegt Martin Haarahiltunen seit seiner Rückkehr aus Inzell in einem Spital in seiner Heimatstadt Örnsköldsvik.
Die Diagnose, die er dort nach seiner Röntgenuntersuchung zu hören bekam, klingt wenig verheißungsvoll. „Ich habe die Bilder selbst noch nicht gesehen“, vermeldet der Weltmeister am Dienstagmorgen. „Aber so wie ich das verstehe, was die Ärzte mir sagen, habe ich mir denjenigen Knochen gebrochen, der vom Unterschenkel ins Knie hineinragt.“
Also ein Bruch des Schienbeinkopfes.
Haarahiltunen fährt fort: „Offenbar ist ein würfelgroßes Stück abgebrochen – und dann noch ein paar kleinere. Deswegen ist eine Operation nötig, um das alles wieder zusammenzusetzen und wahrscheinlich auch zu verschrauben.“
Offenbar ist ein würfelgroßes Stück vom Schienbeinkopf abgebrochen. – Martin Haarahiltunen
Die Verletzung war aufgetreten, nachdem Haarahiltunen im Finale mit Max Koivula aneinandergeraten und im hohen Bogen auf der Bahn gelandet war. Sofort hatte er sich das linke Knie gehalten, noch im Liegen, und später auch schon gemerkt, er könne das linke Bein nicht belasten. Da er von den Rennärzten nicht erfahren konnte, was genau die Verletzung ist, hatte er zuvor noch zaghaft aufzutreten versucht – das aber vor lauter Schmerzen auf ein Minimum beschränkt. Dennoch kann bei einer Tibiafraktur jeder Schritt eine Kettenreaktion am Knochen nach sich ziehen, den Bruch ausweiten oder die Knochen verschieben.

Noch befindet er sich in einem Krankenhaus in Örnsköldsvik. „Wir sind von Inzell aus 28 Stunden mit dem Transporter nach Hause gefahren, dann bin ich direkt ins Spital“, berichtet Haarahiltunen. „Ich möchte jetzt versuchen, eine private Krankenversicherung dazu zu bewegen, die Kosten für eine Behandlung in einer Klinik in Stockholm zu übernehmen. Denn dort gibt es eine, die ist auf Knie- und Beinverletzungen spezialisiert.“
Den Kontakt dorthin hätte der schwedische Teammanager Peter Jansson vermittelt, zusammen mit jenem Arzt aus Karlstad, der Haarahiltunen schon nach seinem Rippenbruch beim Supercupfinale in Schweden behandelt und in erstaunlich schneller Zeit wieder einsatzbereit gekriegt hatte. „Ich habe Heerenveen noch nicht ganz aufgegeben“, verrät Haarahiltunen. „Da bleibe ich noch optimistisch. Wenn ich schnell nach Stockholm verlegt werde und dort direkt nach der Einweisung unters Messer komme, dann kann das vielleicht noch klappen.“



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