Freundschaftsbande
- Norbert Ockenga
- 16. März
- 2 Min. Lesezeit
Der Sonntags-Grand Prix von Inzell verlief für Max Koivula noch viel turbulenter, als von außen zu sehen war. Hier steht, was wirklich alles passiert ist.
Wohl dem, der sich Freunde gemacht hat. Max Koivula ist aufgrund seiner hilfsbereiten Art und zurückhaltenden Herzlichkeit einer derjenigen Fahrer, der den größten Kumpelkreis in den Boxen genießt.
Genau das kommt dem Finnen in der Eröffnungsphase des Sonntagsrennens von Inzell zugute. Denn nicht nur sein Vater, der als Mechaniker ohnehin immer dabei ist, und sein Motortuner Klaus Lausch springen Koivula zur Seite – sondern auch Leon Kramer, Lukas Hutla und der niederländische Rahmenbauer und Teammanager Fedde de Boer.
Die Hilfe ist bitter nötig. Denn nachdem Koivula und Landsmann Heikki Huusko gleich zu Beginn in der Startkurve aneinandergeraten sind, ist das erste Motorrad von Koivula nicht mehr einsatzbereit: „Der vordere Kotflügel und die Verkleidung sind völlig hinüber. Und ich habe mich zuhause offenbar nicht gründlich genug vorbereitet – denn ich habe keinen fertig montierten Ersatz hier, den wir einfach schnell draufmontieren könnten.“
Ich musste den Schalthebel mit dem Fuß gedrückt halten, damit der Gang nicht rausspring. – Max Koivula
Also steigt Koivula für zwei Läufe auf die Reservemaschine um. In der steckt allerdings nicht der leistungsstärkere Prototyp von Lausch – sondern ein Jawa auf dem vorigen Stand. „Außerdem ist mir im zweiten Lauf mit dem Motorrad das Getriebe entzwei gegangen.“
Koivula muss auf der Geraden wieder den Ganghebel runtertreten, um die zweite Welle erneut eingespannt zu bekommen. „Danach musste ich den Schalthebel mit dem Fuß festhalten, damit der Gang nicht wieder rausspringt.“
Während Huusko genäht wird und sich eine ordentliche Portion Schmerzmittel einfährt, um nach der Schnellbehandlung vor Ort wieder in den Sattel zu können, wuseln die Freunde zusammen mit dem Papa und dem Tuner um die erste Maschine von Koivula.

Nach zwei Läufen kann er wieder auf das stärker motorisierte Gefährt wechseln. Dennoch verpasst er anders als am Vortag den direkten Einzug ins Finale, lässt aber im Hoffnungslauf wenig Fragen offen.
Im Endlauf kommt es dann zum Sturz mit Martin Haarahiltunen und zur Kontroverse um seinen Ausschluss.
Auch da haben die Freunde schon Gewehr bei Fuß gestanden, um Koivula wieder zum Neustart rauszukriegen: Leon Kramer mit der Reservemaschine am Vorstart – und Fedde de Boer als Ausguck auf dem Eis, der nach einer Sichtkontrolle der Unglücksmaschine die Schadensmeldung ins Fahrerlager bölkte: „Eine Raste. Wir brauchen nur eine Fußraste.“



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